Tiere

Wandelbare Wesen

Hunde Donnerstag, 9 November

Von Evan Ratliff
Bilder Von Robert Clark

Der Hund ist das vielfältigste Lebewesen der Welt: Es gibt nahezu 400 Rassen. Dieser Reichtum ist den Ansprüchen des Menschen geschuldet – manche davon waren pragmatisch, andere skurril. Im Lauf von nur einigen Hundert Jahren haben Züchter verschiedene Hunde so miteinander gekreuzt, dass erwünschte Eigenschaften immer stärker hervortraten und neue Rassen entstanden.

Menschen beschleunigten damit den Gang der Evolution. Überraschend ist dabei: Nur eine Handvoll Gene bestimmen dieses Kaleidoskop an Formen, Farben und Größen, wie Biologen feststellten.

Jene Gensequenz etwa, die den Körperbau des Dackels steuert, bringt auch den massigen Körper des Rottweilers hervor. Und die kurzen Beine des Dackels rühren von demselben einsamen Gen her wie die langen Läufe des Windhundes. Robert Wayne, Biologe an der University of California in Los Angeles, fasst es so zusammen: „Die ganze Vielfalt der Hunderassen geht auf einen kleinen Gen-Baukasten zurück.“

Diese Vielfalt ist äußerst bemerkenswert: So sind die Größenunterschiede bei Terriern und Chihuahuas beispielsweise enorm. Gäbe es bei Menschen ein derartiges Größenspektrum, wären die Kleinsten unter uns gerade mal 60 Zentimeter, die größten zehn Meter groß. Und die fehlenden Haare der Chinesischen Schopfhunden führen Wissenschaftler auf ein einziges Gen zurück. Die Locken von schwarzen Puli werden dagegen durch das Zusammenspiel dreier Gene geformt.

Wissenschaftler erforschen derzeit die Funktionsweise von Genen bei Hunden, die für ihr unterschiedliches Aussehen verantwortlich sind. Sie zu verstehen, könnte auch bei der Erforschung menschlicher Erbkrankheiten helfen.

Diese Geschichte wurde gekürzt und bearbeitet, sie erschien zuerst in dem National Geographic Special „Hunde und Katzen“ 2/2017. Jetzt ein Magazin-Abo abschließen. 

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