Aufnahmen aus einem geheimnisvollen Blue Hole im Great Barrier Reef

Die geologische Formation ist fast 30 Meter tief. Was sich in ihrem Inneren verbirgt, offenbart sich jedoch nur bei einem Tauchgang.Dienstag, 13. Februar 2018

Von Sarah Gibbens

National Geographic hat diese Inhalte in einer Partnerschaft mit Rolex produziert, um die Erforschung und den Schutz unseres Planeten zu unterstützen. Die beiden Organisationen werden mit vereinten Kräften erfahrene Forscher unterstützen, den jungen Forschungsnachwuchs fördern und die Wunder unserer Erde schützen.

Von allen geologischen Formationen haben „Blue Holes“ (dt. Blaue Löcher) den vielleicht eindeutigsten Namen. Für Meeresforscher sind sie allerdings längst nicht so durchschaubar wie ihr Name. Die unterseeischen Dolinen sind wahre Schatzgruben voller Informationen.

„Durch die Sedimente, die sich im Laufe von Tausenden von Jahren dort abgelagert haben, können Blue Holes regelrechte Zeitkapseln für das Meer sein“, sagte der australische Meeresbiologe Johnny Gaskell.

Vor Kurzem erkundete er ein solches Blue Hole im Great Barrier Reef. Dort filmte er, was man von oben kaum sehen kann.

In der Mitte ist das Blue Hole fast 30 Meter tief. Dort tummeln sich zahlreiche Meeresbewohner wie Schildkröten und tropische Fischarten.

„Innerhalb der Wände des Blue Hole ist es absolut ruhig, es gibt keinerlei Strömungen“, sagt Gaskell. „Auffällig sind die großen Korallenkolonien, die dort in interessanten Formationen wachsen, vermutlich, weil es keine Strömungen und keine störenden Wellenbewegungen gibt. Diese Kolonien bilden abstrakte Strukturen, die keinem Muster zu folgen scheinen. Sie wachsen nach außen und ändern ganz zufällig die Richtung.“

Laut Gaskell erstrecken sich diese Korallengebilde nur ein Stück weit des Weges nach unten. Als die Taucher zum dunklen Boden des Blue Hole vordrangen, fanden sie dort hauptsächliches sandiges Sediment.

OASE DES LEBENS

Die hohen Wände der Doline schützen die Lebewesen in ihrem Inneren vor schädigenden Wettereinflüssen. Besonders große Hurrikans können Korallen gefährlich werden, die von den gewaltigen Wellen zerstört werden.

Im März 2017 fegte der Zyklon Debbie über Australiens Küste hinweg. Im Anschluss daran begann Gaskell damit, nach Blue Holes zu suchen.  Er hoffte, in den Dolinen Korallen zu finden, die vom Sturm verschont geblieben waren.

Mit Hilfe von Google Maps entdeckte er ein Blue Hole an einem abgelegenen Ort fast 200 Kilometer von der nächsten Insel entfernt. Obwohl dieses spezielle Blue Hole bereits vorher entdeckt worden war, war es durch seine Lage eher schwer zu erreichen und daher kaum erforscht. Bei einem Tauchgang im September konnte Gaskell dann bestätigen, dass es sich tatsächlich um ein Blue Hole handelte, und veröffentliche seine Videoaufnahmen über National Geographic.

WIE ENTSTEHT EIN BLUE HOLE?

Die meisten Blue Holes entstehen aus Dolinen oder Höhlen, die sich durch die Erosion und den Einbruch von Gestein im Laufe der Zeit formten. Viele Blue Holes entstanden während der letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel anstieg und bereits bestehende Dolinen überflutete. Der Name kam durch das dunkelblaue Wasser zustande, das für diese Formationen typisch ist und sich oft deutlich von dem umliegenden türkisblauen Wasser abhebt.

Gaskell will weiterhin nach Blue Holes im Great Barrier Reef suchen

„Einige dieser Orte wurden schon von Wissenschaftlern erkundet, aber aufgrund ihrer großen Entfernung zur Küste sind einige Teile des Great Barrier Reef weiterhin ein Mysterium.“

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