Wissenschaft

Urzeitlicher Pinguin war so groß wie ein Mensch

Der 55 Millionen Jahre alte Vogel hatte braune Federn und womöglich einen langen, spitzen Schnabel. Donnerstag, 14 Dezember

Von National Geographic Staff

Die versteinerten Überreste eines riesigen Pinguins wurden im Süden von Neuseeland am Hampden Beach entdeckt. Die Forscher glauben, dass die Fossilien von einer 100 Kilogramm schweren, prähistorischen Pinguinart stammen, die mit etwa 1,78 Meter ungefähr die Durchschnittsgröße eines Mannes hatte. Die neu entdeckte Art wurde Kumimanu biceae getauft, was von den lokalen Wörtern für „Monster“ und „Vogel“ abgeleitet ist. (Lesenswert: Pinguine fressen unerwartete Beute)

Die Art lebte vermutlich vor 55 Millionen Jahren im Paläozän – damit ist es das bisher älteste je entdeckte Pinguinfossil.

Wissenschaftler schätzten die Größe des Tieres auf Basis der fossilen Überreste von Flügel- und Beinknochen, die im Sedimentgestein entdeckt wurden. Sie veröffentlichten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift „Nature“. Bisher gefundene Pinguinfossilien aus Neuseeland wurden auf ein Alter von 25 Millionen Jahren datiert, einige Fossilien aus Peru sogar auf 30 Millionen Jahre.

Diese anderen Fossilien prähistorischer Pinguine ließen darauf schließen, dass die Tiere längere Schnäbel als ihre modernen Verwandten hatten. Vermutlich nutzten sie sie, um bei der Jagd Fische aufzuspießen.

Kumimanu hatte Flossen und saß womöglich genau wie heutige Pinguine aufrecht. Allerdings waren seine Federn braun anstatt schwarz und weiß.

Wissenschaftler glauben, dass Pinguine von Kormoranen abstammen – einer Gruppe von Wasservögeln, die es auch heute noch gibt – und sich später weiterentwickelten und ausbreiteten. Der Asteroid, der die Dinosaurier und die Meeresreptilien ausgelöscht hat, schaffte Platz für Tauchvögel wie Kormorane und Pinguine.

Als die Antarktis und Neuseeland noch ein subtropisches Klima hatten, hätten sich Pinguine ihren Lebensraum mit Haien, Schildkröten und andere Meeresvögeln teilen müssen. (Lesenswert: Kaiserpinguine: Rauf und raus)

Wissenschaftler spekulieren, dass Kumimanu vor etwa 20 Millionen Jahren ausstarb – kurz nachdem größere Meerestiere in sein Ökosystem Einzug hielten. Große, bezahnte Meerestiere wie Robben oder Wale könnten mit den Riesenpinguinen um Nahrung konkurriert oder die Vögel als Beute gejagt haben.

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