Flauschige Manipulation: Was Welpenbilder im Gehirn auslösen

Unwiderstehliche Knopfaugen aus unserem Fotoarchiv laden zum Selbstversuch ein: Der Anblick von Hundewelpen verursacht eine neurochemische Reaktion, die einen evolutionären Vorteil bietet.

Friday, January 31, 2020,
Von Heather Brady

Dass Tierkinder bei Betrachtern die Herzen im Dutzend schmelzen und eine regelrechte Symphonie aus „Ahhh“- und „Oooh“-Rufen erklingen lassen, ist kein Geheimnis. Aber woran genau liegt es, dass kleine, glubschäugige Babysalamander dieselbe Reaktion auslösen wie flauschige Hundewelpen?

Diese Frage stellte sich so ähnlich auch der Biologe Konrad Lorenz und fand die Antwort darauf im von ihm postulierten Kindchenschema. Dabei kommen mehrere körperliche Merkmale zusammen – ein vergleichsweise großer Kopf im Verhältnis zur Körpergröße, eine rundliche Körperform und eine insgesamt weiche Erscheinung und Haptik. Ist das Kindchenschema erfüllt, reagiert das Gehirn des Betrachters: Es gibt das Signal zur Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin – ein ähnlicher Glückscocktail wie jener, der mit Verliebtheit assoziiert wird.

Evolutionär ist diese Reaktion überlebenswichtig – und zwar für den Nachwuchs. Menschliche Babys sind viele Monate völlig hilflos und müssen konstant beschützt und gepflegt werden. Eine starke Bindung hilft dabei, sich dieser Aufgabe mit dem nötigen Eifer und Durchhaltevermögen zu widmen. Für den Fortbestand einer Art ist eine solche Reaktion also ein evolutionärer Vorteil.

Ausgelöst wird sie aber nicht nur vom Nachwuchs der eigenen Art, sondern von allem, was in dieses Schema passt. Und deshalb finden Menschen eben nicht nur Babys niedlich, sondern auch Hundewelpen, winzige Frösche, Kuscheltiere und animierte Filmcharaktere.

In Zeiten des Internets mangelt es glücklicherweise an nichts davon, und mit unserer Galerie leisten wir gerne einen weiteren Beitrag zu einem unerschöpflichen Quell der Freude: Hundewelpen und Kinder.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

 

Hunde

Prähistorischer Welpe könnte der älteste Beweis für die Bindung zwischen Haustier und Mensch sein

Eine neue Analyse eines 14.000 Jahre alten Hundes bringt die ältesten bekannten Beweise für eine emotionale Bindung zum besten Freund des Menschen.

So gut können Hunde uns einschätzen

Eine Studie aus dem Jahr 2015 liefert weitere Belege dafür, dass Haustiere unsere Gesten und Mimik interpretieren können.
Wei­ter­le­sen