Reise und Abenteuer

Málaga, der Geheimtipp Südspaniens

Eine Hafenstadt mit unvergleichlichem Charme: Das Herz von Andalusien an der spanischen Südküste ist definitiv eine Reise wert.

Von Christian Vollmert
Bilder Von National Geographic

Höchst ansehnliche Architektur, uralte und zugleich malerische Gassen und die zweifellos schmackhaftesten Meeresfrüchteplatten des Landes sind nur einige charmante Details, um Málaga, eine der wohl feurigsten und bekanntesten Städte Südspaniens, als Reiseziel ins Auge zu fassen.

Wohl kaum einer weiß um den Geburtsort des weltweit berühmten Schauspielers Antonio Banderas, wenn es um die sehenswertesten Städte Spaniens geht. Im Normalfall gelten sowohl Madrid, die Hauptstadt des Landes, als auch Barcelona, der Mittelpunkt Kataloniens, als größte Anziehungspunkte im Entstehungsland des Flamencos.

Dem ungeachtet sollte man die zweitgrößte Stadt Andalusiens, vor allem an wohlig warmen Sommertagen, doch deutlich genauer unter die Lupe nehmen. Als erster Anlaufpunkt gilt die überaus imposante Stierkampfarena, welche sich inmitten modernster Hochhäuser im angesehenen Stadtteil La Malagueta befindet. Mit einem Durchmesser von circa 50 Metern und Platz für fast 9.000 Zuschauer stellt dieses von dem Architekten Joaquin Rucobo im Jahr 1874 erbaute Schmuckstück eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der gesamten Stadt dar. Benannt wurde die überregional bekannte Arena nach einem der legendärsten Toreros aller Zeiten, Antonio Ordoñes, welcher in seinem Leben mehr als 3.000 Stieren gegenübertrat und unzählige Siege davontrug. Obwohl Stierkampfarenen heutzutage als ziemlich umstritten gelten, stehen sie dennoch für eine uralte Tradition der heißblütigen Spanier.

Von einem der Hauptanziehungspunkte der Stadt bietet es sich an, einen etwas weiteren Weg zum Castillo de Gibralfaro auf sich zu nehmen. Diese im vierzehnten Jahrhundert entstandene und auf einem ungefähr 130 Meter hohen Hügel gelegene Burg gilt als eine der begehrtesten Sehenswürdigkeiten Málagas. Nirgendwo wird einem ein schönerer Blick auf die Stadt geboten als auf der nach antik-römischem Vorbild erbauten Ruine. Von dort aus erkennt man unter anderem die zuvor erwähnte lokale Stierkampfarena, den Parque de Málaga sowie den Hafen und die endlos lange Küste. An klaren Tagen ist es sogar durchaus möglich, den afrikanischen Kontinent am flimmernden Horizont zu entdecken.

Wenn die Straßen glühen ...

Um sich nach der mitunter fast schon kochend heißen Mittagssonne Südspaniens abzukühlen, bietet sich ein Ausflug zu den Chiringuitos an. Die kleinen, sehr charmanten Strandrestaurants sind bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Von weitem kann man anhand der alten und verschiedenfarbigen Holzboote, welche typischerweise mit Sand und Brennholz gefüllt sind, die Strandrestaurants sehr leicht erkennen. Besonderen Flair bekommen die Chiringuitos vor allem durch die bei den Booten im Sand steckenden Spieße, welche mit Sardinen und Stockbrot bestückt sind. Dieses typisch andalusische Gericht kann ganz bequem mit den Füßen im Sand und einem fantastischen Blick auf das Mittelmeer genossen werden.

Ein Geheimtipp unter allen Chiringuitos ist das „El Tintero“, in dem unter anderem die vielleicht besten Meeresfrüchteteller, Mies- und Venusmuscheln sowie Tinto de verano verkostet werden können.

Auch die im Herzen der Stadt gelegene Bodega El Pimpi ist überaus beliebt. Dieses mit imposanten Innenhöfen und individuell eingerichteten Gasträumen versehene Restaurant ist durch sein einzigartiges Ambiente vor allem bei jungem Publikum sehr beliebt. Besonders der dramatische Blick von den Sonnenterrassen in Richtung der Palastanlage Alcazaba sowie auf das römische Theater lockt große Menschenmassen an.

Der ansehnliche Ruf des „El Pimpi“, welches seinen Namen durch eine berühmte Salzfigur am Hafen bekommen hat, ist auch bei Größen wie Antonio Banderas nicht unbemerkt geblieben. Es ist nicht bekannt, ob beispielsweise die zwei sehr schmackhaften Rotweine Virgen und Moscatel aus der Region Málagas oder der unvergleichliche Flair der Gaststätte die Bodega El Pimpi zum Lieblingsrestaurant von Antonio Banderas machen. Aber aufgrund eines Anteilskaufes im Jahr 2017 kann sich der weltbekannte Schauspieler heute Miteigentümer nennen, was viel über den Stellenwert dieser Sehenswürdigkeit aussagt.

Das andere Malaga

Als weiterer Hotspot und eine der schönsten Kirchen Málagas gilt die San Juan Bautista, welche zu speziellen Anlässen wie beispielsweise Ostern von einigen hochkarätigen spanischen Stars besucht wird. Auch für Antonio Banderas ist die San Juan Bautista von großer Bedeutung. Bei der alljährlichen Prozession zieht der Hollywood-Schauspieler mit hunderten anderen Bürgern der südspanischen Hafenmetropole im einheitlichen Büßergewand durch die vollen Straßen. Dieser Marsch stelle auf dieselbe Stufe wie all seine spanischen Landsleute und gebe ihm ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit und Gleichheit, wie 2013 in der Frankfurter Rundschau zu erfahren war.

Für alle Naturliebhaber ist ein Besuch des am städtischen Randgebiet liegenden Jardín Botánico-Histórico La Concepción die beste Wahl. Der altbotanische Garten, welcher im Jahr 1855 erbaut wurde, ist heute eine bedeutende kunsthistorische Anlage. Nebst zweitausend unterschiedlichen Gewächsen findet man hier hunderte verschiedene einheimische Pflanzenarten wie beispielsweise Palmen, Bambus- und Wasserpflanzen. Zudem bauten die damaligen Besitzer, George Loring y Oyarzabal und Amalia Heredia, diverse palastähnliche Gebäude, Pavillons, Gewächshäuser, Brunnen und sogar Wasserfälle, weswegen ein kleiner Abstecher in den Norden Málagas auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden sollte.

Um ein gelungenes Sightseeing in Málaga optimal abzuschließen, bietet sich ein Besuch bei einer der populärsten Bars der Stadt an. Die Marisquería El Pimpi Florida ist vor allem zu Hochzeiten am Wochenende mit unfassbar viel Leben gefüllt, was hauptsächlich an der fantastischen Küche sowie dem ansprechenden Entertainmentangebot liegt. Von andalusischen Chorgesängen und feurigen Flamencotänzen bis hin zu Stage Diving ist alles dabei. Ein vorzeitiges Erscheinen ist im El Pimpi Florida definitiv von Vorteil, da sich vor der Bar schon vor Eröffnung lange Schlangen bilden.

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