Astronautin bricht Weltraum-Rekord

Peggy Whitson hat gerade den bisherigen US-Rekord für die meisten im Weltall verbrachten Tage gebrochen.Donnerstag, 9. November 2017

Von Brian Clark Howard
Die Crew der Expedition 50 befindet sich während einer Pressekonferenz hinter Glas in der Quarantäne. 
Von links nach rechts: US-amerikanische Astronautin Peggy Whitson, russischer Kosmonaut Oleg Novitskiy und französischer Astronaut Thomas Pesquet am 16. November 2016 im Cosmonaut Hotel in Baikonur, Kasachstan. Die drei starteten am Morgen des 18. November (Ortszeit) ins Weltall und werden insgesamt etwa 6 Monate in dem Orbitalkomplex verbringen.
Die Crew der Expedition 50 befindet sich während einer Pressekonferenz hinter Glas in der Quarantäne. Von links nach rechts: US-amerikanische Astronautin Peggy Whitson, russischer Kosmonaut Oleg Novitskiy und französischer Astronaut Thomas Pesquet am 16. November 2016 im Cosmonaut Hotel in Baikonur, Kasachstan. Die drei starteten am Morgen des 18. November (Ortszeit) ins Weltall und werden insgesamt etwa 6 Monate in dem Orbitalkomplex verbringen.
bild Bill Ingalls, NASA

Am Montag wurde Peggy Whitson zur am längsten im Weltall dienenden Amerikanerin. Die NASA berichtete, dass sie den Rekord des Astronauten Jeff Williams von 534 Tagen gebrochen hat.

Whitson verbrachte mehrere Monate an Bord der ISS, die sie im September verlassen wird. Auf dem Weg zur Raumstation im November 2016 wurde sie mit damals fast 57 Jahren auch die älteste Frau, die je in den Weltraum geflogen ist.

Whitson erhielt am Montag einen Anruf von Präsident Donald Trump, der ihr gratulierte.

Die Crew winkt zum Abschied, bevor sie die Rakete betritt.
Die Crew winkt zum Abschied, bevor sie die Rakete betritt.
bild Photogrpah by Bill Ingalls, NASA

„Es ist ein ganz besonderer Tag in der ruhmreichen Geschichte der amerikanischen Raumfahrt“, sagte Trump ihr vom Weißen Haus aus per Videoverbindung. „Sie haben den Rekord für die längste Gesamtzeit gebrochen, die ein amerikanischer Astronaut im Weltraum verbracht hat. Das ist ein unglaublicher Rekord.“

Whitson, die ein echter Astronautenveteran ist und schon seit 2002 Weltraummissionen durchführt, holte sich außerdem den Rekord als erste Frau, die die ISS kommandiert.

Der russische Kosmonaut Gennady Padalka verbrachte 879 Tage im Weltraum und hält damit den internationalen Rekord für die längste Gesamtaufenthaltsdauer im Weltall.

Whitson trat ihre jüngste historische Reise zu den Sternen am 18. November im Baikonur-Kosmodrom in Kasachstan an. Dort hob sie zusammen mit dem Kosmonauten Oleg Novitskiy und dem französischen Piloten Thomas Pesquet in einer Sojus-Rakete ab. Es ist Whitsons dritte Reise zur ISS.

Mit mehr als 39 Stunden hält Whitson außerdem den Rekord für die meiste bei Außenbordeinsätzen (oder Raumspaziergängen) verbrachte Zeit.

Das Team hebt am 18. November in einer Sojus MS-03 in Kasachstan ab.
Das Team hebt am 18. November in einer Sojus MS-03 in Kasachstan ab.
bild Bill Ingalls, NASA

Drei dreiköpfige Crew gesellte sich zu einem weiteren Amerikaner und zwei Russen, die sich bereits an Bord befanden. Die Mission soll nach einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen und alltäglichen Aufgaben im Orbit des Planeten beendet werden.

Eine Aufnahme mit Langzeitbelichtung zeigt den Start der Sojus-Rakete.
Eine Aufnahme mit Langzeitbelichtung zeigt den Start der Sojus-Rakete.
bild Bill Ingalls, NASA

Whitson, die (genau wie der fiktive James T. Kirk aus Star Trek) in Iowa geboren wurde und auf einer Farm aufwuchs, hat an der Rice University in Houston ihren Doktor in Biochemie gemacht. Sie hat für die NASA in der medizinischen und biologischen Forschung gearbeitet und hatte Professuren an mehreren Universitäten in Texas inne. 1996 wurde Whitson dann eine Kandidatin für das Astronautenprogramm.

„Wir sind bereit für unseren Start morgen!“, twitterte Whitson, bevor sie sich für ihren historischen Flug ihren Raumanzug anzog. „Überall lächelnde Gesichter während unserer Crew-Pressekonferenz heute in Baikonur, Kasachstan.“

„Meine Mutter war Lehrerin und liebte den Weltraum & mein Vater war ein Ingenieur“, twitterte Whitson ebenfalls. „Ich habe am Ende einfach beides kombiniert.“

Vor dem Start twitterte sie noch, dass sie von dem dramatischen Foto des November-Supermonds, der über ihrer Rakete aufgeht, inspiriert sei. Die Aufnahme hatte der NASA-Fotograf Bill Ingalls gemacht.

Whitson nach der Landung von einer vorherigen Reise.
Whitson nach der Landung von einer vorherigen Reise.
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