Eine Karte zeigt die wachsende „Klimarebellion“ der USA gegen Trump

Die US-Regierung mag den Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verkündet haben, aber viele Staaten und Städte engagieren sich weiterhin für den Klimaschutz.

Von Michael Greshko
Veröffentlicht am 9. Nov. 2017, 03:35 MEZ
Grün: Zwölf US-Bundesstaaten und Puerto Rico sind der Klimaallianz der Vereinigten Staaten beigetreten und verpflichten sich weiterhin, die angestrebten Ziele zur Senkung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Blau: Funktionäre aus zehn weiteren Staaten und der District of Columbia haben ebenfalls geschworen, sich an das Übereinkommen von Paris zu halten, sind der Allianz aber nicht formell beigetreten. Lila: Im ganzen Land haben 274 Städte (Tendenz steigend) die Mayors National Climate Action Agenda unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich dazu, ihre Emissionen auf lokaler Ebene zu verringern. Alaska, Hawaii und Puerto Rico sind nicht maßstabsgetreu abgebildet.
Foto von Riley D. Champine

Das Nachbeben vom 1. Juni, als die Trump-Regierung den Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beschloss, war noch nicht ganz verklungen, da formierte sich schon Widerstand. Diverse Gruppen in den ganzen USA haben sich gegen die Entscheidung zur Wehr gesetzt.

Bundesstaaten, Städte, Unternehmen, Philanthropen und Universitäten haben geschworen, die Lücke zu füllen, welche die US-Regierung hinterlassen wird, wenn sie tatsächlich austritt oder die freiwilligen Ziele ignoriert. Bis 2025 soll der CO2-Ausstoß des Landes um 26 bis 28 Prozent gesenkt werden, im Anschluss daran sogar noch weiter.

Der Philanthrop, Milliardär und ehemalige Bürgermeister von New York City, Michael Bloomberg, hat bereits gelobt, 15 Millionen Dollar für die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zu spenden. Dadurch sollen Finanzierungslücken gefüllt werden, die durch den Austritt der Trump-Regierung entstehen.

Noch am Tag von Trumps Ankündigung zum Austritt gaben die Bundesstaaten New York, Kalifornien und Washington die Bildung der United States Climate Alliance bekannt. Diese Koalition verfolgt das Ziel, die Verpflichtungen der USA im Rahmen des Pariser Abkommens einzuhalten. Darüber hinaus möchte sie auch den Clean Power Plan der Obama-Regierung einhalten oder gar übererfüllen. Der Plan konzentriert sich auf die Verringerung von CO2-Ausstößen durch Kohlekraftwerke und auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien.

Mittlerweile gehören der Klimaallianz der Vereinigten Staaten zwölf Bundesstaaten und Puerto Rico an. Zusammen repräsentieren sie mehr als hundert Millionen Amerikaner und ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts der USA. Ein Mitgliedsstaat, Hawaii, hat am 6. Juni ein Gesetz verabschiedet, welches den Bundesstaat formell dazu verpflichtet, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten. Jerry Brown, der Gouverneur des Mitgliedstaats Kalifornien, hat sich als faktischer Klimaführer der USA positioniert. Auf einer kürzlich erfolgten Konferenz für erneuerbare Energien hat er an Treffen zum Klimawandel mit führenden chinesischen Amtsträgern teilgenommen.

Abseits davon haben sich US-Bundesstaaten, Justizminister, Städte, Unternehmen und Universitäten in einer Koalition namens We Are Still In (dt. Wir sind noch dabei) zusammengeschlossen. Die Gruppe, die von Bloomberg angeführt wird, hat Unterzeichner aus 125 Städten, neun Bundesstaaten, 183 Colleges und Universitäten sowie 902 Unternehmen. Von sich selbst sagt der Zusammenschluss, dass er 120 Millionen Amerikaner repräsentiere und mit 6,2 Billionen Dollar zur US-Wirtschaft beitrage.

Zusätzlich dazu haben 274 Bürgermeister der USA, die 58 Millionen Amerikaner repräsentieren, eine Erklärung der Mayors National Climate Action Agenda (MNCAA) unterschrieben, sich an das Pariser Klimaschutzabkommen zu halten.

Falls die US-Regierung an ihrem Plan festhält, formell aus dem Abkommen auszutreten (was erst am 4. November 2020 geschehen kann), ist es das dritte Land der Welt, das in keiner Form Teil des Abkommens ist. Die anderen beiden sind Syrien und Nicaragua.

Von diesen dreien wären die USA die einzige Nation, die aus dem Abkommen ausgetreten ist. Die beiden anderen sind nie beigetreten: Nicaragua hielt das Abkommen nicht für ambitioniert genug und Syrien konnte aufgrund des brutalen Bürgerkriegs, der in dem Land tobt, und wegen internationaler Sanktionen nicht zu den Verhandlungen erscheinen.

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