Schlösser, Kirchen, Wahrzeichen: Die fünf schönsten Bauwerke in Deutschland

Mithilfe einer mathematischen Formel hat ein britisches Unternehmen die 50 schönsten Gebäude der Welt errechnet. Auch fünf deutsche Bauten sind darunter. Eines schaffte es sogar in die Top10.

Von Jens Voss
Veröffentlicht am 4. Sept. 2023, 09:49 MESZ
Blick auf Deutschlands berühmtestes Schloss: Neuschwanstein bei Füssen im deutschen Allgäu

Deutschlands berühmtestes Schloss: Neuschwanstein bei Füssen im deutschen Allgäu

Foto von Adobe Stock

Top5 der schönsten Gebäude in Deutschland

Klar, Schönheit ist relativ. Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung davon, was ästhetisch ansprechend ist. Doch in gewisser Weise lässt sich Schönheit auch mathematisch messen. Schon seit der Antike setzen Künstlerinnen und Künstler dazu auf ein ästhetisches Gestaltungsmittel: den Goldenen Schnitt. Er bestimmt das Teilungsverhältnis zweier Strecken zueinander.

Der Goldene Schnitt entsteht, wenn eine Strecke in zwei Abschnitte geteilt wird, so dass das Verhältnis des Ganzen zur längeren Teilstrecke dasselbe ist wie das Verhältnis der längeren zur kürzeren Teilstrecke. Demzufolge lautet die mathematische Formel für Schönheit: (a+b)/b = b/a. Zu kompliziert? Anhand eines Beispiels wird es einfacher. 

Viele gute Fotos entstehen, indem das Hauptmotiv nicht einfach in die Bildmitte gesetzt wird. Stattdessen platzieren Fotografinnen und Fotografen es gern an der Stelle, wo sich die Höhe oder Breite des Bildes im Verhältnis von 62/38 (oder einfach 60/40) teilen lässt. Ein solcher Aufbau wirkt besonders harmonisch. In der Natur findet man dafür viele Vorbilder – etwa in der Anordnung von Blättern an Pflanzenstängeln, den Schalen von Schnecken oder der Struktur von Blumen.

Ästhetisches Gestaltungsmittel: der Goldene Schnitt

Foto von Adobe Stock

Goldener Schnitt: Eine magische Schönheitsformel 

Der Goldene Schnitt wird in Kunst und Architektur oft verwendet, um ästhetisch ansprechende Formen und Flächen zu erzeugen. Weltberühmt ist der „Vitruvianische Mensch“ von Leonardo da Vinci, der den menschlichen Körper nach idealisierten Proportionen darstellt. Weitere bekannte Beispiele sind die „Mona Lisa“, die Cheops-Pyramide oder der Parthenon-Tempel. Die Aufzählung ließe sich beliebig weit fortführen.

Mithilfe der Gestaltungsregel hat ein britischer Anbieter für Dachbedarf nun versucht, die schönsten Gebäude der Welt zu ermitteln. Dazu wurden zunächst 100 berühmte Gebäude ausgewählt, die gemeinhin als besonders attraktiv gelten. Im nächsten Schritt ließ das Unternehmen berechnen, inwieweit die Gebäudeproportionen dem Goldenen Schnitt entsprechen. Je höher die prozentuale Übereinstimmung, desto schöner das Bauwerk. So entstand ein Ranking der 50 schönsten Gebäude der Welt. 

Die Londoner dürfen sich freuen: Auf Platz 1 landete die St. Paul‘s Cathedral im Herzen der Stadt. Gut 72 Prozent der Kirchenfrontseite folgen offenbar dem Goldenen Schnitt. Platz 2 geht an das Marina Bay Sands Hotel in Singapur (70,9 Prozent), dicht gefolgt von Westminster Abbey (70,5 Prozent), ebenfalls in London. Als schönstes deutsches Bauwerk schafft es Schloss Neuschwanstein auf Platz 10.

Die Westseite der St. Paul‘s Cathedral in London

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Top5: Deutschlands schönste Bauwerke

Platz 1: Schloss Neuschwanstein

Das legendäre „Märchenschloss“ von König Ludwig II. (1845 –1886) zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Jährlich 1,5 Millionen Touristen besuchen das ikonische Bauwerk bei Füssen im Allgäu. Die Bauarbeiten begannen 1869. Der bayerische Monarch hat sein Schloss allerdings nie vollendet erlebt. Sechs Jahre nach seinem Tod wurden die Arbeiten eingestellt. Im internationalen Ranking kommt Schloss Neuschwanstein auf Rang 10 – die beste Platzierung für ein deutsches Gebäude. Gut 63 Prozent der Schlossfront sind laut Untersuchung im Sinne des Goldenen Schnitts angelegt. 

Schloss Neuschwanstein bei Füssen im Allgäu

Foto von National Geographic

Platz 2: Kölner Dom

Direkt hinter Schloss Neuschwanstein folgt der Kölner Dom als zweitschönstes Gebäude in Deutschland. Weltweit liegt er mit 61,7 Prozent auf Platz 11. Der Grundstein im Kölner Zentrum wurde im Jahr 1248 gelegt, allerdings standen dort schon seit dem 4. Jahrhundert christliche Kirchen. Der Kölner Dom ist eine der größten gotischen Kathedralen. Die beiden Türme ragen mehr als 157 Meter in den Himmel empor und prägen als Wahrzeichen und Weltkulturerbe die Skyline der Stadt. Als Unesco-Weltkulturerbe gehört er den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

Kölner Dom

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Platz 3: Brandenburger Tor in Berlin

Berlin hat viele Wahrzeichen. Am schönsten ist das Brandenburger Tor – jedenfalls, wenn man den Goldenen Schnitt als ästhetisches Kriterium anlegt. Im internationalen Ranking belegt mit es 52,6 Prozent den 18. Platz. König Friedrich Wilhelm II. ließ das klassizistische Bauwerk zwischen 1788 und 1791 am heutigen Pariser Platz bauen. Nach dem Bau der Berliner Mauer war es ein Mahnmal der Teilung, denn zu DDR-Zeiten stand es unmittelbar an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Nach der Wende ist das Tor zum Symbol der deutschen Einheit geworden. 

Brandenburger Tor

Foto von Adobe Stock

Platz 4: Berliner Dom

Mit seiner imposanten Kuppel und der beeindruckenden Fassade zieht der Berliner Dom Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Seine Geschichte geht bis ins Jahr 1536 zurück, fertiggestellt wurde er im Stil der Neorenaissance und des Neobarock erst 1905. Mit einer Grundfläche von 6.270 Quadratmetern und einer Höhe von 98 Metern ist er die größte evangelische Kirche Deutschlands. Die Domorgel zählt zu den imposantesten in Deutschland: Sie besitzt sage und schreibe 7.269 Pfeifen. Mit 48,7 Prozent landet der Berliner Dom im weltweiten Vergleich der schönsten Gebäude auf Platz 24. 

Berliner Dom

Foto von Adobe Stock

Platz 5: Dresdner Frauenkirche

Auch die Frauenkirche in Dresden ist ein beeindruckender evangelischer Sakralbau. Sie wurde zwischen 1726 und 1743 im Barockstil gebaut. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht auf den 14. Februar 1945 fast völlig zerstört. Erst ab 1994 begann man mit dem Wiederaufbau, der 2005 abgeschlossen war. Das monumentale Bauwerk am Dresdner Neumarkt gilt als einer der größten Sandsteinbauten der Welt. In der internationalen Liste landet die Dresdner Frauenkirche auf Rang 36 (40,7 Prozent).

Dresdner Frauenkirche

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