Bärenbrüder: Braunbär und Eisbär

In unserer Galerie versammeln sie sich alle: Braunbären, Eisbären, Kodiakbären, GrizzlybärenMittwoch, 26. Juni 2019

Von National Geographic

Bären sind für ihr imposantes Erscheinungsbild bekannt, das ihnen einen Platz in zahlreichen Mythen und Legenden der Welt gesichert hat.

Braunbären, zu denen unter anderem der Europäische Braunbär, der Grizzlybär und der Kodiakbär gehören, streifen durch die Wälder Nordamerikas, Europas und Asiens. Eisbären hingegen trifft man vornehmlich auf dem arktischen Schelfeis an, teils hunderte Kilometer vom Festland entfernt. In Deutschland gelten Bären jeglicher Art als ausgerottet. Bärensichtungen sorgen hierzulande für hohes mediales Interesse und sind als klare Sonderfälle zu betrachten. Nach dem berühmten „Problembären Bruno" im Jahr 2006 folgte erst im Juni 2019 die nächste Sichtung an der Grenze Bayerns. 

Ob es sich bei Braun- und Eisbären tatsächlich um verschiedene Arten handelt, ist derzeit noch umstritten. Zumindest ein Merkmal, das traditionell eine Artgrenze markiert, weisen sie nicht auf: Braun- und Eisbären sind miteinander kreuzbar und produzieren sogar fertile Nachkommen.

Aufgrund ihres unterschiedlichen Lebensraumes haben diese „Bärenbrüder“ allerdings auch unterschiedliche Verhaltensweisen und Überlebensstrategien entwickelt.

Während Braunbären die kargen Wintermonate beim Winterschlaf in ihren Höhlen verbringen, bleiben Eisbären während dieser Zeit aktiv und können sogar mehrere Monate ohne Nahrung überleben. Lediglich trächtige Weibchen halten eine Art Winterruhe.

Bertie Gregory: Hungriger Bär
Bertie Gregory: Hungriger Bär

Braunbären sind opportunistische Allesfresser und bedienen sich von Wurzeln und Beeren über Fisch bis zu Aas an allem, was die Natur hergibt. Das Nahrungsangebot für Eisbären ist hingegen zumeist auf Fleisch beschränkt. In Ermangelung anderer Beute fressen sie während der Sommermonate, in denen sie auf die Rückkehr des Packeises warten, mitunter Seetang und Seegras – oder jüngere, schwächere Artgenossen.

Braunbären werden von der Weltnaturschutzunion derzeit als „nicht gefährdet“ eingestuft. Die Lage für den Eisbären sieht hingegen nicht zuletzt durch den Klimawandel etwas schwieriger aus. Er wird als „gefährdet“ eingestuft – und Hoffnung auf Besserung gibt es derzeit kaum.

Bären

Ein geretteter Bär beginnt ein neues Leben
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Ein geretteter Bär beginnt ein neues Leben

Die Bärin Balu hat in Armenien ihre Reise in ein besseres Leben angetreten, weg von der Gefangenschaft, wo sie den größten Teil ihrer zweieinhalb Jahre in einem Käfig vor einem Privathaus verbracht hat. Aktivisten schätzen, dass in ganz Armenien etwa 80 Bären vernachlässigt in Gefangenschaft leben. Die Great Bear Rescue, eine Kampagne der gemeinnützigen Organisation International Animal Rescue und die armenische Gruppe Foundation for the Preservation of Wildlife and Cultural Assets arbeiten daran, die gefangenen Bären in Armenien zu befreien. Balu ist der neunte Bär, der bereits befreit werden konnte. Sie bleibt in Quarantäne bis die Tierärzte sich ein Bild von ihrem Gesundheitszustand gemacht haben. Dann wird sie in einer Schutzeinrichtung in den Bergen leben. Quelle: International Animal Rescue and The Foundation for the Preservation of Wildlife and Cultural Assets
Eisbär verhungert in eisfreier Landschaft
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Eisbär verhungert in eisfreier Landschaft

Das ist das Gesicht des Klimawandels. Dieser verhungernde Eisbär wurde vom National Geographic-Fotografen Paul Nicklen während einer Expedition auf der Baffininsel entdeckt. Durch die steigenden Temperaturen und das schmelzende Meereis verlieren die Eisbären den Zugang zu ihrer Hauptnahrungsquelle: Robben. Verhungernd und kraftlos sind sie oft gezwungen, auf der Suche nach irgendeiner Nahrung in menschliche Siedlungen zu wandern. Eisbären zu füttern ist illegal. Ohne irgendeine Nahrungsquelle hatte dieser Eisbär vermutlich nur noch ein paar Stunden zu leben.
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