Fotografie

Jonas Bendiksen

Beim Fotografieren zeigt Jonas Bendiksen vollen Körpereinsatz: Er klettert an Steilhängen hoch, watet durch anderthalb Meter hohen Pulverschnee und legt sich an den Rand eines Wasserfalls.

Von Petra Maier
Bilder Von Jonas Bendiksen
Jonas Bendiksen

Beim Fotografieren zeigt Jonas Bendiksen vollen Körpereinsatz: Er klettert an Steilhängen hoch, watet durch anderthalb Meter hohen Pulverschnee und legt sich an den Rand eines Wasserfalls. So entstanden viele seiner spektakulären Sport- und Schneeaufnahmen. Mit seinen Fotos thematisiert Bendiksen aber auch soziale Aspekte wie die Situation von Gastarbeitern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Gentrifizierung in Mumbai oder die Energieprobleme Islands. Auch klimatische Veränderungen wie verschwindende Gletscher im Hochland von Tibet oder ein aufkommender Sturm in Bangladesch spielen in seinen Bildern eine Rolle. Das Wichtigste für Bendiksen: mitten im Geschehen zu sein und so nah wie möglich an seine Umwelt heranzukommen.

Bendiksen, der 1977 in Norwegen geboren wurde, begann seine Karriere mit einem Praktikum bei der Fotoagentur Magnum Photos in London. Danach zog es ihn nach Russland, wo er sein Glück als freier Fotograf versuchte. Mit Erfolg: Seine Aufnahmen aus dieser Zeit veröffentlichte er 2006 in seinem ersten Buch "Satellites - Photographs from the Fringes of the former Soviet Union".

Kurz darauf startete Bendiksen sein nächstes großes Projekt: Drei Jahre lang streifte er durch die Slums Venezuelas, Kenias, Indonesiens und Indiens, um die Lebensgeschichten der Menschen dort zu dokumentieren und zu sammeln. Diese Eindrücke veröffentlichte Bendiksen 2008 in seinem zweiten Buch "The Places We Live". Auf der gleichnamigen Website www.theplaceswelive.com zeigt er pro Land das Schicksal von vier Personen und deren Familien. Mithilfe von Audioaufnahmen, 300-Grad-Bildern und kurzen Texten bekommen die Leser einen authentischen Eindruck der jeweiligen Situation.

Für seine Arbeiten erhielt Bendiksen zahlreiche Auszeichnungen: Darunter der "National Magazine Award" für eine Geschichte über den Kibera-Slum in der Literaturzeitschrift The Paris Review. Außerdem erreichte er den zweiten Platz in der Kategorie "Daily Life Stories" von der World Press Photo Foundation und gewann den ersten Preis im Wettbewerb Pictures of the Year International. Zu Bendiksens Auftraggebern gehören neben NATIONAL GEOGRAPHIC unter anderem die Paris Review, GEO und Newsweek. Heute lebt Bendiksen mit seiner Frau und seinem Sohn in der Nähe von Oslo.

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