Geschichte und Kultur

Die Millennial-Mönche der Mongolei beleben den Buddhismus wieder

Junge Mönche versuchen, ihre Lebensweise und Traditionen für die Gegenwart und Zukunft zu bewahren.Tuesday, June 12, 2018

Von Heather Brady

Die Generation Y übernimmt in der Mongolei nach und nach die Leitung von Klöstern, um diese zu retten.

Diese neue Generation von Mönchen wächst nach Jahrzehnten der religiösen Verfolgung durch die sowjetische Führung heran, welche die buddhistischen Mönche des Landes fast vollständig ausgerottet hatte. Als der Kommunismus in den 1930ern Einzug in der Mongolei hielt, wurden etwa 17.000 Mönche getötet. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte fiel die Zahl der Mönche des Landes von den ursprünglichen 100.000 im Jahr 1924 auf nur noch 110 bis zum Jahr 1990. Mehr als 1.250 Klöster und Tempel wurden zerstört.

Mit dem Ende des Kommunismus konnte sich der Buddhismus – jene Religion mit den meisten Anhängern in der Mongolei – wieder erholen. Dennoch muss die Religion nach Generationen der Unterdrückung beträchtliche Hindernisse überwinden.

Das große Kloster von Amarbayasgalant in der Provinz Selenge im Norden des Landes zählt mittlerweile wieder 40 Mönche, die dort beten und buddhistische Lehren studieren. Vor dem Beginn der Sowjet-Ära lebten dort 800 Mönche.

Von den ursprünglich 40 Gebäuden des Klosters stehen heute nur noch 28. Um die historische Stätte zu erhalten, begann die UNESCO in den späten 1980ern damit, Projekte zur Restaurierung zu finanzieren.

In der modernen Welt ist es mitunter schwer, junge Menschen zu finden, die ihr Leben im Kloster verbringen wollen. Aber die Mönche von Amarbayasgalant widmen sich treu dem Erhalt der Klöster für künftige Generationen. Sie verbreiten ihre Lehren und laden die Menschen ein, sich ihnen anzuschließen.

Lobsang Tayang, ein 29 Jahre alter Mönch des Klosters, befindet sich im vierten Jahr seiner Ausbildung und unterrichtet bereits zwei andere junge Mönche. Er ist ungewöhnlich unerfahren für einen Lehrer – für gewöhnlich begannen Mönche erst dann zu unterrichten, wenn sie die Religion selbst 20 Jahre lang studiert und praktiziert hatten.

„Ich hatte das Gefühl, dass ich noch nicht genug Wissen gesammelt hatte“, sagte er in einem Interview mit Reuters. „Ich dachte: Ist es rechtens, dass mich andere Lehrer nennen, wenn ich selbst noch lerne?“

Dennoch hofft Tayang, dass er die Lebensweise der Mönche in seiner und jeder kommenden Generation bewahren kann.

 

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