Da Vinci – Was wir noch immer von ihm lernen

Donnerstag, 22. August 2019

Von National Geographic-Magazin
Michael Grimaldi von der New Yorker Kunstakademie bewundert da Vinci seit seiner Kindheit. In Zusammenarbeit mit dem Drexel University College of Medicine in Philadelphia kamen Grimaldis Kunststudenten (in weißen Laborkitteln) mit Medizin- studenten (in farbiger OP-Kleidung) zusammen, um gemeinsam einen menschlichen Körper zu sezieren und zu zeichnen – für alle Beteiligten eine besondere Erfahrung.
Michael Grimaldi von der New Yorker Kunstakademie bewundert da Vinci seit seiner Kindheit. In Zusammenarbeit mit dem Drexel University College of Medicine in Philadelphia kamen Grimaldis Kunststudenten (in weißen Laborkitteln) mit Medizin- studenten (in farbiger OP-Kleidung) zusammen, um gemeinsam einen menschlichen Körper zu sezieren und zu zeichnen – für alle Beteiligten eine besondere Erfahrung.
bild Paolo Woods und Gabriele Galimberti

Was waren das für Zeiten, in denen ein Mensch noch Experte für alles sein konnte! Als alle Wissenschaften noch miteinander verbunden waren, als nicht jeder sein Heil in Spezialisierung suchen musste. Heute ist man nicht einfach Arzt, sondern Gastroenterologe oder Nephrologe. Nicht Physiker, sondern Plasma- oder Teilchenphysiker. In der Epoche Leonardo da Vincis aber, im 15. Jahrhundert, da war es sogar möglich, dass ein Mann Architekt, Künstler, Mathematiker, Mediziner, Naturforscher, Ingenieur und Philosoph sein konnte. Und dass er in allen diesen Disziplinen zu den Besten seiner Zeit gehörte. Freilich war das auch damals außergewöhnlich, war der Mann aus Vinci auch für seine Zeitgenossen ein unergründliches Genie. Wie genial er war, das zeigt sich bis heute – wenn Forscher an seinen Studien noch immer Neues finden: über den Vogelflug. Über die Funktion der Herzklappen. Oder über das Mesenterium, eine Struktur im Bauchraum, die der Mann aus der Renaissance besser beschrieben hat als Lehrbücher des 20. Jahrhunderts – unser Genie-Porträt.

Auch auf ein zweites Thema möchten wir Sie hinweisen: Man liest oft, dass es in der Arktis mit schmelzendem Eis zu einem neuen Kalten Krieg um Rohstoffe kommen könnte. Stimmt. Wahrscheinlicher ist es aber, dass die Gier bei allen Beteiligten zu einer unheilvollen Komplizenschaft der Ausbeuter führt. Geopolitik zulasten der Natur – unser großer Schwerpunkt „Arktis“.

Das Tal des Alatna River in Alaska dient Wildtieren als Korridor: Auf diesem Weg ziehen sie in der wärmer werdenden Arktis weiter nach Norden. Vor allem die Zahl der Biber nimmt zu. Die von ihnen angelegten Teiche verschärfen das Abtauen des Permafrostes.
Das Tal des Alatna River in Alaska dient Wildtieren als Korridor: Auf diesem Weg ziehen sie in der wärmer werdenden Arktis weiter nach Norden. Vor allem die Zahl der Biber nimmt zu. Die von ihnen angelegten Teiche verschärfen das Abtauen des Permafrostes.
bild Katie Orlinsky
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