Tiere

Faultiersex: Wir haben Zeit, Liebes ...

Eine kurze Abhandlung über Lust und Liebe im Tierreich.

Von National Gegraphic
Faultiersex: Wir haben Zeit, Liebes ...

Ein Paparazzo-Video brachte es an den Tag: Während einige Verhaltensforscher vermuteten, Sex unter Faultieren sei Sekundensache, gibt es nun einen Film, der das Gegenteil beweist: Er lässt sich Zeit. Aber sie ihm auch.

Faultiere schlafen 20 Stunden am Tag, zum Fressen legen sie kaum ein paar Meter zurück, einmal die Woche kommen sie vom Baum, um sich zu entleeren. Ihr ganzer Organismus ist zum Abhängen gemacht. Aber natürlich paaren sie sich auch. Als sich kürzlich in einem Tropenhaus in Baltimore vier Babys im Fell der Mutter zeigten, war die Überraschung der Pfleger groß: Weder Paarung noch Geburt hatte jemand beobachtet. „Das ist wohl eine Sache, bei der sie fix sind“, vermutete Chefbetreuer Ken Howell.

„Einerseits ja, andererseits nein“, sagt Mark Rosenthal, der für ein Artenschutzprogramm in Michigan arbeitet. Er hatte das sehr seltene Glück, den Faultiersex filmen zu können. Und sprach dazu einen Kommentar, der in seiner Erzählweise dem Vorgang angepasst ist: „Jetzt ... versucht er’s. ... Sie ... hält still. ... Er ... versucht’s noch mal. ... Liebe ... Zuschauer, ... habt Geduld. ... Es sind ... Faultiere.“

Den abschließenden Akt zensierte Rosenthal übrigens – es könnten ja Kinder den Film sehen. Doch er kommentierte ihn: „Im Höhepunkt hängen beide kopfüber. Und der dauert tatsächlich nicht lange.“

HABITAT
Mittel- und Südamerika

STATUS
Bedroht sind zwei der sechs bekannten Arten.

AUCH INTERESSANT
Es gibt zwei Arten von Zweifinger-Faultieren und vier Arten von Dreifinger-Faultieren.

(NG, Heft 2 / 2015, Seite(n) 33)

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