Wissenschaft

Der Nachthimmel im Juli 2019

Ein Monat mit Licht und Schatten: Der Saturn strahlt besonders hell, während der Mond in eine partielle Finsternis gehüllt wird.Dienstag, 2. Juli 2019

Von Andrew Fazekas
Die NASA-Raumsonde Cassini nahm im Oktober 2016 dieses Bild des Saturn und seiner großen Ringe auf. Im Juli bietet sich Himmelsbeobachtern auf der Erde ein besonders guter Blick auf den großen Planeten.

Der Saturn strahlt in diesem Monat so hell wie das ganze Jahr nicht, aber ein Meteorstrom und eine partielle Mondfinsternis stehlen dem beringten Gasriesen die Show. Außerdem steht das Jubiläum eines historischen Moments der Menschheitsgeschichte an.

Saturn in Opposition – 9. Juli

Der Saturn wird sich im Sternbild Schütze befinden, wenn er am 9. Juli seine Opposition erreicht.

Der Ringplanet erreicht seine Opposition am 9. Juli. Dann wird er aus der Perspektive der Erde genau gegenüber der Sonne stehen. Das bedeutet, dass der Saturn besonders hell leuchten wird, da er direkt von der Sonne angestrahlt wird. Gleichzeitig erreicht er seinen erdnächsten Punkt des Jahres, sodass es der ideale Zeitpunkt für einen Blick auf den großen Planeten ist.

Während seiner Opposition geht der Saturn bei Sonnenuntergang im Osten auf und versinkt bei Sonnenaufgang im Westen weder hinter dem Horizont. Um Mitternacht wird er am südlichen Nachthimmel stehen. Dort wird der Planet wie ein hell leuchtender, cremefarbener Stern im Sternbild Schütze erstrahlen. Am 15. Juli gesellt sich dann der Vollmond zu dem Ringplaneten. Das himmlische Duo wird nur ein halbes Grad weit voneinander entfernt sein – weniger als die Breite der Mondscheibe.

Galerie: Ende einer Mission: NASA-Sonde Cassini auf Kollisionskurs mit Saturn

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Wer kann, sollte sich den Saturn durch ein Teleskop oder in einer Sternwarte ansehen. Seine Ringe sind besonders gut zu erkennen, wenn das Sonnenlicht auf ihre zahllosen Eis- und Gesteinsbrocken trifft.

(Saturn ohne Ringe? Berühmtestes Merkmal des Planeten könnte überraschend jung sein)

Zwei Augen am Himmel – 13. Juli

Am 13. Juli stehen der Jupiter und der Mond besonders nah beieinander.

In der späten Nacht des 13. Juli wird der zunehmende Dreiviertelmond neben dem strahlenden Jupiter stehen. Die beiden Himmelsaugen befinden sich dann ganz in der Nähe des orangefarbenen Sterns Antares, dem Herzen des Sternbilds Skorpion.

Partielle Mondfinsternis – 16. - 17. Juli

Europa und Afrika werden in der Nacht des 16. Juli eine partielle Mondfinsternis beobachten können.

In der Nacht des 16. Juli bietet sich Beobachtern in Europa und Asien ein besonderer Anblick. Dann wird sich der Erdschatten über die Mondoberfläche schieben, wenn sich unser Planet zwischen der Sonne und dem Mond hindurchbewegt. Im Gegensatz zu einer totalen Mondfinsternis wird unser kleiner Satellit während seiner maximalen Verdunkelung aber nur zu 65 Prozent bedeckt sein. Die Halbschattenfinsternis beginnt gegen 20:45 Uhr und wird ihr Maximum gegen 23:30 Uhr erreichen.

(Mondfinsternis-Mythen aus aller Welt)

Jubiläum der Apollo-Mission – 20. Juli

Am 20. Juli geht am östlichen Horizont der abnehmende dreiviertel Mond auf. Genau 50 Jahre zuvor haben die Astronauten der Apollo-11-Mission ihre ersten Schritte auf der staubigen Oberfläche unseres Satelliten gemacht – die erste bemannte Mondlandung in der Geschichte der Menschheit.

Höhepunkt der Delta-Aquariiden – 28. - 30. Juli

Der Meteorstrom der Delta-Aquariiden scheint aus seiner namensgebenden Konstellation des Wassermanns zu entspringen.

Vom 28. Juli bis zum 30. Juli lohnt sich für alle Sternschnuppenjäger ein Blick zum Nachthimmel, denn dann erreicht der jährliche wiederkehrende Meteorstrom der Delta-Aquariiden seinen Höhepunkt. Jenseits der lichtverschmutzten Städte können Beobachter mit bis zu einem Dutzend Sternschnuppen pro Stunde rechnen.

In der nördlichen Hemisphäre werden die einzelnen Sternschnuppen scheinbar aus dem Sternbild Wassermann entspringen, das tief über dem südlichen Horizont hängt.

Da am 31. Juli ein Neumond bevorsteht, sollte der dunkle Himmel ideale Sichtbedingungen bieten.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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