Paarungsverhalten: Sexmüde Pandabären

Nur einmal Sex pro Jahr - kein Wunder, dass Pandabären gefährdet sind. Eine kurze Abhandlung über Lust und Liebe im Tierreich.

Von National Geographic
bilder von Joël Sartore
Foto von Joël Sartore

Spontan-Sex? Ausgeschlossen. Beischlaf mehrmals die Woche? Gar nicht dran zu denken. Pandabären auf Freiersfüßen sind wirklich nicht zu beneiden, denn die Natur stellt sie auf eine harte Probe. Nur einmal im Jahr – vielleicht sind es drei Tage, vielleicht auch nur 24 Stunden – können die Weibchen befruchtet werden. Steht der Verehrer dann nicht Gewehr bei Fuß, ist die Chance, Panda-Nachwuchs zu zeugen, für ein ganzes Jahr dahin.

Sex nach Einjahresplan – wie halten Panda-Männer das bloß aus? Die klugen Bären bauen vor. In freudiger Erwartung des winzigen Fruchtbarkeitsfensters im Frühjahr beginnen sie bereits im Herbst mit ihrem „Vorspiel“: Sie produzieren mehr Geschlechtshormone, die Spermakonzentration steigt, die Hoden schwellen auf das Doppelte bis Dreifache ihrer normalen Größe an. Die Tortur gipfelt schließlich darin, dass die Panda-Männchen noch einmal bis zu vier Monate Stand-by sein müssen, je nachdem, wann genau zwischen Februar und Mai Madame zur Paarung bereit ist. Ist der Tag X vorbei, macht auch der stärkste Bär schlapp. Im Juni und Juli legen Panda-Männer eine Sommerpause ein und verbringen ihre Zeit ausschließlich damit, kiloweise Bambus in sich hineinzustopfen – der nächste Frühling kommt bestimmt.

(NG, Heft 10 / 2014, Seite(n) 44)

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