Umwelt

Kaliforniens tödliche Waldbrände nehmen kein Ende

Die starken Winde der Region und die anhaltende Trockenheit erschweren das Eindämmen der Brände. Montag, 11 Dezember

Von Michael Greshko

Der US-Bundesstaat Kalifornien wird seit Monaten von verheerenden Waldbränden heimgesucht, und in der letzten Woche verursachten die Brände in Ventura County bei Los Angeles nicht nur Sachschäden. Die nicht enden wollende Katastrophe verdeutlicht die Gefahr von Waldbränden, die Bedingungen, die sie begünstigen, und das steigende Risiko des Klimawandels.

Die Feuerwehr von Ventura County beschrieb den Brand in der letzten Woche als schnell und schwer einzudämmen – Eigenschaften, die auf viele Waldbrände zutreffen. Innerhalb von wenigen Stunden fraßen sich die Flammen durch 125 Quadratkilometer, zerstörten 150 Gebäude und kosteten ein Menschenleben. Ventura County liegt mit dem Auto nur eine Stunde nördlich von Los Angeles entfernt. Die Flammen zwangen zahlreiche Menschen zur Evakuierung.

Es ist eine Situation, in der sich der Staat in den letzten Jahren allzu oft wiederfand. Tatsächlich gibt es neben dem Brand in Ventura County aktuell noch vier weitere aktive Waldbrände und zusätzlich vier eingedämmte Brände in und um Los Angeles.

Nicht nur Kalifornien litt in den letzten Jahren zunehmend unter den tödlichen und kostspieligen Folgen solcher Brände, sondern auch andere Teile des amerikanischen Westens sowie Australien, Russland und andere Länder. Jahrzehnte der Forstpolitik haben für eine Menge Brennmaterial gesorgt, und Bauprojekte sind noch weiter in die ehemalige Wildnis vorgedrungen. Noch dazu wird das Wetter immer heißer und trockener. In unserer zunehmend brandgefährdeten Welt ist das Thomas Fire in Ventura County ein Paradebeispiel für die Risiken, die in Gegenden mit ähnlichen Wetterverhältnissen und ähnlicher Vegetation drohen.

Wie entstehen Waldbrände?

Vier von fünf Waldbränden werden von Menschen verursacht. Sobald die Flammen erst mal züngeln, wachsen sie oft exponentiell.

Das Feuer in Ventura County folgte einem besonders verheerenden Brand im Oktober. Dieser war Berichten zufolge der tödlichste in der Geschichte des Bundesstaats, und die Trockenheit hatte ihren Beitrag dazu geleistet. Seit November hatte der Süden Kaliforniens nur eine mäßige Trockenheit erlebt, aber trockenes Wetter jeglicher Art kann in Kombination mit starken Winden für Waldbrände sorgen. Laut den Behörden befeuern auch die berüchtigten starken Santa-Ana-Winde der Region die Brände.

Kalifornien ist für Waldbrände besonders anfällig, da dort oft Hitze, Trockenheit und Gewitter auftreten. Letztere können durch Blitzschläge Bäume entzünden. In einer kürzlich veröffentlichten Abhandlung spekulierten Wissenschaftler, dass mit dem Schmelzen des arktischen Eises die Trockenheit in Kalifornien noch schlimmer werden könnte. Das würde die ohnehin leicht entzündbare Landschaft des Bundesstaats noch anfälliger machen.

Warum sind sie so schwer einzudämmen?

Am Dienstag rangen mehr als 500 Feuerwehrleute in Ventura County darum, den gewaltigen Brand einzudämmen.

Um ein Feuer zu löschen, muss man gegen die drei Komponenten vorgehen, die einen Brand erhalten: Sauerstoff, Wärme, Brennmaterial. Diese drei Bestandteile bilden das sogenannte Verbrennungsdreieck. Die Feuerwehrleute versuchen, ein oder mehrere Bestandteile dieses Dreiecks zu eliminieren. Bei Waldbränden ist der Einsatz von Löschflugzeugen eine bewährte Methode.

Das Feuer in Ventura County breitete sich jedoch mitunter schneller aus, als die Feuerwehrleute überhaupt reagieren konnten, und noch ist kein Ende der Gefahr in Sicht. 

Michael Greshko Twitter auf folgen.

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