Tiere

Tierische Spione: Von Undercover-Delfinen und Atomwellen-Echsen

In Laufe der Jahre wurden diverse Tiere der internationalen Spionage bezichtigt. Die Verdächtigungen trieben teils recht absurde Blüten.Freitag, 16. Februar 2018

Von Sarah Gibbens
Chamäleons wurden beschuldigt, die Kernanlagen des Iran ausspioniert zu haben.

In den dunklen Tiefen von Uranminen lauern Echsen, die Atomwellen anziehen und Informationen über die iranische Regierung übermitteln.

Das war zumindest ungefähr das, was der iranische Militärberater Hassan Firouzabadi kürzlich den Medien erzählte.

Firouzabadis Äußerung folgte auf eine Frage zu einer Gruppe von Umweltschützern, die im Januar festgenommen wurde und seither festgehalten wird. Laut der Times of Israel wurde Firouzabadi von einer lokalen Nachrichtenagentur zitiert. Ihm zufolge hätte man Echsen und Chamäleons im Besitz der Umweltschützer gefunden. Angeblich wurden die Tiere dort stationiert, um herauszufinden, wo der Iran sein Uranium abbaut und nutzbar macht.

Firuzabadi zufolge könne die Haut der Echsen Atomwellen anziehen. Dieser Spionageversuch sei jedoch fehlgeschlagen, wie er betont.

Es ist nicht klar, wie Firouzabadi zu dieser Schlussfolgerung kam, aber ein solcher Spionageversuch wäre in jedem Fall zum Scheitern verurteilt gewesen. Wissenschaftlern zufolge kann die Haut von Echsen keine messbaren Mengen Atomwellen absorbieren. Als wechselwarme Tiere hätten sich die Echsen zudem wohl nicht freiwillig in dunkle, kühle Höhlen begeben. (Diese höhlenbewohnenden Krokodile hingegen könnten sich gerade zu einer neuen Art entwickeln.)

Es ist nicht das erste Mal, dass man Tiere der Spionage verdächtigt hat. Wir haben noch ein paar andere spannende Fälle für euch zusammengetragen.

GEHEIMDIENST-GEIER

2016 überquerte ein großer Gänsegeier mit einer Flügelspanweite von 1,80 Metern die israelische Grenze zum Libanon. Als der Vogel von lokalen Dorfbewohnern gefangen wurde, entdeckten sie einen kleinen Peilsender an seinem Fuß. Sie vermuteten, dass irgendjemand den Vogel benutzte, um sie auszuspionieren.

Tatsächlich war das Tier Teil eines Programms zur Wiederansiedlung von Greifvögeln im Mittleren Osten und lebte eigentlich im Gamla Nature Reserve in Israel. Laut der BBC wurde er schließlich wieder dorthin zurückgebracht, nachdem UN-Friedenstruppen eingeschritten waren.

2011 wurde ein israelischer Geier von der Regierung Saudi-Arabiens festgesetzt. Der Gänsegeier trug einen GPS-Anhänger der Universität von Tel Aviv, die die Bewegungen des gefährdeten Vogels untersuchte.

HÖRNCHEN IN GEHEIMER MISSION?

Auch im Iran scheint man lieber auf Nummer sicher zu gehen. 2007 wurden dort 14 Eichhörnchen festgesetzt, die lokalen Nachrichtenagenturen zufolge mit Spionageequipment ausgestattet waren. Angeblich trugen sie kleine Funk- und Aufnahmegeräte, um Gespräche zu belauschen.

Die Polizei des Landes gab damals an, über den Fall informiert zu sein, äußerte sich aber nicht dazu, woher die Eichhörnchen ihrer Meinung nach kamen oder was mit ihnen geschehen ist.

NPR interviewte einen ehemaligen CIA-Agenten sowie Professor John Koprowski, die beide große Zweifel daran hatten, dass man Eichhörnchen für solche Zwecke trainieren könnte.

Der Delfin K-Dog springt während seines Trainings im Persischen Golf vor Sgt. Andrew Garrett aus dem Wasser.

UNDERCOVER-DELFINE

Echsen, Geier und Eichhörnchen haben wahrscheinlich keine Spionagekarrieren, aber bei manchen Tieren sieht das schon ganz anders aus.

2015 hat die Hamas behauptet, dass sie einen Delfin gefasst hat, der für die israelische Seite spionierte.

Die Times of Israel berichtete davon, dass der Delfin mit Spionageequipment ausgestattet war, darunter auch Kameras.

Es gibt nicht allzu viele Details zu dieser Geschichte, aber Delfine wurden im Laufe der Jahre unbestreitbar diverse Male bei Militäreinsätzen genutzt.

Als Russland 2014 die Krim annektierte und eine ukrainische Militäreinheit infiltrierte, fand das Land mehrere „Kampfdelfine“. Man vermutete, dass die Meeressäuger genutzt wurden, um Unterwasserziele wie Minen ausfindig zu machen oder Eindringlinge davon abzuhalten, in Sperrgebiete einzudringen.

In den 1960ern hatte die US-Marine ein ähnliches Programm. In einem Interview mit National Geographic sagte 2014 ein Repräsentant des Forschungsprogramms für Meeressäuger der Universität Hawaii, dass die USA Delfine als Wächter eingesetzt haben. Die Tiere sind aber auch besonders gut darin, Unterwasserminen aufzuspüren.

Ihr Echolot ist so präzise, dass sie sogar anstelle von Maschinen eingesetzt wurden.

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