Geschichte und Kultur

Die ersten Europäer

Von wem stammen wir ab? Forscher haben erstaunliche neue AntwortenMittwoch, 24. Juli 2019

Von National Geographic-Magazin
Michael Grimaldi von der New Yorker Kunstakademie bewundert da Vinci seit seiner Kindheit. Seine Kunststudenten sezieren und zeichnen gemeinsam mit Medizinstudenten einen menschlichen Körper – für alle Beteiligten eine besondere Erfahrung.

Die Ursprünge des Menschen, seine frühe Geschichte und seine Wanderungen über die Kontinente, all das ist notorisch schwer zu erforschen. Das Problem: Es gibt viel zu wenige Fundstücke. Hier ein Zahn aus einer afrikanischen Höhle, dort ein paar Knochen aus Sibirien oder einige steinzeitliche Grabbeigaben aus dem heutigen Spanien – und solche winzigen und weit verstreuten Indizien müssen dann für weitreichende Theorien herhalten, die die Menschheitsgeschichte über Hunderttausende von Jahren plausibel erklären sollen.

Der Urmenschenforscher Friedemann Schrenk hat dieses Dilemma seiner Zunft einmal auf den Punkt gebracht: „Das ist etwa so schwierig, als wollte man die Geschichte Mitteleuropas schreiben und hätte als Grundlage nur eine halbe römische Münze, das Taschentuch einer wilhelminischen Dienstmagd und ein paar zerbrochene Teile eines Mikrofons.“

Das Tal des Alatna River in Alaska dient Wildtieren als Korridor: Auf diesem Weg ziehen sie in der wärmer werdenden Arktis weiter nach Norden. Vor allem die Zahl der Biber nimmt zu. Die von ihnen angelegten Teiche verschärfen das Abtauen des Permafrostes.

Doch in jüngerer Zeit haben die Forscher ein mächtiges neues Werkzeug erschlossen, das ihnen bei der Rekonstruktion der frühen Menschenwelten hilft: die Genanalyse. Heute ist es möglich, selbst aus winzigen und uralten Knochenproben lesbare Erbsubstanz zu extrahieren. Und dabei treten enorme Überraschungen zutage. Die Gene zeigen, dass unser Kontinent seit der letzten Eiszeit ein Schmelztiegel ist. Wir stammen von Migranten ab: aus Afrika, dem Nahen Osten und aus Russlands Steppe.

Die Titelgeschichte über die ersten Europäer lesen Sie in Heft 8/2019 des National Geographic-Magazins!

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