Chronik in Bildern: Der 30-jährige Kampf der Ukraine um Unabhängigkeit

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 verteidigt die Ukraine ihre Unabhängigkeit gegen Russland. Eine Chronik der wichtigsten Momente.

Von Eve Conant
Veröffentlicht am 1. März 2022, 09:06 MEZ
Ein ukrainischer Soldat hält am 23. Februar 2022 – am Tag vor dem Beginn der russischen ...

Ein ukrainischer Soldat hält am 23. Februar 2022 – am Tag vor dem Beginn der russischen Invasion – Wache an der Frontlinie im Osten des Landes. Die nächstgelegene Stadt heißt Schtschastja, was sowohl auf Ukrainisch als auch auf Russisch „Glück“ bedeutet. Die von pro-russischen Separatisten kontrollierte ostukrainischen Stadt Luhansk ist nicht weit.

Foto von Photo by Anatolii Stepanov/AFP via Getty Images)

In den frühen Morgenstunden des 24. Februars 2022 beginnt die russische Invasion der Ukraine. Fast 45 Millionen Menschen leben in dem Land, das aus dem Norden von Belarus, aus dem Osten von Russland im aus dem Süden von russischen Streitkräften auf der annektierten Halbinsel Krim angegriffen wird. Die Ukraine hat eine strategisch wichtige Lage zwischen Russland und benachbarten osteuropäischen Ländern, die einst der Sowjetunion angehörten, inzwischen aber der NATO beigetreten sind. Russland sieht das westliche Verteidigungsbündnis als ernsthafte Bedrohung an.

Westdeutschland trat 1955 der NATO bei. Ost- und Westdeutschland wurden 1990 wiedervereinigt.

Foto von Grafik: Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM-Mitarbeiter. Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

Nach russischen Interventionen in Ländern der ehemaligen Sowjetunion, zu denen auch ukrainische Grenzgebiete zählen, herrscht in diesen Regionen ein sogenannter eingefrorener Konflikt. Russland und die Ukraine sind historisch und kulturell eng miteinander verbunden, doch russischen Machtbestrebungen haben in den vergangenen Jahren für die Ukraine empfindliche Verluste von Land und Menschenleben herbeigeführt. Im Jahr 2014 besetzte Russland die Krim im Süden der Ukraine und kurz darauf große Teile der Ostukraine. Im Jahr 2022 schließlich steht das gesamte Land unter Beschuss.

1991

Die Ukraine erklärt im Anschluss an den Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 ihre Unabhängigkeit.

Tausende Menschen halten bei einer Kundgebung in Kiew am 28. August 1991 drei Finger in die Höhe. Das Handzeichen imitiert den goldenen Dreizack auf dem Wappen der Ukraine.

Foto von Anatoly Sapronenkov, AFP/ Getty Images

Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM-Mitarbeiter.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

1994

NATO, EU und Ukraine schließen ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen ab. Im Budapester Memorandum verpflichten sich Russland, die USA und Großbritannien dazu, die Souveränität und die Grenzen der Ukraine zu achten. Als Gegenleistung erklärt die Ukraine den Verzicht auf Nuklearwaffen.

Frauen sind am 27. März 1994 in der Hafenstadt Jalta auf der Krim ins Wahllokal gekommen, um ihre Stimme für die Parlamentswahl abzugeben.

Foto von Hector Mata, AFP/ Getty Images

2003-04

Nach Wahlen, die von einheimischen und internationalen Beobachtern als weitgehend gefälscht eingeordnet werden, kommt es in Georgien im Jahr 2003 zur Rosenrevolution. Im Jahr 2004 beginnt die Orange Revolution in der Ukraine, die sich gegen Korruption und den Einfluss Russlands in dem Land wehrt.

Menschen versammeln sich in Kiew, nachdem Wiktor Juschtschenko die Präsidentschaftswahl am 28. Dezember 2004 gegen seinen moskaufreundlichen Konkurrenten gewonnen hat.

Foto von James Hill, Redux

Grafik: Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

2008

Die Ukraine und Georgien bemühen sich um die Mitgliedschaft im NATO-Bündnis. Im Sommer des Jahres 2008 beginnt Russland mit der Unterstützung der Separatisten in den abtrünnigen Gebieten Abchasien und Südossetien. Die Ukraine nimmt Gespräche mit der Europäischen Union auf.

Grafik: Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM Staff.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

Russische Streitkräfte gehen im Jahr 2008 außerhalb der georgischen Hauptstadt Tiflis in Stellung, während Zivilisten versuchen, den Kämpfen zu entkommen.

Foto von Jan Grarup, Laif/Redux

2014

Auf dem Maidan in Kiew kommt es zu Protesten, nachdem die ukrainische Regierung sich aus den Gesprächen mit der EU zurückgezogen hat. Mehr als 100 Demonstranten verlieren ihr Leben, der von Moskau gestützte ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch flieht nach Russland.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew kommt es am 21. November 2013 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Auslöser für die Proteste war die Entscheidung der pro-russischen Regierung, die Gespräche über eine Anbindung an die Europäischen Union auszusetzen.

Foto von David Rose, Panos Pictures/Redux

 

März 2014

Russland besetzt die Halbinsel Krim im Süden der Ukraine.

Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM-Mitarbeiter.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

Russische Soldaten blockieren am 4. März 2014 eine Straße in der Nähe eines Militärflughafens auf der von Russland annektierten Krim.

Foto von Bulent Doruk, Anadolu Agency/Getty Images

April 2014

Pro-russische Separatisten bringen große Teile der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk unter ihre Kontrolle. Das Minsker Abkommen kann im Jahr 2015 für ein leichtes Abklingen der Gewalt sorgen, trotzdem fallen bis Ende des Jahres 2021 13.000 Menschen den Gefechten zum Opfer.

Grafik: Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM-Mitarbeiter.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

Kämpfer der pro-russischen Separatisten stehen am 25. Mai 2014 in der ostukrainischen Stadt Donezk Wache.

Foto von Stanley Greene, Noor/Redux

2019-20

Das ukrainische Parlament beschließt mit großer Mehrheit die Verankerung der „strategischen Orientierung der Ukraine zum vollständigen Beitritt zur EU und der NATO“ in der Verfassung. Die Ukraine nimmt als NATO-Partner mit vertieften Mitwirkungsmöglichkeiten an Einsätzen und Übungen teil.

Ukrainische Soldaten bei einer Militärübung in der Nähe der Stadt Lwiw im Westen der Ukraine. Die Übung ist Teil des Rapid Trident 2020-Programms der NATO.

Foto von Stringer, Sputnik/ AP

2021-22

Russland verstärkt seine Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine massiv. Der russische Präsident Wladimir Putin entsendet Truppen in die Separatisten-Gebiete Donezk und Luhansk, nachdem er die Unabhängigkeit der Regionen anerkannt hat. Am 24. Februar 2022 greifen russische Streitkräfte die Ukraine an Land, aus der Luft und vom Wasser aus an.

Grafik: Matthew W. Chwastyk und Christine Fellenz, NGM-Mitarbeiter.

Foto von Quelle: Nordatlantikpakt-Organisation

Aktuell

Auch in anderen Teilen der ehemaligen Sowjetunion – unter anderem Georgien und der an die Ukraine grenzende östliche Teil von Moldau – gibt es von Russland unterstützte Konfliktgebiete.

Zwei Männer tragen im Jahr 2014 bei einer pro-russischen Kundgebung auf dem Leninplatz in Donezk Matrosenhüte der ehemaligen sowjetischen Marine. Donezk ist die größte Stadt im Donbass, dem Herz der ukrainischen Kohle- und Stahlindustrie.

Foto von Jeroen Oerlemans, Panos Pictures/Redux
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