Sechs Fakten über Pangoline

Pangoline sind einzigartige Tiere. Und leider sehr begehrt. Für die traditionelle asiatische Medizin sterben jährlich Tausende.Mittwoch, 26. Juni 2019

Woher kommt der Name?

Sein Name stammt vom malaiischen „pengguling“, was soviel bedeutet wie „etwas, das sich zusammenrollt“ – immer, wenn Gefahr droht.  Der Pangolin war ein Zeitgenosse des Dinosauriers, ist eines der ältesten Säugetiere und das einzige mit Schuppen. Sie reichen vom Kopf bis zum Schwanzende und lassen ihn ein wie einen Tannenzapfen aussehen.  Daher wird er auch Tannenzapfentier genannt. Der Pangolin ähnelt dem Gürteltier, ist aber nicht mit ihm verwandt.

Wo lebt er?

Beheimatet sind die Schuppentiere in Asien und Afrika, vor allem in Savannen, Wald- und Buschlandschaften.  Manche Arten leben auf Bäumen und nutzen Baumhöhlen als Rückzugsort, andere leben am Boden und ziehen sich in Erdlöcher zurück. In freier Wildbahn können die Pangoline etwa 13 Jahre alt werden.

Wie lebt er?  

Pangoline sind nachtaktive Einzelgänger, die beiden Geschlechter verbringen lediglich zur Paarung Zeit miteinander. Die Geschlechtsreife wird mit zwei Jahren erreicht, das Weibchen bekommt ein Junges pro Jahr. Typisch für die bodenbewohnenden Schuppentiere ist, dass sie ihr Junges nach der Geburt noch etwa 3 Monate auf dem Schwanzende mit sich herumtragen. 

Wovon lebt er?

Er frisst nur bestimmte Ameisen- und Termitenarten. Bei der Nahrungssuche setzt er zunächst seine Riesenkrallen ein: Mit ihnen räumt er große Steine zur Seite und gräbt auch in hartem Boden – und bricht so die Bauten seiner Nahrung auf. Dann steckt er den Kopf in ein Eingangsloch des Baus. Seine klebrige Zunge ist schmal und fast so lang wie das Tier selbst. Bis in die letzten Winkel des Ameisenbaus oder Termitenhügels dringt sie vor, um jeden Tag tausende der Leckerbissen zu angeln. Wenn Ameisen angreifen, sind Pangoline gut geschützt: Ihre Ohren und Nase haben spezielle Ventile, die bei Gefahr luftdicht schließen.

Warum ist der Pangolin gefährdet?

Das liegt vor allem an seinen Schuppen. Zu Pulvern vermahlen dienen sie in der traditionellen chinesischen Medizin als Allheilmittel: für die Milchbildung bei Müttern, die Linderung der Beschwerden bei Rheuma- und Arthritis oder als Potenzmittel. Dabei bestehen sie, wie unsere Nägel, zu 100 Prozent aus Keratin. Dass sich die Schuppentiere zu ihrem Schutz zur Kugel zusammenrollen, wird ihnen zum Verhängnis. Menschen brauchen sie nur aufzusammeln. Deshalb ist der Pangolin eines der am häufigsten gewilderten und illegal gehandelten Säugetiere. Jährlich werden laut WWF geschmuggelte Teile von rund 20.000 Tieren entdeckt. In den letzten 20 Jahren ging die Zahl der Pangoline weltweit um etwa 90 Prozent zurück. Alle acht Arten – vier in Afrika und vier in Asien – stehen inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN).

Was wird gegen sein Aussterben getan?

Nur ein Zoo in Europa hält die vom Aussterben bedrohten Tannenzapfentiere und will sie auch züchten. "Wir sehen uns als Botschafter der Schuppentiere in den europäischen Zoos", bekräftigt Seniorkurator Gerd Nötzold vom Zoo Leipzig. Bislang hat es bei Tou Feng und der Dame Quesan, die dort seit 2007 beziehungsweise 2009 leben, allerdings noch nicht mit Nachwuchs geklappt.

Lesen Sie auch unsere Reportage über Pangoline in Heft 6/2019 des National Geographic-Magazins.

 

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