Fressen und gefressen werden: Die beste Fotoreportage 2023

Dutzende Einsendungen mit einzigartigen Bildern hat die Redaktion für den diesjährigen Fotowettbewerb von nationalgeographic.de erhalten. Durchgesetzt hat sich Dmytro Geshengorin mit seinen Aufnahmen aus dem Pantanal.

Von Nina Piatscheck
Veröffentlicht am 22. Dez. 2023, 14:08 MEZ
Ein Reiher im Flug, frontal aufgenommen, mit Fisch im Schnabel

Das brasilianische Pantanal gehört zu den artenreichsten Biotopen der Welt. Das Sumpfgebiet umfasst fast die Hälfte der Fläche Deutschlands. 2000 wurde es von UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Dmytro Geshengorin hat die Tierwelt dort in einzigartigen Momenten fotografiert. 

Foto von Dmytro Geshengorin

Die zwei Mitstreiter von Dmytro Geshengorin hatten an diesem Tag auf dem Boot eigentlich schon aufgegeben: Überall auf dem Fluss São Lourenço im brasilianischen Pantanal waren Boote mit Touristen – und weit und breit kein Jaguar. „Wir waren so enttäuscht“, sagt der 35-Jährige. „Es war der letzte Tag unserer mehrtägigen Safari." Doch Geshengorin motivierte seine Frau und den Bootsführer, weiter wachsam zu sein. Hinter der nächsten Flussbiegung lag am Ufer ein Kaiman. “Plötzlich sprang, wie aus dem Nichts, ein Jaguar in den Fluss und schwamm an unserem Boot vorbei, so nah, dass wir nass gespritzt wurden.“ 

Der Kaiman kämpfe 15 Minuten lang vergeblich um sein Leben. Geshengorin kniete am Boden des Kahns und fotografierte. „Ich wollte schon immer einen Jaguar aufnehmen und habe es in verschiedenen Ländern versucht“, sagt er. „Doch bis dahin hatte ich kein Glück.”

Zu den Gewinner-Bildern

Das Pantanal – Paradies für Tierfotograf*innen

Als Geshengorin seine Reportage über die Tierwelt im Pantanal fotografierte, war er eigentlich auf Hochzeitsreise im Pantanal. Die Region in Brasilien ist das größte Binnental-Feuchtgebiet und eines der artenreichsten Biotope der Erde – und wohl beste Ort in ganz Südamerika, wenn man die Tierwelt des Kontinents entdecken möchte. „Wenn man dort keinen Jaguar erwischt, dann nirgendwo.“

Nicht nur den beschriebenen Kampf hat Geshengorin in seiner Zeit auf dem Fluss fotografiert, sondern auch viele andere Tiere. Auf seinen Bildern sieht man je zwei Arten, die er in besonderen Momenten abgelichtet hat. Es geht um fressen und gefressen werden – und auch Mal um Freundschaft.

Geshengorin hat seine Leidenschaft zum Fotografieren während der Pandemie entdeckt. Er fotografiert vor allem Wild- und Streeetlife. „Weil dort nichts gestellt ist und jeden Moment alles passieren kann“, sagt er. Hauptberuflich ist er übrigens Lehrer für Mathematik und Englisch. „Natürlich wäre es ein Traum, irgendwann mit meinen Bildern Geld zu verdienen.“

Wasserschweine oder Capybaras sind die größten Nagetiere der Erde. Sie leben hauptsächlich im Grasland des Pantanals. Hier stehen sie auf dem Speiseplan von Kaimanen, Schlagen und Jaguaren. Auf dem Kopf dieses Capybaras hat sich ein Graslandtyrann niedergelassen. 

Foto von Dmytro Geshengorin
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