Dunkle Weihnachten: Bleibt die Beleuchtung in diesem Jahr aus?

Aufgrund der Energiekrise werden Forderungen nach einer reduzierten Beleuchtung zum Weihnachtsfest lauter – im öffentlichen und privaten Raum.

Von Insa Germerott
Veröffentlicht am 28. Sept. 2022, 09:29 MESZ
Weihnachtlich beleuchtete Stadt.

Die weihnachtliche Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit ist in den meisten Städten eine Tradition. Im Rahmen der Energiekrise wird nun zum Umdenken aufgerufen.

Foto von Pexels / Adriaan Greyling

Weihnachten: Das „Fest der Liebe“ wird in vielen Ländern nicht nur mit typischen Leckereien und dekorativen Accessoires, sondern vor allem mit allerhand Beleuchtung gefeiert. Lichterketten und Weihnachtssterne trotzen der dunklen Jahreszeit – auf Weihnachtsmärkten, in Innenstädten und in den Fenstern der Privathaushalte. Dieses Jahr könnte damit jedoch Schluss sein: Die Deutsche Umwelthilfe ruft in einer Mitteilung zu einem Verzicht auf die weihnachtliche Beleuchtungsaktion auf. 

Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass es dieses Jahr eine „Selbstverständlichkeit“ darstellen sollte, allumfassend auf die beliebte Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. „Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Energie­knappheit, aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sollten wir einmal innehalten.“ 

“Allein die privaten Beleuchtungs­orgien verursachen pro Jahr einen Strom­verbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel, wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.”

von Jürgen Resch
Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe

Private Weihnachtsbeleuchtung: Stromverbrauch einer mittleren Großstadt

Seit dem 1. September gelten in Deutschland bereits neue Vorschriften zum Energiesparen. Um der Energiekrise entgegenzuwirken, werden beispielsweise Denkmäler nicht mehr beleuchtet, öffentliche Gebäude nur noch bis zu 19 Grad Celsius beheizt und Schaufenster sowie Werbetafeln bleiben ab 22 Uhr dunkel. Das spart nicht nur Energie und senkt Kosten, sondern fördert ebenso den Klima- und Artenschutz

Auch die Weihnachtsbeleuchtung trägt einen beachtlichen Teil zum deutschlandweiten Stromverbrauch im Winter bei, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Resch argumentiert: „Allein die privaten Beleuchtungs­orgien verursachen pro Jahr einen Strom­verbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel, wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.“ Der öffentliche Verbrauch durch die Beleuchtung in Schaufenstern, Städten und auf Weihnachtsmärkten kommt noch obendrauf.

Resch sieht in der Weihnachtsbeleuchtung aus diesem Grund großes Einsparungspotenzial und macht einen Vorschlag für die Gemeinden: eine Reduzierung auf einen beleuchteten Baum pro Ortschaft. „Hier bewusst zu verzichten, zu sparen und solidarisch zu sein, das könnte diese Weihnachtszeit sogar zu einer ganz besonderen machen“, sagt er.

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