Benito Mussolini: Aufstieg und Fall eines faschistischen Diktators

In Zeiten gesellschaftlicher Unzufriedenheit hat der Faschismus leichtes Spiel. Das wusste Mussolini – genau wie Adolf Hitler – für sich zu nutzen. Wie der Duce in Italien an die Macht kam – und wie er sie nach 20 Jahren wieder verlor.

Von Erin Blakemore
Veröffentlicht am 11. Sept. 2023, 10:01 MESZ
Schwarzweißbild Mussolini und der Zuschauenden.

Benito Mussolini hält in Italien eine Rede. Der spätere faschistische Diktator, der für sein Charisma und seine überzeugende Rhetorik bekannt war, kam inmitten wachsender Unzufriedenheit in der italienischen Bevölkerung in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts an die Macht.

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Im Oktober 1922 braute sich über Italien ein Sturm zusammen. Eine politische Bewegung, die mithilfe von Nationalismus, Populismus und Gewalt das Momentum der Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu nutzen wusste: der Faschismus. Bald würde er sich über große Teile der Welt verbreiten.

Benito Mussolini, der in Italien an der Spitze dieser Bewegung stand, war es gelungen, eine starke Gefolgschaft hinter sich zu versammeln. Er forderte die Regierung lautstark auf, die Macht abzugeben.

„Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem der Pfeil entweder abgeschossen wird oder die straff gespannte Sehne des Bogens reißt“, so Mussolini bei einer Kundgebung in Neapel am 24. Oktober 1922. „Unser Ziel ist einfach: Wir wollen Italien regieren.“ Seine Anhänger rief er zum Marsch auf Rom auf, sollte die Regierung nicht freiwillig abdanken. Vier Tage später taten sie genau das – und inmitten des Chaos, das dabei entstand, ergriff Mussolini die Macht.

Mussolini kommt im Kreise seiner Anhänger im Oktober 1922 in Rom an. Zuvor hatte er den paramilitärischen Flügel seiner Bewegung – die sogenannten Schwarzhemden – zum Marsch auf Rom aufgerufen, um die Regierung zu stürzen.

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Das Profil von Benito Mussolini prangt auf dem Titel des Buchs Il primo libro del fascista, dem ersten Buch des Faschismus.

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Benito Amilcare Andrea Mussolini wurde im Jahr 1883 geboren. Im Jahr 1921 ging aus den von ihm gegründeten Fasci die Combattimento die Partito Nazionale Fascista, die Nationale Faschistische Partei Italiens, hervor, die den wachsenden Nationalismus und Populismus im Lande für sich zu nutzen wusste.

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Mussolini ist heute vor allem als brutaler Diktator bekannt, doch es gibt auch immer noch Menschen, die ihn als Helden verehren. Doch wie wurde der sogenannte Duce so mächtig und was genau geschah während des schicksalhaften Marsches in Rom, der die italienische Regierung stürzte?

Vom Sozialisten zum Faschisten

Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg und die Oktoberrevolution, in deren Zuge die kommunistischen Bolschewiki in Russland gewaltsam die Macht an sich rissen, nahm der Faschismus als stetig wachsende nationalistische Bewegung in Europa immer mehr an Fahrt auf.

In Italien war es Mussolini, der ihm den Weg bereitete. Er wurde am 29. Juli 1883 in Dovia di Predappio, einem kleinen Ort in Süditalien, geboren. Seine Mutter war Lehrerin, sein Vater Schmied. Mussolini wuchs mit den Geschichten über Nationalismus und politisches Heldentum auf, die sein sozialistischer Vater ihm erzählte. Der schüchterne, sozial gehemmte Junge hatte es als Kind schwer, weil er störrisch und gegenüber seinen Klassenkameraden gewalttätig war. Als junger Erwachsener zog er in die Schweiz und wurde erklärtermaßen zum Sozialisten. Nach seiner Rückkehr nach Italien begann er eine Karriere als sozialistischer Journalist und wurde 1912 Chefredakteur der Avanti!, der Zeitung der Sozialistischen Partei Italiens (PSI).

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Mussolinis Kundgebungen und Reden zogen ein riesiges Publikum an. Im Jahr 1922 schrieb die Associated Press: „Seine Laufbahn ist geprägt durch seine männlichen, kraftvollen Charakterzüge, seinen Magnetismus und seine Eloquenz.“

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Das Kolosseum in Rom während einer Rede Mussolinis im Jahr 1928.

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Als im Jahr 1914 in Europa der Erste Weltkrieg ausbrach, nahm Italien zunächst eine neutrale Haltung ein. Mussolini befürwortete eine Kriegsbeteiligung Italiens, was dazu führte, dass er sich mit der PSI überwarf und schließlich aus der Partei ausgeschlossen wurde. Mussolini reagierte mit der Gründung seiner eigenen politischen Bewegung, der Fasci di Azione Rivoluzionaria (FAR). Sie setzte sich für den italienischen Kriegseintritt ein, zu dem es schließlich im Jahr 1915 kam.

Das lateinische Wort fasces bezeichnet ein Bündel aus hölzernen Ruten, in denen ein Beil steckt. Bei den Etruskern und später den Römern waren die fasces das Symbol der höchsten Machthaber: Je mehr Ruten um das Beil gebunden waren, desto höher der Rang. Im 19. Jahrhundert begann man in Italien, den Begriff für politische Gruppen zu verwenden, die durch ein gemeinsames Ziel verbunden waren.

Mussolini war zunehmend der Überzeugung, dass die Basis für Organisationen in Italien nicht die Zugehörigkeit zu einer Schicht oder politischen Klasse sein sollte, sondern eine starke, nationale Identität. Seiner Meinung nach brauchte es einen „skrupellosen, energetischen“ Diktator, der in Italien aufräumte und dem Land den Status verlieh, der ihm zustand.

Faschismus als Antwort auf den „geschändeten Sieg“

Mit dieser Einstellung war Mussolini nicht allein: Viele Italiener waren über den Friedensvertrag von Versailles, der im Jahr 1919 nach Ende des Ersten Weltkriegs geschlossen wurde, erregt. Sie empfanden die italienischen Gebietsverluste, die er vorsah, als respektlos in Anbetracht der Tatsache, dass sie auf Seiten der Siegermächte gekämpft hatten. Dieses Grundgefühl des „geschändeten Siegs“ sollte die Zukunft Italiens formen.

Im Jahr 1919 gründete Mussolini die paramilitärische Bewegung Fasci die Combattimento – die Schwarzhemden. Der Nachfolger der FAR war ein Sammelbecken für kampferprobte Kriegsveteranen, deren erklärtes Ziel es war, Italien zu altem Glanz zurückzuführen.

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Ein Plakat aus dem Zweiten Weltkriegs propagiert die Allianz zwischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland. Der Spruch am unteren Rand – Due popoli una Guerra – bedeutet so viel wie „Zwei Völker, ein Krieg“.

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Mussolini an der Seite von Adolf Hitler bei einem Besuch in München im September 1937.

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Mussolini hatte gehofft, seinen Erfolg auf diesem Fundament der Unzufriedenheit der italienischen Nation aufbauen zu können. Bei der Parlamentswahl im Jahr 1919 musste seine junge Partei jedoch eine peinliche Schlappe hinnehmen. Nur 2.420 Wähler gaben ihr ihre Stimme, demgegenüber standen 1,8 Millionen Stimmen für die PSI. Mussolinis politische Feinde waren über den Wahlausgang so erfreut, dass sie in Mailand eine symbolische Trauerfeier zu seinen zweifelhaften Ehren ausrichteten.

Doch Mussolini ließ sich von seinem Ziel nicht abbringen und buhlte um die Gunst anderer Gruppen, die wie er gegen die PSI waren: Industrielle und Unternehmer, die Angst vor Streiks hatten, Landbesitzer, die um ihr Eigentum fürchteten, Mitglieder politischer Parteien, die sich Sorgen wegen der wachsenden Popularität des Sozialismus machten.

Diese mächtigen Verbündeten unterstützen die Schwarzhemden mit finanziellen Mitteln. Obwohl Mussolini sich immer als Gegner von Unterdrückung und Zensur jeder Art dargestellt hatte, wurde seine Bewegung schnell dafür bekannt, Gewalt einzusetzen, wenn es ihren politischen Zielen diente.

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Eine Büste Mussolinis. Sie ist in seinem Geburtsort Predappio im Rahmen einer Ausstellung anlässlich des hundertsten Jahrestages des Marsches auf Rom zu sehen.

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Mussolinis Herrschaft über Italien dauerte 20 Jahre. Sie war durch eine Einschränkung der Bürgerrechte und imperialistische Ambitionen gekennzeichnet.

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Im ganzen Land terrorisierten die Schwarzhemden Sozialisten und politische Gegner Mussolinis. Das Jahr 1920 war ein besonders blutiges. Die Faschisten marschierten durch Dörfer und Städte, verprügelten und töteten führende Köpfe der Arbeiterpartei und rissen faktisch die Macht der lokalen Behörden an sich. Die italienische Regierung, der die Sozialisten ebenso ein Dorn im Auge waren wie den Faschisten, unternahm nichts gegen die Gewaltexzesse.

Il Duce: Mit den Schwarzhemden an die Macht

Obwohl Mussolini nur einen kleinen Teil der Milizen kontrollierte, färbte das harte Image der Bewegung schnell auf ihn ab. Er hatte den Ruf eines mächtigen Anführers, der nicht davor zurückscheute, seinen Worten Gewalt und entschiedenes Handeln folgen zu lassen. Bald war er als Il Duce – der Führer – bekannt, der das italienische Volk mit Charisma und überzeugender Rhetorik in seinen Bann zu ziehen wusste.

Am 25. Juli 1943 setzt der italienische König Viktor Emanuel III Mussolini als Staatschef ab und lässt ihn unter Arrest stellen. Die Italiener feiern das Ende des Faschismus, indem sie eine Statue des Duce vom Sockel reißen und zerstören.

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Der 1901 in Smirne geborene Jude Beniacar Santo stammte ursprünglich aus der Türkei und führte ein Pelzgeschäft in Brescia, Italien. Als Staatenloser wurde er in einem Lager in Agnone, Italien, interniert.

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Die Jüdin Luisa Mahler, wurde im Jahr 1900 in Wien geboren, und lebte in Deutschland. Im Jahr 1940 kam sie in ein Lager in Vinchiaturo, einer Gemeinde in der Nähe von Campobasso, Italien.

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Berta Feldman, geboren im Jahr 1913 in Odessa, war eines von Mussolinis zahllosen Opfern. Als deutsche Jüdin wurde sie 1940 im Konzentrationslager Lanciano in Mittelitalien interniert.

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Auch der 1914 geborene Marko Bucić fiel Mussolinis Brutalität zum Opfer. Ab 1942 war er Gefangener des Internierungslagers in Città Sant'Angelo in den Abruzzen.

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Im Jahr 1921 gewann Mussolini einen Sitz im italienischen Parlament und erhielt das Angebot, der Koalition des Premierministers Giovanni Giolitti beizutreten. Dieser glaubte, dass der Duce seine Schwarzhemden zurückpfeifen würde, sobald er sein Stück vom Kuchen der Macht erhalten hatte.

Doch Giolitti hatte Mussolini falsch eingeschätzt. Die Schwarzhemden waren ein wichtiger Teil seines Plans, die absolute Kontrolle über Italien zu erlangen. Ende des Jahres 1921 wurde aus der Fasci di Combattimento die Partito Nazionale Fascista – die Nationale Faschistische Partei Italiens (PNF). Hatte die ursprüngliche Bewegung im Jahr 1920 noch 30.000 Mitglieder gezählt, war sie nun auf 320.000 Anhänger angewachsen. Obwohl die PNF dem italienischen Staat de facto den Krieg erklärt hatte, konnte die Regierung nichts gegen sie unternehmen und musste machtlos dabei zusehen, wie die Faschisten den Norden Italiens für sich einnahmen.

Im Sommer 1922 war Mussolinis Moment gekommen. Die Sozialisten hatten einen Streik angekündigt, dessen Ziel es laut dem Historiker Ararat Gocmen „nicht war, Arbeiter zu emanzipieren, sondern die Regierung dazu zu bewegen, die von den Faschisten ausgehende Gewalt zu beenden“. Mussolini nutzte den Streik für sich und führte ihn als Beweis für die Schwäche und Unfähigkeit der Regierung an. Italiener, die Recht, Gesetz und Ordnung forderten, schlossen sich der PNF an. Eine immer größere Gefolgschaft im Rücken wissend, beschloss Mussolini, dass die Zeit für die Machtübernahme gekommen war.

Marsch auf Rom

Am 25. Oktober 1922, einen Tag nach der Kundgebung in Neapel, beauftragte Mussolini vier Funktionäre seiner Partei damit, den Marsch seiner Anhänger auf Rom anzuführen. Schlecht ausgebildet und ausgerüstet wie sie waren, hätten die Männer bei einem Aufeinandertreffen mit dem italienischen Militär keine Chance gehabt. Doch das war ohnehin nicht Mussolinis Plan. Stattdessen hatte er vor, die Regierung so sehr einzuschüchtern, dass sie sich ihm kampflos unterwarf.

Ein Büro in der Villa Carpena in San Martino, die auch als Villa Mussolini bekannt ist und einst von ihm und seiner Familie bewohnt wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum.

Foto von Filippo Venturi

Die faschistischen Bataillone versammelten sich an den Stadtgrenzen von Rom. Sollte der Premierminister den Faschisten nicht die Macht übergeben und König Victor Emmanuel III. diese im Anschluss nicht anerkennen, so die Drohung, würden die Männer die Stadt stürmen und die Kontrolle gewaltsam an sich reißen.

Faschismus heute: Ein junger Mann auf dem Monumentalfriedhof San Cassiano in Pennino in der Nähe der Krypta der Familie Mussolini.

Foto von Filippo Venturi

Während Mussolini in Mailand das Geschehen abwartete, strömten seine Anhänger in die italienische Hauptstadt. Auf ihrem Weg hinterließen sie nichts als Chaos und besetzten Regierungsgebäude in den Ortschaften, durch die sie der Marsch führte. Wie viele sich daran beteiligten, ist nicht ganz klar. Laut der Historikerin Katy Hull waren es wohl weniger als 30.000 Menschen.

Luigi Facta, zum Zeitpunkt des Marschs italienischer Premierminister, versuchte, das Kriegsrecht zu verhängen. Doch der italienische König weigerte sich, den Befehl zur Mobilisierung der Truppen zu unterzeichnen, weil er glaubte, Mussolini könne dem Land zu Stabilität verhelfen.

Aus Protest gegen diese Entscheidung traten Facta und sein Kabinett am Morgen des 28. Oktobers geschlossen zurück. Mussolini bestieg in Mailand einen Nachtzug und kam 14 Stunden später in Rom an – in der Tasche ein Telegramm des Königs, in dem dieser den Duce zur Bildung eines neuen Kabinetts einlud. Am 30. Oktober 1922 wurde Mussolini Premierminister von Italien und gab seinen Anhängern den Befehl, vor dem Königspalast eine Parade abzuhalten, bevor sie die Stadt verließen.

Der Diktator ist tot, der Faschismus lebt weiter

Gebeutelt vom Weltkrieg und der drohenden Gefahr eines Bürgerkriegs in seinem Land hatte der König gehofft, Mussolinis Regentschaft würde in Italien für Ordnung sorgen. Doch innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich Mussolini vom starken Mann zum waschechten Diktator – und Victor Emmanuel III. ließ ihn gewähren.

Inventar des Predappio Tricolore, einem Geschäft in Mussolinis Heimatstadt, das sich auf faschistische Nostalgie spezialisiert hat.

Foto von Filippo Venturi

Im Laufe der Zeit baute Mussolini seine eigene Macht weiter aus, während er gleichzeitig die Bürgerrechte immer stärker einschränkte und Italien zu einem propagandistischen Polizeistaat machte. Seine Agenda wirkte über nationale Grenzen hinaus: Er ließ die griechische Insel Korfu besetzen, fiel in Äthiopien ein und bildete eine Allianz mit den deutschen Nationalsozialisten, die zur Folge hatte, dass 8.500 Italiener im Holocaust ihr Leben verloren.

Doch Mussolinis Ehrgeiz war auch sein Untergang. An der Seite des scheinbar nicht aufzuhaltenden Adolf Hitler führte er Italien in den Zweiten Weltkrieg – und musste miterleben, wie große Teile des Landes zerstört wurden. Victor Emmanuel III. gelang es schließlich, einige von Mussolinis engsten Vertrauten gegen ihn aufzuwiegeln. So war es möglich, ihn am 25. Juli 1943 abzusetzen und unter Arrest zu stellen.

Nach einem dramatischen Ausbruch aus dem Gefängnis floh Mussolini in den von Deutschland besetzten Norden Italiens. Dort setzte Hitler ihn als Oberhaupt des Marionettenstaats der Italienischen Sozialrepublik (RSI) ein, der zwischen 1943 und 1945 bestand. Als am 28. April 1945 der Sieg der Alliierten absehbar war, versuchte Mussolini, das Land zu verlassen. Er wurde von kommunistischen Partisanen aufgehalten, die ihn erschossen und seinen toten Körper auf einem Platz in Mailand zur Schau stellten.

Bald versammelte sich eine Menschenmasse, die die Leiche des einstigen Diktators schändete und so Jahren des Hasses und der Unterdrückung Luft machte. Mussolinis bis zur Unkenntlichkeit entstellter Körper wurde in einem anonymen Grab verscharrt. Der Duce war tot. Doch sein Vermächtnis lebt weiter: Die faschistische Bewegung, die er initiiert hat, besteht fort – in der italienischen Politik und in den Köpfen der Menschen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

 

Mehr über die Geschichte Italiens erfahrt ihr am 14. und 21. September um 20:15 im Zweiteiler „Zweiter Weltkrieg: Der Italienfeldzug“. National Geographic und National Geographic WILD empfangt ihr über unseren Partner Vodafone im GigaTV Paket

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