So dunkel die Nacht: Die weltbesten Orte zum Sternegucken

In diesen acht ausgewiesenen Lichtschutzgebieten ist der Nachthimmel noch in seiner ganzen Sternenpracht zu sehen.Freitag, 15. November 2019

Für viele Stadtbewohner ist ein klarer, dunkler Nachthimmel ein seltener Anblick. Jeder kennt die Geschichten rund um die Sternbilder und weiß, dass Seefahrer sich früher an den Sternen orientierten. Die städtische Lichtverschmutzung hat allerdings dafür gesorgt, dass viele von uns den Nachthimmel nicht mehr wirklich sehen können.

Mit diesem Problem befasst sich die International Dark-Sky Association (IDA). Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in den USA wurde 1988 gegründet und weist Parks, Reservate und andere Orte auf der Welt aus, die den besten Blick auf unsere Heimatgalaxie bieten. Die meisten davon sind öffentlich zugänglich und bieten sogar Übernachtungsmöglichkeiten.

Wissen kompakt: Sterne
Zahllose Sterne zieren den Nachthimmel. Aber wie entstehen die Himmelskörper, wie unterscheiden sie sich und welche Rolle spielen sie für das Leben auf der Erde?

Jedes Jahr wird es schwieriger, die Sternbilder am Himmel in ihrer ganzen Schönheit zu bewundern. Das elektrische Licht hat unseren Alltag revolutioniert, aber mit der zunehmenden Beleuchtung mehren sich auch die Folgen für Mensch und Tier. Gerade deshalb sind Lichtschutzgebiete umso wichtiger.

Natural Bridges National Monument, USA

Der erste International Dark-Sky Park der Welt, Natural Bridges, bietet einen fast gänzlich ungetrübten Blick auf den Nachthimmel. Auf der Bortle-Skala, die das Ausmaß der Lichtverschmutzung angibt, erreicht er die Kategorie 2, was bedeutet, dass von dort aus die Milchstraße und diverse Himmelsobjekte und Lichterscheinungen deutlich mit dem bloßen Auge zu sehen sind.

Das Naturdenkmal in Utah ist für Besucher zugänglich. Sie können durch die alten Flusscanyons wandern – in denen Kojoten, Pumas und Wüstenpflanzen zu Hause sind – und jahrhundertealte Ruinen der Ureinwohner bestaunen, bevor sie unter dem Sternenhimmel übernachten.

Biosphärenreservat Rhön, Deutschland

Das von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannte Gebiet gilt auch als „Land der endlosen Horizonte“. Der kristallklare Blick auf die Milchstraße und die Andromedagalaxie brachten Rhön den Status Silber der IDA ein.

Die dunkelsten Nächte erlebt man im Zentrum des Gebiets, wo die 20.000 Einwohner nachts nur spezielle nachhaltige Außenbeleuchtung verwenden. Im Sternenpark Rhön werden geführte Nachtwanderungen und Himmelsbeobachtungen angeboten.

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Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve, Neuseeland

Das Mackenzie Basin im Aoraki Mackenzie Reserve ist in ganz Neuseeland der beste Ort zum Sternegucken. Dort befindet sich nicht nur der größte Berg des Landes, sondern auch hervorragende Möglichkeiten zum Bergsteigen und Campen. Für eine nächtliche Sternenwanderung können sich Besucher zum Mount John University Observatory oder zum Sir Edmund Hillary Alpine Centre and Planetarium aufmachen, um das Kreuz des Südens, Alpha Centauri und Sirius zu sehen. Das Schutzgebiet bewahrt sich seinen dunklen Nachthimmel auch aus Respekt für die einheimischen Maori, in deren Navigation und Folklore die Sterne eine wichtige Rolle spielen.

Cherry Springs State Park, USA

Der Cherry Springs State Park in Pennsylvania, der nach den dort wachsenden Kirschbäumen benannt ist, veranstaltet jedes Jahr zwei Sternenpartys. Zu diesen Events kommen nicht nur Familien aus der Umgebung gern, sondern auch Astronomen aus aller Welt. Jeden August lassen sich von dort aus die Perseiden hervorragend beobachten.

Cherry Springs bietet ein Netzwerk aus Waldwanderwegen, die sich auch per Schneemobil erkunden lassen, Camping- und Picknickbereiche sowie regelmäßige Programme rund um den Nachthimmel. In 60 bis 85 Nächten pro Jahr sollen dort ideale Bedingungen herrschen, um Himmelobjekte zu beobachten.

Pic du Midi, Frankreich

Vom Pic du Midi aus untersuchten NASA-Wissenschaftler damals die Mondoberfläche in Vorbereitung auf die Apollo-Landung. Das Dark-Sky Reserve umfasst das UNESCO-Welterbe Pyrénées-Mont Perdu, den französischen Nationalpark Pyrénées und das Observatorium Pic du Midi. Mit einer Seilbahn gelangen Besucher zu dem eindrucksvollen Observatorium über den Wollen. Dort können sie die Nacht verbringen, mit Astronomen die Sterne bewundern und auf den Berghängen Ski fahren.

Sedona, USA

Die markante Landschaft in Arizona mit ihren roten Felsformationen ist ein beliebtes Touristenziel und ein bekanntes Hollywood-Setting. Aufgrund der minimalen Lichtverschmutzung wurde sie von der IDA außerdem als Dark-Sky Community ausgezeichnet. Ein nächtlicher Blick durchs Teleskop offenbart dort die Whirlpool-Galaxie (auch Messier 51a) in etwa 35 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Mont-Mégantic, Kanada

Der Parc National du Mont Mégantic, der als erstes Dark-Sky Reserve der Welt ausgewiesen wurde, verfügt über ein ASTROlab und Observatorium, welches das ganze Jahr über Events und Programmpunkte rund um den Nachthimmel bereithält. Besucher können im Park außerdem campen, den Mont St. Joseph und Mont Mégantic erklimmen, den Wanderwegen durch die Nadel- und Mischwälder folgen oder Ski fahren und Schneeschuhwandern.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

 

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