Geschichte und Kultur

Die ersten Europäer

Von wem stammen wir ab? Forscher haben erstaunliche neue AntwortenMittwoch, 24. Juli 2019

Von National Geographic-Magazin
Wenn die frisch geschlüpften Lederschildkröten in Trinidad Richtung Meer kriechen, treffen sie auf Müll. Naturschützer organisieren regelmäßig die Reinigung des Strandes und haben so dazu beigetragen, dass sich der dortige Bestand erholt hat.

Die Ursprünge des Menschen, seine frühe Geschichte und seine Wanderungen über die Kontinente, all das ist notorisch schwer zu erforschen. Das Problem: Es gibt viel zu wenige Fundstücke. Hier ein Zahn aus einer afrikanischen Höhle, dort ein paar Knochen aus Sibirien oder einige steinzeitliche Grabbeigaben aus dem heutigen Spanien – und solche winzigen und weit verstreuten Indizien müssen dann für weitreichende Theorien herhalten, die die Menschheitsgeschichte über Hunderttausende von Jahren plausibel erklären sollen.

Der Urmenschenforscher Friedemann Schrenk hat dieses Dilemma seiner Zunft einmal auf den Punkt gebracht: „Das ist etwa so schwierig, als wollte man die Geschichte Mitteleuropas schreiben und hätte als Grundlage nur eine halbe römische Münze, das Taschentuch einer wilhelminischen Dienstmagd und ein paar zerbrochene Teile eines Mikrofons.“

Der Sammlungsleiter einer gigantischen biologischen Sammlung in Louisiana, Justin Mann, mit einem Atlantischen Stör (Acipenser oxyrinchus). Staudämme versperren dem Fisch heute den Weg zu Laichgründen und gefährden so die Art.

Doch in jüngerer Zeit haben die Forscher ein mächtiges neues Werkzeug erschlossen, das ihnen bei der Rekonstruktion der frühen Menschenwelten hilft: die Genanalyse. Heute ist es möglich, selbst aus winzigen und uralten Knochenproben lesbare Erbsubstanz zu extrahieren. Und dabei treten enorme Überraschungen zutage. Die Gene zeigen, dass unser Kontinent seit der letzten Eiszeit ein Schmelztiegel ist. Wir stammen von Migranten ab: aus Afrika, dem Nahen Osten und aus Russlands Steppe.

Die Titelgeschichte über die ersten Europäer lesen Sie in Heft 8/2019 des National Geographic-Magazins!

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