Umwelt

1.000 Erdbeben pro Monat: Alaskas gefährliche Lage

Das Erdbeben vom 23. Januar und die darauffolgende Tsunami-Warnung erinnern daran, dass Alaska sich in einer seismisch besonders aktiven Region befindet.Mittwoch, 24. Januar 2018

Von Sarah Gibbens
Der Seismologe Stephen Hicks informierte zehn Minuten nach dem Erdbeben auf Twitter darüber, dass die Gefahr eines Tsunamis besteht. 

Falls die Einwohner Alaskas am Morgen des 23. Januars 2018 nicht durch das Erdbeben der Stärke 7,9 aus ihren Träumen gerissen wurden, dann wohl spätestens durch die schrillen Tsunami-Warnsirenen, die kurz darauf ertönten.

Nach dem Erdstoß, der sich gegen 10:31 Uhr (Ortszeit 0:31 Uhr) ereignete, wurde eine Tsunami-Warnung für den Westen Kanadas und die Küste Alaskas ausgesprochen. Glücklicherweise konnte sie drei Stunden später bereits wieder aufgehoben werden. Zuvor wurde den Menschen in der unmittelbaren Umgebung jedoch empfohlen, sich landeinwärts an höher gelegene Orte zu begeben und jenen zu helfen, die nicht allein fliehen können.

Auch die Einwohner der US-Bundesstaaten Washington, Oregon und Kalifornien erhielten Warnhinweise. Das Erdbeben, welches der Warnung vorausgegangen war, hatte sein Epizentrum im Golf von Alaska. Insgesamt hielten sich die Folgen jedoch in Grenzen, da der befürchtete Tsunami ausblieb und es nach jüngsten Berichten nur minimale Schäden an einigen Gebäuden gab.

Alaska zählt zu den seismisch aktivsten Regionen der Welt und verzeichnet im Schnitt alle 13 Jahre ein großes Erdbeben der Stärke 8 oder höher.

Laut den Daten des Bundesstaats, der ungefähr halb so groß ist wie die Continental United States (also die 48 zusammenhängenden Bundesstaaten ohne Überseegebiete), gibt es in Alaska pro Monat ungefähr 1.000 Beben unterschiedlicher Stärke.

Der Golf von Alaska befindet sich am Pazifischen Feuerring über der Subduktionszone von zwei tektonischen Platten. Die Landmasse ist Teil der Nordamerikanischen Platte, während die Küstenregionen über der Pazifischen Platte liegen. Während die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische abtaucht, entstehen durch die enormen Reibungskräfte Spannungen, die sich regelmäßig in Form von Erdbeben entladen.

Das Karfreitagsbeben der Stärke 9,2, das sich 1964 in Alaska ereignete, gilt nach wie vor als das stärkste Einzelbeben in der Geschichte der USA und als das zweitstärkste Erdbeben des 20. Jahrhunderts. Die Einwohner erinnern sich, dass sie damals gewaltsam auf den Boden geschleudert wurden, der vor ihren Augen auseinanderzubrechen schien und zahlreiche Häuser und Gebäude mit sich riss.

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