Buchtipp: Kartenwelten

In diesem Bildband präsentieren wir euch besondere Karten, hinter denen sich spannende Geschichten verbergen.Donnerstag, 30. Januar 2020

Von National Geographic

Unser Gehirn ist für Karten wie geschaffen. Wir sind visuelle Wesen, wir müssen uns ein Bild machen, um wirklich zu verstehen. Seit Jahrhunderten erstellen Menschen Karten, um eine Welt auf Papier (oder Pergament oder Pixel) zu bannen, die sie begreifen wollen. Oder um eine Geschichte zu erzählen, die sie anders schwer wiedergeben könnten. Die Karte ist eins der besten Werkzeuge für Illustration und Ideenaustausch, die je erfunden wurden.

Karten können bezaubern und fesseln, weil ihr Aussehen etwas Faszinierendes oder Reizvolles hat, das mit dem Versprechen lockt, ein Geheimnis zu enthüllen. Zum Beispiel durch die Sicht auf eine andere Zeit, auf einen weit entfernten Ort oder durch das Entdecken einer interessanten Geschichte. In diesem Buch möchten wir euch vor allem Karten präsentieren, hinter denen sich spannende Geschichten verbergen.

Es ist verblüffend, wie Karten uns in andere Zeiten oder an andere Orte versetzen können. So lassen sie uns eine vertraute Stadt so erscheinen, wie sie einmal war oder gewesen sein konnte. Oder aber sie zeigen uns etwas völlig Fremdes, wie die Straßen, die Shogune oder Samurais im Japan des 17. Jahrhunderts bereisten, oder die Tunnel einer Silbermine im Ungarn des frühen 18. Jahrhunderts, in denen die Bergleute ihre Pickel schwangen.

Karten verraten immer etwas über die Vorlieben und Absichten ihrer Ersteller. Schauen wir auf eine Karte, sehen wir die Welt durch die Augen eines anderen – die Küsten von Sudamerika, wie sie Piraten um 1600 wahrnahmen, oder amerikanische Städte, die sowjetische Militärs im Kalten Krieg detailliert erfassten. Karten waren immer Instrumente der Entdeckung. Sie enthüllen etwas von der Welt, das nicht ohne Weiteres sichtbar ist. Als Geologen nach dem Erdbeben 1906 San Francisco kartierten, entdeckten sie für ihre Wissenschaft bahnbrechende Dinge. Andere Karten in diesem Buch illustrieren faszinierende Irrwege des Strebens nach Wissen, wie die Vorstellung, dass die auf dem Mars sichtbaren Linien künstliche Kanäle sind oder faulig riechende Luft Cholera verursacht.

Karten können auch ein Sprungbrett für Fantasien sein, Welten erschaffen oder Orte erkunden, die (noch) nicht existieren. Sie können auch Hoffnungen oder Ängste bildlich erfassen. Beispiele dafür in diesem Buch sind die Pläne eines Londoner Stenografen und Utopisten aus dem frühen 20. Jahrhundert mit Orten für eine Zukunft, die das Beste aus Stadt und Landleben vereinen, und die Vision eines Arztes aus dem 15. Jahrhundert über den Ablauf der Apokalypse. Der menschliche Impuls zu forschen, zu entdecken und schöne Werke zu erschaffen, prägt die Geschichte der Kartografie. Einige der Geschichten in diesem Buch zeigen die großen Bemühungen der Kartografen, Landschaften festzuhalten. Sie nutzten originelle Techniken, um ihnen Leben einzuhauchen.

Dieses Buch über Karten unterscheidet sich von denen, die vielleicht schon in eurem Regal stehen. Wir sind keine Kartografen oder Historiker, wir sind Journalisten mit einer Leidenschaft für Karten. In den letzten fünf Jahren folgten wir unserer Neugier, besuchten Kartensammlungen, durchkämmten Archive und interviewten Dutzende von Gelehrten, Kuratoren, Sammlern und Kartografen, die so freundlich waren, uns ihre Zeit und Expertise zu schenken.

Kartenwelten - erschienen im NATIONAL GEOGRAPHIC Verlag

 

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