Selbsttest: Ist meine Katze normal?

Auf Schnurren folgt Fauchen: Das Verhalten von Hauskatzen wirft selbst bei erfahrenen Menschen immer wieder Fragen auf. Ein Online-Test zeigt, wie sehr das Verhalten vom eigenen Haustier vom Durchschnitt abweicht.

Von Marina Weishaupt
Veröffentlicht am 9. Feb. 2024, 15:53 MEZ
Eine Katze liegt mit verdrehter und verspielter Körperhaltung auf einem Teppich.

In der einen Minute verspielt, verschmust und sanftmütig – in der nächsten unabhängig, dickköpfig und stur. Ein Fragebogen zeigt, welches Verhalten von Samtpfote und Stubentiger vom Durchschnitt abweicht.

Foto von Piotr Musioł / Unsplash

Katzenbesitzer*innen wissen: Samtpfoten legen teils sehr fragwürdiges Verhalten an den Tag. So schlafen viele der Vierbeiner lieber auf einem einfachen Stück Papier oder Karton, anstatt in ihrem weichen, warmen Bettchen. Manche schnurren und miauen sehr viel – oder wenig bis kaum. Wieder andere jagen scheinbar unsichtbaren Dingen hinterher.

Welches Verhalten noch normal ist und welches vom Durchschnitt abweicht, hat eine aktuelle Studie aus Spanien untersucht. Basierend auf einem Selbsttest wollen die Forschenden Menschen helfen, die Wesenszüge ihrer Vierbeiner besser zu verstehen.

Katzenverhalten: Fragebogen liefert tiefe Einblicke

Für ihre Studie, die im Fachmagazin Journal of Veterinary Behaviour erschienen ist, griff das Team um David Menor-Campos von der spanischen Universität Córdoba auf ein Umfragetool der University of Pennsylvania zurück. Das sogenannte Fe-BARQ, kurz für Feline Behavioral Assessment and Research Questionnaire, ist ein standardisierter Fragebogen, der etwa Tierärzt*innen und Tierheimen hilft, potenzielle Verhaltensprobleme von Katzen zu erkennen.

Mithilfe des Tools befragten die Forschenden 816 spanische Katzenbesitzer*innen zum Verhalten ihrer Tiere. Dabei gaben 83 Prozent (661 Personen) an, dass ihre Katzen starke Neugier gegenüber neuen Reizen zeigen. Unerwünschtes Markieren innerhalb der Wohnung konnten hingegen lediglich 88 Prozent (703 Personen) als seltenes Vorkommnis beobachten.

Furchtlose Katzen

Einfluss auf die Verhaltensweisen von Katzen haben laut den Forschenden Faktoren wie die Rasse, das Geschlecht, ob sie kastriert sind oder nicht, das Lebensumfeld oder das Alter, in dem die Katze adoptiert wurde. Ebenso ist die vorherige Erfahrung der Bezugspersonen ausschlaggebend dafür, inwiefern unerwünschte Verhaltensweisen verstanden und Probleme wirkungsvoll bewältigt werden können.

Das Tool nutzten die Forschenden, weil die Verhaltensweisen von Hauskatzen in ihrer heimischen Umgebung eher schlecht über einen langen Zeitraum wissenschaftlich zu beobachten sind. Direkte Bezugspersonen kennen ihre Fellnasen außerdem am besten, so die Forschenden. Dennoch geben sie zu bedenken, dass subjektive Vorurteile bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden müssen.

FeBARQ-Selbsttest: Ist meine Katze ‚normal‘?

Tatsächlich ist der kostenlose Test – für eine begrenzte Zeit – öffentlich zugänglich. Katzenbesitzer*innen können anhand ihrer ehrlichen Einschätzungen also aktiv bei der Verhaltensforschung mitwirken. Die 100 Fragen umfassen neben 23 Grundmerkmalen wie Geselligkeit, Verspieltheit, Trainierbarkeit, Schlafverhalten oder Angst und Aggression gegenüber Fremden auch Fragen zu 14 weiteren individuellen Verhaltensweisen.

Nach rund zehn Minuten wartet am Ende ein Balkendiagramm, das angibt, wie normal das Verhalten der eigenen Katze im Vergleich zu anderen Katzen derselben Rasse ist. Es zeigt auch, wo womöglich noch etwas Erziehungsbedarf besteht – beziehungsweise eine lückenhafte Erfahrung seitens der Bezugspersonen anzunehmen ist.  

Verhalten von Katzen oft Hauptgrund für Tierheim-Abgabe

Verhaltensauffälligkeiten von Katzen wie Urinieren außerhalb des Katzenklos oder destruktives Verhalten sind laut der Studie oft der Grund, warum Katzen wieder abgegeben werden – und im Tierheim landen. Allein Spanien wurden im Jahr 2022 laut einer Schätzung der Fundación Affinity, einer Organisation, die die Beziehung zwischen Haustier und Mensch erforscht, 118.352 Katzen abgegeben.

Laut den Forschenden liegt das auch daran, dass Katzenbesitzer*innen nicht immer adäquat auf das Fehlverhalten ihrer Katzen reagieren. „Leider scheinen Katzenbesitzer im Gegensatz zu Hundebesitzern den Rat tierärztlicher Verhaltensforscher häufig zu ignorieren“, heißt es in der Studie. Dabei könne genau dieser bei Verhaltensproblemen der Katzen helfen. Mit seiner Arbeit will das Team dazu beitragen, das Wissen über Hauskatzen zu erweitern – und Katzenbesitzern gleichzeitig helfen, das Verhalten ihrer Katzen besser einschätzen zu können.

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