Fotografie

Erschütternde Bilder zeigen, wo Flüchtlingskinder schlafen

Diese preisgekrönten Fotos zeigen, welche Auswirkungen die aktuelle Krise auf die jüngste Generation hat.

Von Melody Rowell
Während die Erwachsenen überlegen, wie sie Ungarn verlassen können, ohne sich an die Behörden zu wenden, schläft Ahmed (6) im Gras. Sein Vater wurde im Norden Syriens getötet. Ahmed trägt sein Gepäck selbst, wenn die Familie zu Fuß weiterläuft.

Das meiste, was wir von der Massenbewegung der Geflüchteten und Migranten aus dem Nahen Osten sehen, ist Chaos: Menschenmassen, die Ozeane in zu kleinen Booten überqueren, anschließend lautstark fordern, über Grenzen gelassen zu werden, und manchmal vor bewaffneten Wachposten oder Wasserwerfern fliehen. Mitten in diese Kakophonie wendete sich der Fotograf Magnus Wennman ruhigeren Momenten zu.

Die Fotos aus seiner Serie „Wo die Kinder schlafen“ zeigt das individuelle Leid der jüngsten Geflüchteten. Vor Kurzem belegte das Projekt den dritten Platz in der Kategorie People/Stories des World Press Photo Contest 2016.

UNICEF zufolge wachsen 2,4 Millionen syrische Kinder als Flüchtlinge auf. Das ist mehr als die Hälfte aller Menschen, die aus Syrien geflohen sind. Und noch viel mehr Migranten haben andere Länder im Nahen Osten verlassen, um Konflikten, Armut und Hunger zu entgehen.

Viele dieser Kinder tragen ihr eigenes Hab und Gut und laufen lange Strecken am Stück, andere verrichten niedere Arbeiten, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Oft sind sie krank und hungrig. Sie haben ihre Eltern, ihr Zuhause und die Chance auf eine Schulbildung verloren. Und wie Wennman uns zeigt, haben sie sogar ein Privileg verloren, das viele von uns für selbstverständlich halten: die friedliche Nachtruhe.

In einem Interview mit CNN bestätigte Wennman im letzten Herbst, dass die Politik der Flüchtlingskrise schwer zu verstehen sei. „Aber es ist absolut nicht schwer zu verstehen, dass Kinder einen sicheren Platz zum Schlafen brauchen“, fügte er hinzu.

Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 24. Februar 2016

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