Geschichte und Kultur

3.500 Jahre alte ägyptische Gräber mit Mumie und Totenmasken entdeckt

In den letzten Ruhestätten von zwei altägyptischen Amtsträgern fanden sich bunte Grabbeigaben, ein kunstvolles Wandbild und in Leinen eingewickelte sterbliche Überreste. Montag, 11 Dezember

Von Nariman El-Mofty

Ägyptische Beamte verkündeten am Samstag die Entdeckung und Ausgrabung von zwei Gräbern, die in der Nekropole Dra' Abu el-Naga bei Luxor gefunden wurden. Die Gräber stammen aus der Zeit der 18. Dynastie (1550 – 1292 v. Chr.) und gehören Amtsträgern, die vermutlich in der alten Hauptstadt Theben tätig waren, die mittlerweile eine UNESCO-Welterbestätte ist.

Die Gräber wurden in den Neunzigern von der deutschen Ägyptologin Friederike Kampp-Seyfried untersucht und nummeriert. Damals wurde das Grab mit der Bezeichnung Kampp 161 nie geöffnet und das Grab Kampp 150 wurde nur bis zu seinem Eingang ausgegraben. Vor Kurzem wurden die zwei Gräber wiederentdeckt und von ägyptischen Archäologen ausgegraben.

Die Namen der Amtsträger, die in den Gräbern liegen, sind unbekannt, da bisher noch keine entsprechenden Inschriften gefunden wurden. Im April wurde das Grab eines Magistraten namens Userhat aus der 18. Dynastie in derselben Nekropolis entdeckt. (Lesenswert: Mumien und Tausende von Statuen in altägyptischem Grab entdeckt).

Kampp 161 stammt basierend auf stilistischen und architektonischen Vergleichen mit anderen Gräbern in diesem Gebiet wahrscheinlich aus Zeiten der Herrschaft Amenophis II. oder Thutmosis IV. Damit ist die Grabstätte ungefähr 3.400 Jahre alt. Die westliche Wand des Grabes ist mit einer kunstvollen Darstellung eines sozialen Ereignisses verziert, womöglich ein Bankett. Eine Figur bringt dem Insassen des Grabes und seiner Frau Gaben dar. Außerdem wurden in dem Grab hölzerne Totenmasken, Reste von Möbelstücken und ein dekorierter Sarg entdeckt.

Kamp 150 stammt höchstwahrscheinlich aus der Zeit von Thutmosis I. und ist damit etwa ein Jahrhundert älter als Kampp 161. Die Schätzung basiert auf einer Kartusche, die man im Grab gefunden hat. Obwohl keine Inschriften mit Namen gefunden wurden, entdeckte man im Vorraum des Grabes zahlreiche Grabkegel mit den Namen eines Schreibers namens Maati und seiner Frau Mohi, die womöglich auf die Identität der Insassen hindeuten. In dem Grab fanden Archäologen bunte Holzstatuen, Totenmasken und eine Mumie, die in Leinen gewickelt ist.

„Es ist das erste Mal, dass diese zwei Gräber betreten werden“, sagte der Minister für Altertümer-Angelegenheiten Khaled El-Enany den Journalisten, die sich für eine Pressekonferenz eingefunden hatten.

Es gibt eine lange Geschichte ausländischer Ausgrabungsexpeditionen in Ägypten. Ein Angestellter des Ministeriums für Altertümer-Angelegenheiten wies jedoch darauf hin, dass die Wiederentdeckung und Ausgrabung der Gräber durch ägyptische Archäologen die zunehmende Professionalität und Expertise der heimischen Wissenschaftsgemeinschaft widerspiegele.