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Perfekte Wochenenden

Bewegung in der Natur, Tiere hautnah und aufregende Citytrips: die besten Ideen für einen Kurzurlaub.

Veröffentlicht am 15. Okt. 2021, 14:07 MESZ
Raftingboote mit Teilnehmern auf einem reißenden Fluss, im Hintergrund ein Wasserfall

Ursprüngliches Naturparadies: Der Nationalpark Una ist noch ein echter Geheimtipp.

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Kleine Auszeit vom Alltag gefällig? Wir haben spannende Ziele für einen Wochenendtrip in Deutschland und Europa zusammengestellt. Egal, ob Sie lieber im Baumhaus schlafen, Bären und Murmeltiere in freier Wildbahn beobachten oder sich beim Rafting und Skitourengehen auspowern: Das Abenteuer wartet schon auf Sie. Hier entlang für eine Auswahl der schönsten Destinationen (alle 33 Traumziele sind in der Winter 2021-Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELER, ab 15. Oktober 2021 im Handel, zu finden!).

1. Rafting in Bosnien und Herzegowina: Die Kraft des Flusses spüren

Wilde Flüsse sind selten geworden in Europa. Flüsse, die frei fließen, ohne Staustufen und Begradigungen. Die Una im gleichnamigen Nationalpark in Bosnien und Herzegowina ist ein solcher Fluss. Teils von imposanten Felsen flankiert und über unzählige große und kleinere Stufen hinabstürzend, suchen sich die Wassermassen ihren Weg. Wegen der Wasserfälle und Stromschnellen ist die Una bei Wassersportlern beliebt, die hier abenteuerliche Kajak- und Raftingtouren unternehmen. Verschiedene Anbieter führen Touren durch, die sie je nach Können und Vorlieben der Teilnehmenden gestalten. Längst nicht alle Wasserfälle eignen sich für Laien, da heißt es dann schon mal aussteigen und ein paar Meter zu Fuß gehen.

Beliebt ist der an der Grenze zu Kroatien gelegene Nationalpark auch bei Wanderern. Kilometerlange verschlungene Pfade führen durch die artenreiche Landschaft. Im größten der drei Nationalparks in Bosnien und Herzegowina ist außerdem Radfahren, Zelten und an manchen Stellen sogar Fischen erlaubt. Und wer wasserscheu ist, aber trotzdem auf der Suche nach Adrenalin, wagt sich an die Kletterrouten im steilen Kalkstein. Genug zu erleben für ein langes wildes Wochenende gibt es auf jeden Fall. nationalpark-una.ba/en/

Der charakteristisch gebogene Schnabel mit Lamellen hilft den Flamingos, das Wasser zu seihen.

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2. An der holländischen Grenze: Flamingos besuchen

Lange Beine, geschwungener Hals, lachsfarbene Federn. Ja, das sind tatsächlich Flamingos, die da im Wasser im Zwillbrocker Venn waten. Die ersten Exemplare kamen in den Achtzigern in das Naturschutzgebiet. Woher, ist unklar. „Wahrscheinlich sind die ersten Flamingos aus privatem Besitz oder aus damals üblichen kommunalen Stadtparks ausgebüchst. 1983 gab es die ersten Bruterfolge“, erzählt Elke Happe von der Biologischen Station Zwillbrock e.V. „Die Kolonie ist in Mitteleuropa wirklich einmalig. Zumal sich dort verschiedene Flamingoarten zusammengefunden und gepaart haben.“

Jedes Frühjahr kommen die eleganten Vögel zum Brüten aus den Niederlanden in das Moorgebiet an der Grenze. Ab Mitte Mai schlüpfen die ersten Küken. Bis sie fliegen können, halten sie sich auf der Insel im Lachmöwensee und in den seichteren Uferbereichen auf. „2021 hatten wir einen Rekord von 16 Jungen. Ein toller Erfolg nach zwei trockenen Sommern ganz ohne Nachwuchs“, sagt Happe. Von der Aussichtskanzel an der Remise am Rundwanderweg durch das Zwillbrocker Venn lassen sich besonders zur Brutzeit einige der 60 bis 80 Flamingos gut beobachten, wie sie Plankton und Krebstierchen aus dem Wasser filtern. bszwillbrock.de

Alte Asche: Der für Kappadokien so charakteristische Tuffstein ist vulkanischen Ursprungs.

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3. Felstürme in Kappadokien: Über allem schweben

Der Zahn der Zeit hat in Kappadokien eine einzigartige Landschaft geformt: die sogenannten Feenkamine, durch Erosion entstandene Felstürmchen. Der charakteristische Tuffstein wurde aber auch von den Menschen bearbeitet. In mühsamer Handarbeit schlugen sie – wohl bereits seit der Bronzezeit – Höhlen in den vergleichsweise weichen Stein, um diese als Wohnungen und später auch als versteckte Kirchen zu nutzen. Besonders eindrücklich ist die Höhlenarchitektur im Ort Göreme, der seit 1985 Unesco-Weltkultur-und Naturerbestätte ist.

Bekannt ist Kappadokien aber nicht nur für seine skurrilen Felsformationen, sondern vor allem auch für die Bilder von unzähligen über der Märchenlandschaft schwebenden Heißluftballons. Und tatsächlich zählt ein Flug zum Sonnenaufgang zu den eindrücklichsten Erlebnissen einer Reise nach Zentralanatolien. Im Idealfall verbringt man mehrere Tage in der Gegend, um das Spektakel sowohl von oben als auch von unten mitzuerleben. Nach dem Höhenflug lohnt sich noch ein Trip in die Tiefe, in eine der unterirdischen Höhlenstädte, zum Beispiel Kaymaklı oder Derinkuyu. Spektakulär ist außerdem eine Übernachtung in einem der Höhlenhotels.

Eine Fahrt mit dem Bernina Express zählt zu den schönsten Zugreisen der Welt.

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4. Im Zug die Alpen überqueren

Bahnfahren ist großartig: Man reist nachhaltig, kann sich entspannt zurücklehnen und endlich mal wieder in Ruhe ein Buch lesen. Letzteres können Sie für die Fahrt im Bernina Express gleich mal wieder vergessen – die Aussicht lässt dafür keine Zeit. In vier Stunden überquert die Schmalspurbahn die Alpen auf einer ganz besonderen Fahrt vom schweizerischen Chur bis nach Tirano in der Lombardei. Der Zug folgt zunächst dem Rhein, bevor er in das Domleschg-Tal mit seinen historischen Schlössern einfährt. Dann nimmt er Kurs in Richtung Süden und überquert den Fluss Landwasser auf dem gleichnamigen, 65 Meter hohen Viadukt, das als Wahrzeichen der Rhätischen Bahn gilt.

Danach geht’s ebenso spektakulär weiter: Eine Reihe von ausgeklügelten Tunneln, die wie Korkenzieher geformt sind, führt die Bahn weit hinauf in die Alpen. Den höchsten Punkt passiert man auf 2253 Metern am Bahnhof Ospizio Bernina – wo man im Hotel Bernina auch übernachten kann. Die vielleicht schönste Aussicht von allen bietet sich allerdings noch ein Stück weiter bergabwärts: auf der Alp Grüm, die nur entweder zu Fuß oder eben mit dem Zug erreichbar ist und von wo aus man den gefrorenen Gipfel des Piz Palü in der Berninagruppe und die Bergamasker Alpen überblickt. Die letzte Station vor der italienischen Grenze ist das hübsche Dorf Poschiavo. Ganze 55 Tunnels und 196 Brücken hat der Bernina Express bis zur Ankunft in Tirano bereits hinter sich gebracht – und dank der Panoramafenster verpassen die Passagiere nichts davon. An Bord sollte man sich übrigens unbedingt ein Röteli, einen Schweizer Kirschlikör mit Alpenkräutern, gönnen. Er ist eine echte Churer Spezialität, das Markenzeichen des Bernina Express – und wird hier liebevoll Pfiff genannt, nach der Zugpfeife. rhb.ch/de/panoramazuege, bernina-hospiz.ch

Die Altstadt von Coimbra, Portugals früherer Hauptstadt

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5. Coimbra: Portugals frühere Hauptstadt kennenlernen

Lissabon? Porto? Kennt jeder. Coimbra dagegen, von 1139 bis 1256 Hauptstadt Portugals, ist so etwas wie die unentdeckte Perle des Landes. Bei einem Stadtrundgang zeigt sich die bewegte Geschichte an jeder Ecke. Los geht es bei der alten Kathedrale Sé Velha mit ihrer imposanten Granitfassade, von dort aus steigt man bergauf zur Universität. Sie wurde 1290 gegründet und gehört damit zu den ältesten Europas. Besonders sehenswert: die Biblioteca Joanina mit 60000 Bänden, die sich über drei Etagen erstreckt. Danach führt der Weg in den Botanischen Garten am Fluss Mondego. Ein Abstecher lohnt sich in das große Gewächshaus aus dem 18. Jahrhundert – hier wachsen fleischfressende Pflanzen, Orchideen und andere tropische Arten. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich das Kloster Santa Clara a Velha aus dem 14. Jahrhundert, wo bei einer Restaurierung bemerkenswert intaktes Mauerwerk und Originalfliesen zum Vorschein kamen. Und wer eine Pause braucht, auf den warten am Mondego jede Menge Terrassencafés. visitportugal.com

Die Oktober / November / Dezember 2021-Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC Traveler ist seit 15. Oktober 2021 am Kiosk erhältlich.

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Dieser Artikel erschien in voller Länge in der Oktober/November/Dezember 2021-Ausgabe des deutschen NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELER. Keine Ausgabe mehr verpassen und jetzt ein Abo abschließen! 

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