Das faszinierende Leben in der ältesten Wüste der Welt

Entdeckt die uralte Namib als kreativen Zufluchtsort und Reich der Mysterien zusammen mit dem Fotografen Thomas Peschak.Freitag, 3. November 2017

Von Austa Somvichian-Clausen
Bilder Von Thomas P. Peschak

Für den Fotografen Thomas Peschak, dessen Job es ist, Bilder des Einzigartigen und Unerforschten einzufangen, kann Abenteuer schon fast zur Routine werden. Aber Namibia ist für ihn ein Ort, dessen geheimnisvolle Natur unübertroffen ist. Er nennt das Land „Planet Namibia“ und sagt, dass er hier dem Gefühl am nächsten kommt, durch den Weltraum zu reisen.

Das raue Klima ist Peschak durchaus nicht fremd. Die weite Wüstenlandschaft ist sein „kreativer Zufluchtsort“, zu dem er in letzten 20 Jahren 16 Mal gereist ist. „Es ist ein Ort, der mir sehr lieb und teuer ist.“

Eigentlich hat Peschak mehr als 20 Jahre lang in Südafrika gelebt. Einen großen Teil der Zeit hat er allerdings im Ausland verbracht, meistens unter Wasser. Namibia ist für ihn eine Verbindung zu dem Kontinent, den er seine Heimat nennt. Es ist aber auch ein Ort, den er aufsucht, um die spielerischen Aspekte seines Handwerks zu entdecken, jenseits des reglementierten Charakters seiner Auftragsarbeiten.

Wenn Peschak mit dem Auto durch Namibia fährt, ist das für ihn nicht wirklich eine berufliches Unterfangen – er freut sich einfach auf alles, was er auf seinem Weg sehen wird. „Das ist immer mehr so aus dem Stegreif … viel eher wie Street-Fotografie“, sagt er. Man muss sich gestatten, überrascht zu werden.

Peschak beschreibt das Land als ein Kaleidoskop des Lebens. Dessen einzigartige Bewohner hatten 55 Millionen Jahre Zeit, sich an die Umgebung der rauen, uralten Namib anzupassen, die zu den ältesten Wüsten auf dem Planeten gehört.

Die kalten Wellen des Atlantiks sind ein unverzichtbarer Quell des Lebens für die Tiere der Namib. Mitunter fällt jahrelang kein einziger Tropfen Regen auf die Küstenwüste. Am Strand bilden sich nachts jedoch Nebelbänke, die in die Wüste driften und dort kleine Wassertröpfchen auf jedem Sandkorn hinterlassen.

Peschak hat Wochen damit verbracht, an dieser Küste entlang und in der Wüste Namibias umherzufahren, sich absichtlich zu verirren und sich dabei selbst zu verlieren. In einer Welt, die zunehmend sauberer und einengender wird, so sagt er, sei Namibia ein weiter und wilder Raum, den man erkunden kann und sich dabei wie der einzige Mensch auf dem Planeten fühlt. „Das kommt nicht mehr besonders häufig vor.“

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