Geschichte und Kultur

Über die Hälfte der Einwohner dieses Landes glaubt an Elfen

Wirklich.

Von Rich Warren
Elfen scheinen gut zu der fremdartigen Landschaft Islands zu passen.

Elfen sind klein – höchstens um die 90 Zentimeter groß. Obwohl sie große Ohren haben und altmodische Kleidung tragen, bedecken sie ihre Köpfe nicht mit spitzen Hüten.

Diese und andere Fakten kann man beim „Elfenspaziergang“ im isländischen Hafnarfjörður lernen. Die Hafenstadt in der Nähe von Reykjavík soll die Elfenhauptstadt des Landes sein.

Ja, Elfen. 54 Prozent der Isländer glauben entweder an Elfen oder sagen, dass ihre Existenz möglich sei. (Lesenswert: Die Sagen und Mythen hinter den Naturwundern Islands)

Ganze Straßenbauprojekte wurden schon umgeleitet, um die Elfen oder álfar, die in großen Felsen wohnen, nicht zu stören. Ein ehemaliges Mitglied des Parlaments schwört, dass eine Elfenfamilie sein Leben gerettet hat, als er einen Autounfall hatte.

Bei einem Winterspaziergang durch Hafnarfjörður kann man die 13 Jólasveinar oder Weihnachtsgesellen entdecken, die so klangvolle Namen wie Hurðaskellir (dt. Türzuschläger) und Kertasníkir (dt. Kerzenschnorrer) haben. Die einheimischen Kinder stellen oft ihre Schuhe vor die Tür, damit die Weihnachtsgesellen sie mit Süßigkeiten füllen.

Die Feiertage eignen sich ganz besonders, um ein paar Elfen zu erblicken: An Weihnachten und Neujahr sollen sie angeblich unterwegs sein, um neue Behausungen zu finden.

Die Spaziergänge führen oft am Hamarinn vorbei. An dieser Klippe sollen der Elfenkönig und die Elfenkönigin Hof halten. Den erkalteten Lavastrom Hellisgerði sollen die kleinen Wesen angeblich besonders heimelig finden.

Wollt ihr noch mehr über Elfen lernen? In der Elfenschule von Reykjavík gibt es einen drei- bis vierstündigen Kurs, komplett mit Lehrbüchern, Tee und Keksen. Am Ende erhält man sogar sein Elfendiplom.

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