Fotografie

Jane und Jou Jou

Ein Schimpanse begrüßt die Verhaltensforscherin Jane Goodall. Berühmt wurde Jane durch ihre Langzeitstudien über Menschenaffen. Erfahren Sie mehr über die Geschichte hinter dem legendären Foto des NG-Fotografens Michael Nichols.

Von National Geographic Database
Bilder Von Michael Nichols
1991 gelang Michael Nichols diese Aufnahme in Brazzaville in der Republik Kongo.

Die Geschichte von Jane und Jou Jou

Michael „Nick“ Nichols hatte schon eine Weile mit Jane Goodall an einer Dokumentation über misshandelte Schimpansen gearbeitet. Nun waren sie zusammen in einem Zoo in Brazzaville und besuchten dort einen Schimpansen namens Gregoire. „Er hatte mehr als 40 Jahre in einem Käfig gelebt“, sagt Nichols. Ohne Fell und unterernährt war Gregoire dem Zoo übergeben worden. Doch Jane Goodall hatte sich des alten Affen angenommen; das Fell war zurückgekommen, und er machte schon einen viel besseren Eindruck.

Gerade als Nichols Gregoire fotografieren wollte, sah er, wie Jou Jou, der Schimpanse aus dem Nachbarkäfig, sich vorlehnte, um Goodall zu begrüßen. „Ich wusste sofort: Das wird ein Bild, die Schimpansenhand und Janes berühmtes goldenes Haar“, sagt Nichols. Doch die Szene füllte das Bild nicht ganz aus. Also schritt er ganz langsam auf Goodall zu und fotografierte dabei weiter.

Ganz ungefährlich war das nicht. Manchmal werden Affen in Gefangenschaft wild. Jou Jou war bekannt für seine raue Art. Leicht hätte Nichols ihn erschrecken können. Und leicht hätte Jou Jou Janes Kopf gegen den Käfig schlagen können – wenn er es gewollt hätte. „Jane versteht sich darauf, Schimpansen emotional zu entwaffnen“, sagt Nichols. Obwohl die Szene nur 30 Sekunden dauerte, wusste Nichols, dass er ein Sinnbild für Jane Goodalls Arbeit als Tierschützerin aufgenommen hatte.

 

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