Tiere

6 echte Drachen, die ihrem Namen alle Ehre machen

Prächtige Meeresschnecken, fliegende Agamen und pinke Tausendfüßler sind nur einige der zauberhaften Geschöpfe unserer Welt. Mittwoch, 8 November

Von Liz Langley

Drachen gibt es nicht nur bei „Game of Thrones“.

Schon seit Jahrtausenden wimmelt es in den Erzählungen der Menschheit vor feuerspeienden, fliegenden, mythischen Drachen. Da die fantastischen Geschöpfe nach wie vor Hochkonjunktur haben, lautet die Verrückte Tierfrage der Woche diesmal: „Was für echte Drachen gibt es auf der Welt eigentlich?““

ROTER SEEDRACHE

Wir tragen Rot, wenn wir auffallen wollen, aber für den Roten Seedrachen Phyllopteryx dewysea „ist es in der Tiefe eine Tarntaktik“, sagt Josefine Stiller. Die graduierte Studentin von der Universität von Kalifornien in San Diego half dabei, im Westen Australiens die ersten Filmaufnahmen dieses Tiers zu machen. 

„Rot ist die erste Farbe des Spektrums, die herausgefiltert wird“, so Stiller. Daher erscheinen diese Fische unter Wasser schwarz, was ihnen dabei hilft, sich vor Räubern zu verstecken.

Ihre Farbtarnung ist vermutlich auch der Grund dafür, weshalb sie im Gegensatz zu ihren Verwandten, dem Großen Fetzenfisch und dem Seedrachen oder Kleinen Fetzenfisch, keine Tarnauswüchse am Körper haben.

BLAUE OZEANSCHNECKE

Im Englischen hat Glaucus atlanticus eine ganze Reihe von umgangssprachlichen Namen angesammelt – und einer von denen lautet Blauer Drache. Diese prächtige kleine Nacktkiemerschnecke erreicht zwischen drei und acht Zentimeter Länge und steckt voller Überraschungen.

„Sie verbringen ihr Leben kopfüber an der Meeresoberfläche treibend und schlucken Luft, damit sie sich über Wasser halten können“, erklärte Ángel Valdés per E-Mail. Er ist ein Experte für Meeresschnecken von der Polytechnischen Universität Kalifornien.

Auf diese Weise bleiben sie in der Nähe ihrer Beute, darunter auch die berühmte giftige Portugiesische Galeere.

Die Blaue Ozeanschnecke stiehlt Nesselzellen, auch Nematocysten genannt, von den Portugiesischen Galeeren, und bewahrt sie in einem spezialisierten Organ in den Fortsätzen ihrer „Flügel“ oder Cerata auf.

Wird sie von einem Räuber bedroht, so Valdés, sondert sie die Nesselzellen zur Verteidigung ab.

DESMOXYTES PURPUROSEA

Dieses farbenfrohe Tier trägt im Englischen den wohlverdienten Namen Shocking Pink Dragon Millipede, was so viel bedeutet wie Knallrosa Drachentausendfüßler.

Wissenschaftler entdeckten das pinke Tier 2007 in Thailand. 

Vermutlich lebt die Art ausschließlich in den Kalksteinhöhlen der Region um das Mekong-Flussgebiet und verteidigt sich mit Zyanid, das sie selbst produziert. Zwar kein Feuer, aber nah dran.

KOMODOWARAN

Der Komodowaran, der auch Komododrache genannt wird, könnte tatsächlich einen Menschen fressen.

Die Tiere können bis zu drei Meter lang und 80 Kilogramm schwer werden. Sie töten ihre Beute mit einer Kombination aus Gift und scharfen Zähnen, mit denen sie ihre Opfer zerfleischen, wodurch das Gift schneller in den Körper gelangt. 

Es gibt nur ein Tier, das es mit einem Komodowaran aufnehmen würde.

„Die größten Fressfeinde der Komodowarane sind andere Komodowarane“, sagt Robert Espinoza von der Universität von Kalifornien in Northridge per E-Mail.

Da ausgewachsene Tiere Jungtiere fressen, sieht man nur sehr wenige junge Komodowarane draußen im Freien. Clevere Kids.

SCHWARZE DRACHENFISCHE

Diese schwarzen Schönheiten, die ein bisschen an das Alien aus dem gleichnamigen Film von Ridley Scott erinnern, sahen als Teenager noch nicht ganz so elegant aus. In ihrem Larvenstadium haben weibliche Schwarze Drachenfische der Art Idiacanthus atlanticus Augenstiele, die halb so lang wie ihr ganzer Körper sein können und mit denen sie weiter in die dunklen Meerestiefen blicken können. Während das Weibchen wächst, verkürzen sich die Stiele, dafür wachsen aber andere Dinge: Sie bekommt große Zähne, eine Reihe biolumineszenter Organe säumen ihren Körper und ihr wächst eine Bartel am Kinn.

Die Männchen hingegen bleiben klein und zahnlos und leben gerade lang genug, um sich zu paaren.

GEMEINER FLUGDRACHE

Diese in Südostasien und Indien heimische Agame ist gut getarnt – bis sie ihre „Flügel“ ausbreitet.

Gemeine Flugdrachen gleiten mit Hilfe ihrer von den Rippen gestützten, bunten Flankenhaut durch die Baumkronen, erklärt Jim McGuire per E-Mail. Er ist ein Spezialist für Flugdrachen von der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Jede der fünfzig Flugdrachenarten hat eine Flankenhaut mit eigenen Farbschattierungen und Mustern.

Die Flankenhaut hilft den Agamen bei der Fortbewegung und der Flucht, aber Männchen nutzen sie auch, um bei der Brautwerbung vor den Weibchen anzugeben.

Liz Langley auf Twitter und Facebook folgen.

Wei­ter­le­sen