Gefährlich und auf dem Vormarsch: Erste Rote Feuerameisen in Europa angekommen

Sie gilt als eine der schlimmsten invasiven Arten – und stellt eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Nun wurde die Ameisenart zum ersten Mal in freier Wildbahn auf Sizilien entdeckt.

Von Insa Germerott
Veröffentlicht am 19. Sept. 2023, 09:00 MESZ
Feuerameisen klettern auf ein Blatt.

Die Rote Feuerameise ist in Europa angekommen. Wird sich das invasive Insekt noch weiter ausbreiten?

Foto von frank29052515 / Adobe Stock

Obwohl sie nur wenige Millimeter groß ist, gilt sie als eine der schlimmsten invasiven Arten der Welt: Die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) richtet global Schäden in Milliardenhöhe an. „Sie ist die fünft kostspieligste invasive Art weltweit und hat Einfluss auf Ökosysteme, die Landwirtschaft und die menschliche Gesundheit“, heißt es in der neuen Studie eines Forschungsteams von der Universität Florenz, die kürzlich in der Zeitschrift Current Biology erschien. 

Nun konnte das Team um Mattia Menchetti das Insekt auch erstmals in freier Wildbahn in Europa nachweisen. Auf Sizilien fanden die Biolog*innen ganze 88 Nester der Roten Feuerameise in einem Gebiet von knapp fünf Hektar. Die Forschenden befürchten, dass sich die Ameise durch den fortschreitenden Klimawandel extrem schnell in ganz Europa ausbreiten und eine neue Gefahr für Ernteerträge und den Menschen darstellen könnte.

Rote Feuerameise: Eine Gefahr für Mensch und Umwelt

Die kleinen Tierchen, die eigentlich aus Südamerika stammen, hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. So auch nahe der sizilianischen Stadt Syrakus: „Das befallene Gebiet, das an eine Flussmündung grenzt, ist stark zerstört“, schreiben Menchetti und sein Team. Die Roten Feuerameisen fressen andere Insekten, darunter auch andere Ameisenarten, und reduzieren deren Bestände signifikant. Vor allem in den USA gibt es bereits immense Probleme mit der Art: Hier kommt es auch zu starken Ernteschäden, zum Beispiel auf Obstplantagen. 

Auf Sizilien scheinen die Ameisen bereits seit 2019 zu leben. Seitdem berichten Anwohner*innen über die schmerzhaften Bisse der Tiere. Ganz ungefährlich für den Menschen sind sie nicht – im Gegenteil: Bei einer Attacke beißen die Ameisen nicht nur zu, sondern injizieren auch ein Sekret aus ihrem Giftstachel in die Wunde. Dieses löst brennende Hautreaktionen aus, die für Menschen sehr schmerzhaft sein können. Vorsicht gilt für Allergiker*innen: Die Tiere können bei ihnen anaphylaktische Schocks auslösen, was im schlimmsten Fall Lebensgefahr bedeutet.  

Der Biss einer Feuerameise kann für Allergiker*innen besonders gefährlich werden. Bei ihnen besteht Lebensgefahr. 

Foto von nokkaew / Adobe Stock

Eine Ameise breitet sich aus

Wie die Rote Feuerameise nach Sizilien kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird, dass die Art durch Importe oder den Tourismus über die Meere aus den USA oder China auf die italienische Insel gelangte. Das legen Genanalysen, die das Forschungsteam vorgenommen hat, nahe. 

Damit sich die Rote Feuerameise nicht in den nächsten europäischen Ländern ausbreitet – die Forschenden gehen zunächst von Städten im Mittelmeerraum und Metropolen mit großen Häfen aus –, sei ein koordiniertes Tracken der Tiere und das Handeln vor Ort wichtig.

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