Nach dem Hurrikan: Die verlassenen Florida Keys

Die Florida Keys sind eine der Regionen, die Hurrikan Irma am härtesten getroffen hat.

Bilder Von Cameron Davidson
Veröffentlicht am 9. Nov. 2017, 03:42 MEZ
Eine Luftaufnahme der milchigen und aufgewühlten Florida Bay drei Tage, nachdem der Hurrikan Irma über die ...
Eine Luftaufnahme der milchigen und aufgewühlten Florida Bay drei Tage, nachdem der Hurrikan Irma über die Inselgruppe der Florida Keys hinweggezogen ist. Das dunklere Wasser wurde von den Inseln gespült, als die Sturmflut zurückging.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

Der Hurrikan Irma war einer der stärksten Stürme, die man im Atlantik je beobachtet hat – und die Florida Keys sind eine der Regionen, die er am härtesten getroffen hat.

Um den Schaden an der Küste Floridas festzuhalten, fotografierte Cameron Davidson die Keys aus einem Hubschrauber heraus.

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„Fotos, die vom Boden aus gemacht wurden, gewähren intime Einblicke.“, sagte er in einem Interview mit National Geographic. „Man sieht, wie sich ein Sturm auf eine Familie ausgewirkt hat. Bei Luftaufnahmen kann man sehen, wie er sich auf eine ganze Gemeinde ausgewirkt hat.“

Eine Luftaufnahme zeigt Wohnmobile auf Sunshine Key, die vom Hurrikan Irma umgeworfen wurden. Die Insel befindet sich etwa in der Mitte der Florida Keys.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

Neben den Gästen in den Ferienhäusern leben etwa 73.000 Menschen das ganze Jahr über in Monroe County, das unter anderem einen Großteil der Florida Keys umfasst. Die Einwohner, die für ihre Unabhängigkeit bekannt sind, bezeichnen sich umgangssprachlich selbst als „Conch Republic“ (dt. Meeresschnecken-Republik) – eine Anspielung auf die beliebten Schalentiere der Region und die „Pseudosezession“ von den USA 1982. Laut der „Miami Herald“ sind etwa 10.000 Menschen in ihren Häusern geblieben, um den Sturm auszusitzen.

Sowohl für die, die geblieben sind, als auch für die evakuierten Menschen wurde das volle Ausmaß der Schäden des Sturms erst in der letzten Woche wirklich ersichtlich. Vier Tage, nachdem Irma auf Land getroffen war, gab es im Süden Floridas am letzten Mittwoch zu großen Teilen kein fließendes Wasser, keinen Strom und kein funktionierendes Abwassersystem.

In einem Hurricane Hole auf Lower Matecumbe Key wurden Boote festgemacht, bevor der Hurrikan Irma auf Land traf. Ein Hurricane Hole ist ein Ort, an dem Bootsbesitzer ihre Boote an mehreren Stellen befestigen können, um sie bei Stürmen zu schützen.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

Es ist nicht das erste Mal, dass Davidson Regionen fotografiert hat, die von Katastrophen heimgesucht wurden. Sein Objektiv hat die Nachwehen einiger der schrecklichsten Naturkatastrophen der westlichen Hemisphäre eingefangen, von Hurrikan Andrew im Jahr 1992 über die große Überschwemmung des Mississippi 1993 bis zu dem Erdbeben auf Haiti 2010.

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Seine Aufnahmen von der Zerstörung in Südflorida, die Irma hinterlassen hat, zeigen eingestürzte Häuser und gekenterte Boote entlang der gesamten Inselkette.

„Ich finde es absolut wahnsinnig, ein Haus am Wasser zu bauen, sofern es nicht auf Stelzen steht und den aktuellsten Erdbebenstandards entspricht“, sagt er.

Irma zerstörte die Boote und Gebäude des Unternehmens für Bootslagerung Driftwood Marina & Storage auf der Insel Fat Deer Key.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

Als er über die Region hinwegflog, fielen ihm auch Veränderungen im sonst so berühmten klaren Wasser auf. „Es sieht sehr milchig aus. Das Wasser ist nicht sehr klar“, bemerkte er.

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Irma wies einige der höchsten je verzeichneten Windgeschwindigkeiten eines Hurrikans auf. Über der Karibik erreichte er während seines Höhepunkts Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 295 km/h. Aufgrund der gewaltigen Sturmfluten wurde das Wasser teils von der Küste der Inseln weggezogen. Dieses seltsame Phänomen führte dazu, dass einige Strände plötzlich kein Wasser mehr hatten. Jason Beisel, ein Informationsbeauftragter der Stadt Clearwater, hielt diesen Anblick auf einem Video fest, das er auf Twitter teilte.

Luftaufnahmen zeigen zerstörte Häuser an der Long Beach Road auf Big Pine Key.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

Insgesamt war die Zerstörung nicht so extrem, wie Davidson es basierend auf Zeitungsberichten und Ankündigungen der Stadt vermutet hatte. Einige Viertel wurden jedoch Opfer schlimmer Verwüstung.

Ein Bild, das ihm im Kopf geblieben ist, zeigt die Stelle, an der eine Welle komplett durch ein Haus gebrochen ist. Ein anderes zeigt ein Haus, das auf die dahinterliegende Straße gestürzt ist.

„Die Keys stecken in Schwierigkeiten“, sagte er.

Die Long Beach Road auf Big Pine Key wurde durch Sturmfluten und Wellen völlig unterspült.
Bild Cameron Davidson, National Geographic

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