Wer war Jesus?

Unsere Titelgeschichte im Dezember: Gottes Sohn oder der größte literarische Schwindel der Geschichte? Alles, was Archäologen über sein Leben wissen.

Von National Geographic Magazin
Veröffentlicht am 22. Nov. 2017, 12:01 MEZ
Ikone mit der Jungfrau Maria und dem Jesuskind
Ikone mit der Jungfrau Maria und dem Jesuskind
Foto von Simon Norfolk

Die Geschichte Jesu ist eine wunderbare: Da soll es diesen Mann gegeben haben, der auf unerklärliche Weise gezeugt und von einer Jungfrau geboren worden ist. Er hat Wunder getan: unheilbar Kranke geheilt oder hungrige Massen gesättigt. Er war voller Liebe und Zuversicht, sein Charisma trieb ihm die Menschen zu. Und er war friedlich, liebte seine Nächsten und tat niemandem etwas Böses. Ein Mensch, der all das Gute in sich vereinte, was uns Menschen im besten Sinn ausmachen kann. Und der dennoch – oder deswegen – einen qualvollen Tod starb.

Ein Mann wie er muss offensichtlich in Erinnerung geblieben sein. Zwölf Jünger hatte er um sich versammelt, sie erzählten seine Geschichte weiter und begründeten so den christlichen Glauben an die Kraft des Guten. Von Jesus persönlich gibt es kein direktes Zeugnis. Könnte es sein, dass erniemals existiert hat, sondern reine Erfindung ist? Nicht mehr als eine gute Geschichte, die auf bunten Kirchenfenstern wie ein Comic erzählt wird? Tatsächlich behaupten das einige Skeptiker. Nur: Wissenschaftler sind kaum darunter. Die meisten Fachleute halten die biblische Überlieferung für so plastisch und glaubwürdig, dass sie als Beleg für die Existenz eines sehr besonderen Menschen gilt, der im 1. Jahrhundert in Galiläa gelebt haben muss. 

Am Teich von Bethesda in Jerusalem heilte Jesus einen Lahmen, heißt es im Johannes- Evangelium. Archäologen lieferten den Beweis, dass es die Stätte mit den fünf Säulengängen wirklich gegeben hat: Sie fanden Überreste einer Teichanlage unter den Ruinen einer Kreuzfahrerkirche.
Foto von Simon Norfolk

Seit dem 19. Jahrhundert versuchen Archäologen bereits, Belege für die tatsächliche Existenz des christlichen Heilands zu finden. Man kann nicht behaupten, dass sie einen durchschlagenden Erfolg verbuchen können. Aber es gibt Mosaikstückchen, die sehr gut in das Bild passen, das die Bibel von Jesus malt. So kann man nun lange darüber streiten, ob der Glaube an Jesus durch all das untermauert wird oder widerlegt.

Der Glaube ist eine zutiefst individuelle Angelegenheit, aber er verbindet die Menschen, gerade jetzt zu Weihnachten. Und ob Jesus nun tatsächlich gelebt hat oder nicht: Das, wofür er steht, ist heute so wichtig wie schon lange nicht mehr.

Die Titelgeschichte „Wer war Jesus?“ steht in der Ausgabe 12/2017 des National Geographic Magazins. Jetzt ein Magazin-Abo abschließen!

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