Tiere

7 erstaunliche Organe von Tieren, die Menschen nicht haben

"Taschenlampen" unter den Augen, Giftdrüsen, Klaspern. Die Natur strotzt vor Körperteilen, die der Mensch nicht hat.

Von Liz Langley
Pachystomias microdon hat Taschenlampen unter den Augen. Neidisch?

Wir Menschen erforschen gern die Welt, aber manchmal finden wir sogar in unseren eigenen Körpern Überraschungen. Nehmen wir zum Beispiel das Mesenterium, eine Membran, die den Darm an der Bauchdecke befestigt. Eine neue Studie besagt, dass das Mesenterium als eigenständiges Organ betrachtet werden sollte anstatt als verschiedene Teile.

Diese Erkenntnis führte für die Verrückte Tierfrage der Woche zur Frage: „Welche Organe haben andere Tiere, die wir Menschen nicht haben?“

Je mehr wir suchten, desto neidischer wurden wir.

LEUCHTORGANE

Diese lichterzeugenden Organe verleihen manchen Fischen Biolumineszenz. Meeresbiologin Edie Widder, Gründerin der Ocean Research and Conservation Association, hat einen Favoriten: Pachystomias microdon, der zu den schuppenlosen Drachenfischen zählt.

Der Tiefseebewohner hat drei „Taschenlampen“ unter seinen Augen: eine rote, eine orangefarbene und eine blaue.

Die meisten Meeresbewohner können blaues Licht sehen, welches Widder “die hohen Strahlen“ nennt, aber nur wenige können rotes Licht sehen.

Daher benutzt der Drachenfisch sein rotes Licht als eine Art „Zielfernrohr“, um ahnungslose Beute zu beobachten oder „private Unterhaltungen“ während der Balz zu führen.

Der Zweck des orangefarbenen Lichts ist noch immer ein Mysterium, sagt Widder.

Nichtdestotrotz, tragbare Stimmungsbeleuchtung? Wenn das nicht hilft, wissen wir auch nicht weiter.

KINNDRÜSEN

Trotz ihres englischen Namens, mental glands, haben diese Pheromone versprühenden Drüsen nichts mit dem Verstand zu tun, „außer dass die Salamander vor Liebe verrückt sind“, sagt Whit Gibbons, emeritierter Evolutionsbiologe im River Ecology Laboratory der Universität von Savannah.

Der Name kommt vom lateinischen mentum, was Kinn bedeutet, und dort befinden sich die Drüsen auch beim lungenlosen Salamander.

Im Zuge der choreografierten Balz übermittelt er seinen betörenden Geruch direkt in die Nase des Weibchens und setzt ein Spermienpaket auf dem Boden ab, das sie aufnehmen wird, wenn sie paarungsbereit ist. Die Pheromone erhöhen die Paarungsbereitschaft und lassen die Paarung schneller geschehen.

Wir wollen jetzt nicht sagen, dass „Liebe stinkt“, aber für manche Arten ist sie definitiv aromatisch.

Mit einer Grüngelben Palmlanzenotter würde man sich nicht anlegen wollen – diese Kreaturen haben Giftdrüsen und hitzeempfindliche Gruben, welche ihnen helfen, Beute im Dunkeln zu sehen.

GIFTDRÜSEN UND WÄRMEFÜHLER

Grubenottern, die in den meisten Teilen Amerikas und Eurasiens verbreitet sind, verdoppeln direkt den Einsatz, wenn es um Organe gibt, die wir nicht haben. Sie warten mit Giftdrüsen auf und haben wärmesensitive Gruben im Gesicht zwischen Nasenloch und Auge.

Diese namensgebenden Gruben können Infrarotstrahlung aufspüren und helfen den Schlangen so dabei, in Dunkelheit Beute zu erkennen, die bis zu 60 Zentimeter entfernt ist, sagt Gibbons. Mit diesem Killerinstinkt sind die Reptilien dem Terminator „ein paar Millionen Jahre voraus“, witzelt er.

BURSA COPULATRIX

Dieses magenähnliche Organ befindet sich im Reproduktionstrakt des weiblichen Schmetterlings. Es verdaut Nährstoffe in der Spermatophore, einem Spermienpaket, das dem Weibchen während der Paarung vom Männchen gegeben wird.

BIDDERSCHES ORGAN

Die meisten Kröten, männlich wie weiblich, haben diesen „rudimentären Eierstock“, sagt Gibbons. Wenn die Hoden einer männlichen Kröte entfernt werden, wird das Biddersche Organ größer, und einst dachte man auch, es würde einer potenziellen Backup-Fortpflanzungsstrategie dienen. Das Organ wächst auch bei niedrigem Testosteronspiegel.

Trotzdem bleibt sein eigentlicher Zweck schwer nachvollziehbar.

Ein Wissenschaftler zeigt die Klaspern, ein penisartiges Organ, eines Glatthais (Iago omanensis).

KLASPERN

Klaspern sind penisartige Organe, die männliche Haie benutzen, um Samenflüssigkeit in die Kloake des Weibchens zu übertragen. Bei einigen Arten werden die Klaspern durch stachelige Auswüchse fixiert.

Klaspern können auch die Anhängsel einiger männlicher Insekten beschreiben, die benutzt werden, um die Weibchen während der Paarung festzuhalten. Männliche Libellen zum Beispiel haben scharfe Klaspern an der Spitze ihrer segmentierten Körper, die bei der Paarung an den Hinterkopf des Weibchens passen.

Ist man da nicht doch froh, ein Mensch zu sein?

Artikel in englischer Sprache veröffentlicht am 14. Januar 2017

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