Wissenschaft

Der Nachthimmel im August 2019

Ein, zwei, drei Meteorströme tanzen im August über den nächtlichen Himmel.Freitag, 2. August 2019

Von Andrew Fazekas
Diese farbenfrohe Aufnahme des Merkur wurde mit Bildern der NASA-Sonde MESSENGER erzeugt, die den Planeten von 2011 bis 2015 umkreiste. Am 9. August wird der kleine Planet von der Erde aus so gut zu sehen sein wie das ganze Jahr nicht.

Es wird ein Monat voller Sternschnuppen: Gleich drei Meteorströme erwarten uns im August und versüßen die langen Sommernächte. Im Fahrtwind dieses Himmelsspektakels legt auch der kleine Merkur, der mit bloßem Auge sonst kaum zu sehen ist, seinen größten Auftritt des Jahres hin.

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Leuchtende Nachtwolken – 1. - 7. August

In der nördlichen Hemisphäre stellt die erste Augustwoche in diesem Jahr die letzte Gelegenheit dar, das Spektakel der leuchtenden Nachtwolken zu erleben.

Diese zarten, glühenden Wolkenstränge entstehen am Rande des Weltraums, wenn sich Eiskristalle an Staubpartikeln bilden, die in die Erdatmosphäre fallen. Durch ihre große Höhe werden die Wolken auch dann noch beleuchtet, wenn die Sonne für Betrachter auf der Erdoberfläche bereits untergegangen ist. So entstehen in der Abenddämmerung die leuchtenden Striemen hoch am Himmel. Wenn die Tage mit dem Beginn des Herbstes jedoch kürzer werden, sind auch die Wolken nicht mehr sichtbar.

Alpha-Capricorniden – 2. August

Die Alpha-Capricorniden scheinen am 2. August ihrem namensgebenden Sternbild Steinbock zu entspringen.

Der August ist bei Himmelsbeobachten als Monat der Perseiden bekannt, einem der ergiebigsten Meteorströme des Jahres. 2019 muss dieses Spektakel jedoch gegen das helle Leuchten des fast vollen Mondes ankämpfen, weshalb sich stattdessen einen Blick auf kleinere Meteore wie die Alpha-Capricorniden lohnen könnte.

Dieser Meteorstrom erreicht seinen Höhepunkt in den frühen Morgenstunden nahe des Sternbilds Steinbock am südwestlichen Himmel. Auf den mittleren nördlichen Breitengraden sollten an dunklen Orten ungefähr ein halbes Dutzend Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein.

Scheuer Merkur am Morgen – 9. August

Am 9. August ist der Merkur so gut zu sehen wie das ganze Jahr nicht.

Mitte August ergibt sich für dieses Jahr die beste Gelegenheit, den winzigen Merkur am Nachthimmel zu sehen, der für das bloße Auge oft unsichtbar bleibt. Der Merkur ist der Sonne von allen Planeten am nächsten. Aus einer irdischen Perspektive steigt er nur selten hoch über den Horizont auf und wird leicht vom Leuchten der auf- oder untergehenden Sonne verdeckt.

Am 9. August sollte der Planet am östlichen Horizont etwa 30 Minuten vor Sonnenaufgang sichtbar sein. Als Orientierung können die Zwillingssterne Castor und Pollux dienen, die links über ihm am Himmel stehen, sowie der Stern Prokyon rechts neben ihm.

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Leuchtendes Doppel – 11. August

Am 11. August wird der cremefarbene Saturn besonders nah am Mond stehen.

Wenn am 11. August die Nacht hereinbricht, wird der fast volle Mond sich zu dem goldgelb leuchtenden Ringplaneten Saturn gesellen. Die beiden Himmelsobjekte geben im Sternbild Schütze dann ein auffälliges Paar ab. Wer auf der Suche nach einer besonderen Herausforderung ist, kann versuchen, den blauen Stern Nunki zu entdecken, der sich dann leicht unterhalb des Mondes befindet.

Höhepunkt der Perseiden – 13. August

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Dieses beliebte Himmelsspektakel erfreut Beobachter mit bis zu 60 Meteoren pro Stunde und erreicht seinen Höhepunkt in diesem Jahr am 13. August. Da aber nur zwei Tage später der Vollmond am Himmel stehen wird, werden viele Sternschnuppen vermutlich vom Leuchten unseres Erdtrabanten überdeckt. Astronomen rechnen daher mit nur etwa einem Dutzend sichtbarer Meteoren pro Stunde.

Trotzdem lohnt sich ein Blick in den Himmel, denn die Perseiden begeistern oft mit besonders hellen und spektakulären Sternschnuppen. Die beste Zeit für eine Beobachtung sind die letzten Stunden vor Sonnenaufgang.

Höhepunkt der Kappa-Cygniden – 17. August

Der Meteorstrom der Kappa-Cygniden scheint aus dem Sternbild Schwan zu entspringen.

Die Kappa-Cygniden sind kein Meteorstrom, der besonders viele Sternschnuppen verspricht: Astronomen rechnen mit weniger als einem halben Dutzend pro Stunde. Allerdings liegt ihr Radiant für Beobachter auf der nördlichen Halbkugel fast genau über ihren Köpfen – damit sind die Sternschnuppen praktisch von jedem Ort aus zu sehen.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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