Wissenschaft

Fantastische Mondfotos von der chinesischen Mondsonde Chang'e-3

Die Mondsonde Chang'e-3 hat eine neue Art von Mondgestein entdeckt und nahm während ihrer Suche tausende hochauflösender Fotos auf.

Von Michael Greshko
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Die Oberfläche des Mondes lässt sich nun auch durch die neugierigen Augen von Chang'e-3 betrachten, der ersten Mondsonde aus China.

Am 14. Dezember 2013 setzte die Mondsonde mit ihrem Rover Yutu im Gepäck auf dem nördlichen Mare Imbrium des Mondes auf. Damit ist China nach der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten das dritte Land, dem eine sanfte Landung auf der Mondoberfläche gelungen ist.

Die China National Space Administration hat 2015 tausende atemberaubende Fotos der Mission zur öffentlichen Nutzung freigegeben. In den westlichen Medien fanden die Aufnahmen bisher jedoch kaum Beachtung. Teilweise liegt das daran, dass China Fotos typischerweise erst 12 bis 18 Monate nach dem Eingang veröffentlicht und nur auf einer relativ schwer zu handhabenden Website in chinesischer Sprache.

Vor Kurzem hat jedoch Emily Lakdawalla von der Planetary Society mehr als eine Woche lang daran gearbeitet, den Fotoschatz zu heben – der insgesamt 35 Gigabyte Daten umfasst – und ihn in eine Form zu bringen, die sich leicht herunterladen und durchsuchen lässt.

„Die Voraussetzungen für die Nutzung der Daten aus China sind ausgesprochen gut“, sagt Lakdawalla. Die Bildformate entsprechen denen, die auch von der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) verwendet werden. „Es wäre wahrscheinlich noch viel einfacher, wenn ich die Schrift lesen könnte.“

Und die Fotos sind nicht einfach nur schön: Der Antrieb des Yutu-Rovers streikt zwar seit Januar 2014, aber die bis dahin gesendeten Daten haben das wissenschaftliche Verständnis der Geologie des Mondes vertieft und sogar zur Entdeckung einer neuen Art von Mondgestein geführt, die bei den Mondmissionen der USA und der Sowjetunion nicht gefunden wurde. Die Instrumente der Mondsonde – einschließlich des einzigen auf dem Mond stationierten Teleskops – sind heute, mehr als zwei Jahre nach der Landung, weiterhin in Betrieb.

„China möchte zum führenden Zirkel gehören und zeigen, dass es eine Großmacht im Weltraum ist“, meint Kevin Pollpeter, Analyst der Defense Group, Inc. und Kooperationspartner der University of California San Diego. „Sie steuern auch neues Wissen über den Mond bei.“

Die Fotosammlung ist zwar sehr groß, enthält aber dennoch nicht alle Aufnahmen von Chang'e-3. Lakdawalla ist noch dabei, weitere Fotos von Kameras zu finden, die technischen Zwecken dienen, zum Beispiel zur Identifizierung von Gefahren bei der Landung. Und wer dachte, dass sich Chang'e-3 dort oben bald einsam fühlen könnte, irrt sich: Für 2017 plant China, eine weitere Sonde zum Mond zu schicken, die Proben zur Erde bringen soll, wenn alles gut geht.

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Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 2. Februar 2016

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