Tiere

Gesundheit: Blaublütige Lebensretter

Viele Menschen verdanken ihr Leben dem Pfeilschwanzkrebs – einer Kreatur, die älter ist als die Dinosaurier und in unseren Meeren als „lebendes Fossil“ umherschwimmt. Das blaue Blut der Krebse dient dazu, Keime in Impfstoffen und Infusionen sowie an mediz Donnerstag, 9 November

Von Mark Thiessen

Nachdem man Pfeilschwanzkrebsen etwa ein Fünftel ihres Blutes abgezapft hat, werden die Tiere wieder ins Meer entlassen.

Viele Menschen verdanken ihr Leben dem Pfeilschwanzkrebs – einer Kreatur, die älter ist als die Dinosaurier und in unseren Meeren als „lebendes Fossil“ umherschwimmt. Das blaue Blut der Krebse dient dazu, Keime in Impfstoffen und Infusionen sowie an medizinischen Geräten nachzuweisen. Es enthält ein Eiweißmolekül, das wie ein primitives Immunsystem funktioniert: Sobald es mit krankheitserregenden Coli-Bakterien oder Salmonellen in Berührung kommt, gerinnt es wie saure Milch. Der Nachteil ist, dass die Produzenten des Testverfahrens auf den steten Nachschub von Pfeilschwanzkrebsen angewiesen sind. Biomediziner der Universität Princeton wollen diese Abhängigkeit nun mit einem neuen Ansatz verringern. Sie ver­suchen, ein Eiweiß aus der Haut des afrikanischen Krallen­frosches künstlich nachzubauen. Dieses Eiweiß funktioniert als Bakteriennachweis ähnlich wie das Blut der Pfeilschwanzkrebse.

(NG, Heft 08 / 2011, Seite(n) 32)

 

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