Ein geschlossener Plastikkreislauf mit „Searious Business“

Ein niederländisches Unternehmen verhilft großen Herstellern zu einer intelligenteren Plastiknutzung, die weniger Müll zur Folge hat.Mittwoch, 10. Oktober 2018

Von National Geographic
Ein geschlossener Plastikkreislauf mit „Searious Business“
Ein geschlossener Plastikkreislauf mit „Searious Business“
bild Serious Business

Searious Business ist ein Unternehmen, das darauf abzielt, die Verschmutzung unserer Meere durch Plastik zu verhindern. Zu diesem Zweck arbeitet es mit ambitionierten Herstellern an einer intelligenteren Kunststoffnutzung, indem beispielsweise deren Plastik-Bilanz reduziert wird. Die Organisation führt Innovationsprojekte durch, die darauf abzielen, den Kunststoffkreislauf zu schließen. 

Entschlossener Ansatz 

In den letzten Jahren hat das Unternehmen durchschlagende Erfolge erzielt, indem es die Verwendung von Kunststoffen in der Herstellungskette konsequent angegangen ist und damit die CO2-Bilanz gesenkt hat. Der Fokus liegt auf den großen Marken in den Bereichen (Lebensmittel-)Verpackungen, Möbel, Unterhaltungselektronik und Automobile. Insbesondere in diesen Bereichen baut die Organisation auf ein sehr breites Netzwerk von Unternehmen, darunter besonders große Verbrauchermarken, Kunststoffverarbeiter, Abfallverwerter, Materialspezialisten, Designer, Branding-Agenturen, PR-Agenturen, Regierungen sowie Experten in den Bereichen Versorgungsketten und Finanzen. 

Intelligentes Design 

Das Unternehmen bewegt sich auf dem neuesten Stand der Technik und Nachhaltigkeit und setzt vor allem auf die langfristige Änderung des Verhaltens von Produzenten und Konsumenten. Zu diesem Zweck verwendet Searious Business einen methodischen Ansatz: ReThink – ReDesign – ReBrand. Das bedeutet, dass das „Umdenken“ in Form der Definition eines übergeordneten Ziels mit einem klaren Endergebnis erfolgt. Im Anschluss liegt der Fokus auf einer intelligenteren Gestaltung eines Produkts oder einer Dienstleistung durch technologischen Wandel und Kooperation.

Willemijn Peeters, Gründerin und Geschäftsführerin Searious Business & Ocean Ambassador der Niederlande
Willemijn Peeters, Gründerin und Geschäftsführerin Searious Business & Ocean Ambassador der Niederlande
bild Searious Business

In einem Interview mit National Geographic stellt die Geschäftsführerin von Searious Business, Willemijn Peeters, ihr Unternehmen und dessen aktuelle Projekte kurz vor. 

Was genau ist Searious Business und was ist Ihre Mission? 

Searious Business bietet Lösungen für große Unternehmen an, die zu einem Umdenken führen und einen Kunststoffkreislauf erzeugen. Unsere Mission besteht darin zu verhindern, dass Plastik in unsere Umwelt gelangt. Gerade ins Meer soll keinerlei Plastik gespült werden. 

Welchen Nutzen haben die Umwelt und insbesondere das Meer von Ihren Lösungen? 

Wenn aus Plastik kein Müll mehr wird, gelangt es auch nicht mehr in die Umwelt. Dementsprechend würden auch unsere Meere nicht mehr durch Plastik verschmutzt. 
 
Wie können sich Unternehmen und Kunden in Deutschland an diesem Unterfangen beteiligen? 

Searious Business konzentriert sich auf drei Bereiche: (Lebensmittel-)Verpackungen, Möbel und Unterhaltungselektronik. Wir arbeiten weltweit mit führenden Unternehmen zusammen, um wirklich etwas zu bewirken. Es gibt sehr viele deutsche Unternehmen in diesen Bereichen. Wir würden gern mit den ambitioniertesten unter ihnen zusammenarbeiten, um sie zu Vorreitern im Bereich der Nachhaltigkeit zu machen. 

Was steht als nächstes für Ihr Unternehmen an?

Wir wollen einen vollständig recycelbaren Trinkbeutel herstellen, der eine Alternative zu den aktuell auf den Markt vorhandenen Produkten darstellen soll. Die derzeitigen Trinkbeutel bestehen aus verschiedenen Materialien und mehreren Schichten und werden entweder verbrannt oder achtlos in die Umwelt geworfen.

Blicken Sie der Zukunft unserer Meere eher optimistisch oder eher pessimistisch entgegen?

Wir haben nur ein einziges Weltmeer. Deshalb müssen wir sehr sorgsam mit ihm umgehen, denn unser Leben hängt von ihm ab. Wenn wir unseren Worten auch Taten folgen lassen und JETZT zu handeln beginnen, denke ich, dass wir die Meere in einem besseren Zustand hinterlassen können, als ihn unsere Kinder derzeit mit ansehen müssen. 
 

 

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