Wissenschaft

Gesichts-Transplantation

Wir haben Katie Stubblefield auf ihrem unglaublichen Weg begleitet: einer Gesichtstransplantation. Freitag, 24. August 2018

Von National Geographic Magazin
Bilder Von Lynn Johnson
Katies Ärzte Brian Gastman (hinten) und Frank Papay (Mitte) wollten ursprünglich eine Teilübertragung durchführen und ihre Wangen, Augenbrauen und Stirn erhalten. Im Lauf der Operation erkennen sie, dass Katie mit einer Volltransplantation besser aussehen würde, weil das Spendergesicht größer und die Haut dunkler ist. Sie machen Fotos vom neuen Gesicht, um Katies Eltern das mögliche Ergebnis zu zeigen.

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die wir Ihnen in diesem Monat als Titelthema präsentieren. Eine, die manche Leser an ihre Grenzen bringen wird. Die Fotos, die Katie Stubblefield vor ihrer Operation zeigen, sind hart. Ich möchte daher vorschlagen, dass Sie diese Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC kleineren Kindern nur mit erwachsenem Beistand zugänglich machen. Warum wir das Drama dieser jungen Frau dennoch erzählen? Weil ihre Geschichte relevant ist. Weil sie von medizinischen Leistungen berichtet, die bis vor Kurzem völlig undenkbar waren. Und weil sie uns dieses wunderbare Organ nahebringt: das Gesicht, das zu Recht als Tor zur Persönlichkeit gilt. Und inzwischen auch nicht mehr nur als Schaubühne unserer Gedanken und Emotionen – sondern auch als deren Quelle, wie wir in einem zusätzlichen Beitrag zur Gesichtsforschung erzählen. Zwei Jahre lang haben Reporter von NATIONAL GEOGRAPHIC Katie begleitet. Die Patientin, ihre Familie und die Ärzte haben in unsere Genauigkeit und Empathie vertraut, sodass wir nun weltweit Millionen Leser mit auf jene Reise nehmen können, die Katie zur 40. Person mit einem gespendeten Gesicht gemacht hat.

Bei ihrer ersten Begegnung betrachtet Sandra Bennington Katies Gesicht, das einmal ihrer Enkelin gehört hat. „Du siehst schön aus“, sagt sie. Sie erkennt Nase und Mund ihrer Enkelin, auch wenn Katie ihr sonst wenig ähnelt – das Gesicht passt sich nach der Transplantation an. Vor dem Treffen war Katie so nervös, dass sie weinen musste. Doch danach sagt sie: „Es kam mir vor, als wäre Sandra meine Großmutter. Ich fühlte mich sehr geborgen.“
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