Wissenschaft

Der Nachthimmel im Februar 2019

Supermond, Merkur-Primetime und leuchtende Nebel warten in diesem Monat auf Himmelsbeobachter. Montag, 4 Februar

Von Andrew Fazekas

Die Februarnächte sind zwar noch kühl, bieten aber dennoch ein paar spektakuläre Anblicke für geneigte Sternegucker: Von einem Supermond über bunte Planetenpaare bis hin zu weit entfernten Nebeln und dem Zodiakallicht gibt es in diesem Monat viel am Himmel zu entdecken.

Venus im Nebel – 4. Februar

In dieser Nacht wird der Planet Venus an zwei der schönsten kosmischen Wolken aus Gas und Staub vorbeiziehen, dem Trifidnebel und dem Lagunennebel. Die besten Chancen, diese weit entfernten Bewohner des Weltalls zu entdecken, hat man in den dunkelsten Stunden der Nacht, mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang.

Wenn die Venus tief über dem östlichen Horizont steht, richtet euer Fernglas auf den strahlenden Planeten und lasst den Blick in südliche Richtung schweifen. Dort sollten zwei geisterhafte, blasse Lichtflecken sichtbar sein. Derjenige der beiden, der näher an der Venus steht, ist der Trifidnebel, eine kleine Sternenfabrik in etwa 5.200 Lichtjahren Entfernung. Das optisch weiter entfernte Objekt ist der Lagunennebel, der tatsächlich aber nur 4.300 Lichtjahre weit entfernt liegt.

Mond trifft Mars – 10. Februar

Etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang sollte die Mondsichel am 10. Februar unter dem rostroten Mars hängen.

Mars und Uranus – 12. Februar

Gleich nach Einbruch der Dunkelheit ist der Mars am südwestlichen Abendhimmel zu sehen. Der Rote Planet dient als praktischer Orientierungspunkt für all jene, die den siebten Planeten unseres Sonnensystems zu entdecken hoffen.

In den kommenden Wochen wird das Planetenpaar aus Mars und Uranus sich immer näher kommen. In der Nacht des 12. Februar werden sie dann ihre geringste Entfernung erreicht haben und am Nachthimmel nur ein Grad weit voneinander entfernt sein – das entspricht etwa der Dicke eures Daumens, den ihr am ausgestreckten Arm von euch weghaltet. Von der scheinbaren Nähe der beiden Planeten am Firmament sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Im Schnitt ist der Mars 225 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, während es beim Uranus etwa 2,9 Milliarden Kilometer sind.

Obwohl der blaugrüne Planet an dunklen Orten theoretisch mit bloßem Auge erkennbar ist, wird man mit einem Fernglas die besten Chancen haben, den fernen Eisriesen zu erspähen. Südwestlich vom rot leuchtenden Mars aus sollte der winzige, grünliche Lichtpunkt des Planeten zu sehen sein. Der Farbunterschied zwischen den zwei Planeten ist recht deutlich erkennbar.

Venus passiert den Saturn – 18. Februar

Frühaufsteher können in dieser Nacht einen ganz besonderen Anblick genießen: Der Saturn und die Venus kommen sich am frühen Morgen besonders nah. Schon ein paar Tage vorher nähern sich die beiden Planeten am östlichen Nachthimmels jeweils ein paar Stunden vor Sonnenaufgang einander immer weiter. Am 18. Februar werden sie schließlich ihren geringsten Abstand aufweisen und nur ein Grad voneinander entfernt sein. Die Venus ist dabei der deutlich hellere Lichtpunkt und strahlt etwa 80 Mal heller als der Saturn.

Supermond – 19. Februar

Wenn der Mond am 19. Februar offiziell in seine Vollmondphase eintritt, ist er der Erde zufällig auch gerade besonders nah – eine Kombination, die mittlerweile als Supermond bekannt ist.

Da die Umlaufbahn des Mondes elliptisch ist, befindet sich unser Trabant manchmal im Perigäum – an seinem erdnächsten Punkt – und manchmal im Apogäum, dem erdfernsten Punkt. Wenn die Vollmondphase mit einer Position im Perigäum zusammenfällt, erscheint das Antlitz des Mondes am Nachthimmel etwas größer und heller als gewöhnlich.

Der Größenunterschied ist allerdings minimal, und der Supermond am 19. Februar wird nur etwa 13 Prozent größer und heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Dennoch ist es stets ein magischer Anblick, die leuchtende Mondscheibe nach Sonnenuntergang aufgehen zu sehen, was an diesem Tag um etwa 17:10 Uhr geschehen wird.

Zodiakallicht – 21. Februar

Etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang kann man ab dem 21. Februar für ungefähr zwei Wochen das schwache Zodiakallicht entdecken.

Himmelsbeobachter in dunklen Regionen fern der lichtverschmutzten Städte sollten am östlichen Horizont nach einem pyramidenförmigen Leuchten suchen, das schwächer als die Milchstraße ist. Die Erscheinung entsteht durch Sonnenlicht, das von zahllosen Gas- und Staubpartikeln reflektiert wird, die sich rings um die Sonne auf der Planetenebene als dünne Scheibe sammeln. 

Beste Zeit für den Merkur – 26. Februar

Die nächsten paar Wochen wird der innerste Planet unseres Systems an seinem sonnenfernsten Punkt am Abendhimmel stehen – eine besonders gute Gelegenheit also, um ihn zu beobachten. Seine höchste Position erreicht er etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang, wenn das Licht der Dämmerung verloschen ist. Der kleine Planet steht dann etwa 11 Grad über dem Horizont – etwas mehr als die Breite einer Hand am ausgestreckten Arm.

Glückliche Besitzer eines Teleskops können die kraterbewährte Oberfläche des Gesteinsplaneten ausmachen, der wie eine Miniaturversion des Mondes wirkt.

Mond und Jupiter – 27. Februar

Zu Sonnenaufgang bahnt sich eine dramatische Begegnung am Himmel an. Der Gasriese Jupiter wird am südlichen Himmel dicht unter dem Mond stehen. Wer ein Teleskop hat, kann sogar die Ringe und großen Monde des Planeten entdecken. Zusammen mit der Venus und dem Saturn bilden die vier Himmelskörper fast eine Art Linie und liefern in jedem Fall in eindrucksvolles Bild.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.