Unsichtbare Todesfalle: Wenn Vögel gegen Fenster fliegen

In Deutschland prallen jedes Jahr Millionen Vögel gegen Glasscheiben – und verenden. Drei einfache Maßnahmen, die helfen, das zu verhindern.

Von National Geographic
Veröffentlicht am 4. Okt. 2022, 10:13 MESZ
Ein Schwarm Vögel fliegt an einem Hochhaus mit vielen Fensterscheiben vorbei.

Gerade Hochhäuser und große Bauten mit viel Verglasung sind für Vögel lebensgefährlich – aber auch die heimischen Fenster können die Vögel in den Tod locken.

Foto von Jeffrey Ji Photos / Adobe Stock

Jedes Jahr verenden hierzulande Millionen Vögel, weil sie gegen Fenster und Glasscheiben fliegen – 100 Millionen tote Tiere sind es nach Hochrechnungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten. Das sind fünf Prozent der gesamten Vögel im Land. 

Gerade Hochhäuser und moderne Architektur fordern ihre Opfer. 2009 hatte eine Studie über den Bonner Post Tower ergeben, dass dort in nur einem Jahr rund 200 Vögel starben. Das Gebäude wurde im Jahr 2000 gebaut und ist eines der größten Hochhäuser des Landes. 

Der Glastod sei „die größte, unmittelbar vom Menschen gemachte Todesursache” für die Tiere, sagt der NABU – und will deshalb nun verstärkt dagegen angehen und Architektur für Vögel sicherer machen. Aber auch im Kleinen kann man helfen, die Tiere zu retten:

Weniger putzen

Es sind vor allem Transparenz und Spiegelung, die Glas gefährlich macht. Die Vögel sehen entweder durch die Scheibe einen Baum, oder in der Scheibe einen sich spiegelnden. Je weniger Glas spiegelt und je weniger transparent es ist, desto kleiner ist die Gefahr für Vögel. Heißt: je schmutziger, desto besser für die Tierwelt. Wer weiterhin gerne etwas sehen möchte außer grauem Dreck, kann mit Vorhängen, Rollos & Co. helfen, Scheiben für Vögel sichtbarer zu machen.

Futterquellen weg vom Glas

Wer gerne Vögel füttert, tut gut darin, die Vogelhäuschen und Futterkugeln möglichst weit entfernt von Scheiben anzubringen. Denn werden die Vögel beim Fressen gestört, fliegen sie oft direkt gegen die gläserne Falle. Gerade, wenn Feinde wie Katzen oder größere Vögel sich den Futterstellen nähern.

Durchsichtiges sichtbar machen

Scheiben zu bekleben, ist keine neue Idee. Doch wie man dies am effektivsten tut, wird immer wieder erforscht. Dabei gilt eine fast wortwörtliche Faustregel: Bei großen Scheiben, die stark spiegeln, sollten Markierungen nie weiter als eine Handbreit Abstand haben. 

Ob man die Silhouetten von Vögeln oder einfach Punkte oder Quadrate an die Scheiben klebt, ist dabei Studien zufolge übrigens egal. Wichtig ist nur, dass die Markierungen von außen, nicht von innen aufgeklebt werden. Die Farbe Orange wird von Vögeln außerdem besonders gut wahrgenommen, hat die Wiener Naturschutzbehörde in standardisierten Flugtunnelversuchen herausgefunden.

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