Wissenschaft

Der Nachthimmel im März 2018

Planetenreigen mit Mond und Stargast Merkur – der Himmel hat in diesem Monat einige Highlights zu bieten.Donnerstag, 1. März 2018

Von Andrew Fazekas
Der sonnennächste Planet Merkur in einer Aufnahme der NASA-Raumsonde MESSENGER.

Planetenjäger können in diesem Monat eine Menge Beute machen, da es zahlreiche „wandernde Sterne“ am Nachthimmel zu entdecken gibt. Der innerste Planet unseres Sonnensystems, Merkur, legt seinen besten Auftritt des Jahres hin, während sich die Göttin der Liebe ein Stelldichein mit Uranus gibt.

MOND TRIFFT REGULUS – 1. März

Heute Abend trifft der Vollmond auf den hellsten Stern im Sternbild Löwe. Im Frühling ist der Löwe auf der Nordhalbkugel ein beliebter Blickfang unter Sternguckern, da der Löwenkopf wie ein horizontal gespiegeltes Fragezeichen wirkt und damit leicht am Himmel zu erkennen ist.

Wer das Fragezeichen gefunden hat, sucht nach dessen leuchtendem Punkt am unteren Ende – das ist Regulus.

Am 1. März steht der Vollmond nahe am hellen Stern Regulus.

RENDEZVOUS VON MERKUR UND VENUS – 3. März

In den frühen Abendstunden können aufmerksame Beobachter das Treffen der zwei innersten Planeten unseres Sonnensystems Merkur und Venus beobachten.

Die deutlich hellere Venus dient dabei als Orientierungspunkt, um den nur schwach leuchtenden Merkur zu finden, der nur ein Grad entfernt von der Venus am Himmel steht. Mit Ferngläsern hat man bessere Chancen, beide gemeinsam zu entdecken. Im Laufe des Monats kann man beobachten, wie sich die beiden Planeten zunehmend weiter voneinander entfernen.

Die Planeten Venus und Merkur werden am 3. März nah beieinanderstehen.

MOND UND JUPITER – 7. März

Am frühen Morgen geben sich Mond und Jupiter die Hand. Frühaufsteher werden daher in den Genuss der Sichel des abnehmenden Dreiviertelmonds kommen, die dicht an dem Planeten vorbeizieht.

Am 7. März steht der Jupiter ganz in der Nähe des abnehmenden Mondes.

ZODIAKALLICHT – 5. - 19. März

Wie schon im Februar lässt sich auch im März noch das Zodiakallicht beobachten.

Es ist ein zarter Lichtschein, der oft eine längliche oder pyramidenähnliche Form hat und am besten in ländlichen Gegenden mit möglichst wenig Lichtverschmutzungen zu sehen ist. Mitunter verwechseln Beobachter den Lichtschimmer über dem Horizont auch mit dem Schein einer weit entfernten Stadt. Tatsächlich entsteht das Phänomen durch Sonnenlicht, das von einer alten Staubwolke zwischen den Planeten reflektiert wird. Die beste Zeit, um diese geisterhafte Lichterscheinung zu sehen, ist etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang. Blickt zum westlichen Horizont – und hofft, dass die Nacht dunkel genug ist.  

MERKUR IN HOCHFORM – 15. März

Im März ist der Merkur so gut zu sehen wie im ganzen Jahr nicht mehr. Für Beobachter in der nördlichen Hemisphäre wird er seinen sonnenfernsten Punkt erreichen.

Im Normalfall ist der Merkur ohne Hilfsmittel gar nicht so leicht zu entdecken, da er klein ist, nicht allzu viel Licht reflektiert und recht nah an der Sonne ist. Der kleine Planet taucht am frühen Abendhimmel nach Sonnenuntergang auf und wird daher oft vom Dämmerlicht verschluckt.

Aber in den letzten zwei Wochen wanderte der Merkur zunehmend weiter von der Sonne weg und stieg jeden Abend ein Stück höher in den Himmel auf. Am 15. März wird er von irdischer Perspektive aus seine größte Entfernung von der Sonne erreichen und sich damit einfacher entdecken lassen. Dann aber beginnt sein Abstieg am westlichen Horizont, und am Monatsende wird er wieder im Licht des Sonnenuntergangs verschwunden sein.

MARS ZWISCHEN DEN NEBELN – 19. März

Besitzer von Ferngläsern und Teleskopen können sich in dieser Nacht auf ein ganz besonderes Ereignis freuen, wenn der Mars zwischen zwei schimmernden Himmelsobjekten hindurchzieht.

Der Rote Planet ist im nördlichen Teil des Sternbilds Schütze zu sehen und bahnt sich seinen Weg durch einige der sternenreichsten Bereiche der Milchstraße. Am 19. März wird sein Pfad ihn zwischen dem Lagunennebel und dem Trifidnebel hindurchführen. Die beiden kosmischen Wolken enthalten Hunderte von relativ jungen Sternen.

Der Lagunennebel befindet sich in etwa 4.300 Lichtjahren Entfernung, während der Trifidnebel 5.200 Lichtjahre weit weg ist. Trotz dieser großen Entfernung kann man beide Objekte mit Ferngläsern entdecken – sie erscheinen als graue, verschwommene Lichtflecken am dunklen Nachthimmel.

Der Rote Planet zieht am 19. März zwischen zwei Nebeln hindurch.

TAGUNDNACHTGLEICHE – 20. MÄRZ

Astronomisch gesprochen markiert die Tagundnachtgleiche im März einen der vier großen Wendepunkte im Jahreszyklus der Erde.

Die Erdachse ist im Verhältnis zur Sonne leicht geneigt, wodurch es auf unserem Planeten Jahreszeiten und Unterschiede in der Tageslänge gibt. Die Tagundnachtgleichen – oder Äquinoktien – markieren die beiden Punkte im Jahr, an denen die Planetenachse weder zur Sonne hingeneigt, noch von ihr weggeneigt ist. Das Wort „Äquinoktium“ leitet sich aus dem lateinischen Begriff für „Nachtgleiche“ ab, da an diesen Tagen der Tag und die Nacht ungefähr gleich lang scheinen – jeweils etwa zwölf Stunden.

Die Tagundnachtgleiche im März läutet auf der Nordhalbkugel den Beginn des Frühlings ein, während auf der Südhalbkugel der Herbst beginnt.

AUGE DES STIERS 22. März

Die Sichel des zunehmenden Mondes wird in dieser Nacht das Auge des Stiers streifen – den orangefarbenen Stern Aldebaran im entsprechenden Sternbild. 

Haltet am 22. März nach der Mondsichel Ausschau, die am „Auge“ des Sternbilds Stier vorbeizieht.

VENUS TRIFFT URANUS 28. März

Im Laufe des März wird die Venus immer höher aufsteigen. Am 28. März trifft die Göttin der Liebe schließlich den Himmelsgott – so nah kamen sich die beiden Planeten seit 2003 nicht mehr.

Während das helle Leuchten der Venus recht einfach zu entdecken ist, lohnt sich für den Uranus ein Fernglas.

Die helle Venus dient als Orientierungshilfe, um am 28. März den schwächer leuchtenden Uranus daneben zu finden.

„BLUE MOON“ – 31. März

Zum zweiten (und letzten) Mal in diesem Jahr wird es am 31. März einen sogenannten Blue Moon geben, also den zweiten Vollmond innerhalb eines Monats. Trotz seines Namens strahlt der Mond in dieser Nacht nicht blau – die Bezeichnung geht auf die englische Redewendung „once in a blue moon“ zurück, die bedeutet, dass etwas nur sehr selten passiert.

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