Die Top 10 Himmelsereignisse 2021

Das kommende Jahr hält viele himmlische Highlights parat, einschließlich einiger Konjunktionen, schillernder Meteorschauer und eines Blutmonds.

Veröffentlicht am 5. Jan. 2021, 15:07 MEZ
Ein Blutmond – eine totale Mondfinsternis – hängt über dem Mount Rainier im US-Bundesstaat Washington.

Ein Blutmond – eine totale Mondfinsternis – hängt über dem Mount Rainier im US-Bundesstaat Washington.

Bild Kevin Ebi, Alamy Stock Photo

Trotz eines Jahres voller Lockdowns und sozialer Isolation hat uns der Sternenhimmel 2020 Trost gespendet. Der astronomische Kalender war im vergangenen Jahr vollgepackt mit Himmelsereignissen, darunter das Auftauchen des hellen Kometen NEOWISE, die beste Gelegenheit des Jahrzehnts zur Marsbeobachtung und eine historisch nahe Begegnung zwischen Jupiter und Saturn.

Auch im Jahr 2021 sind zahlreiche astronomische Phänomene zu erwarten. Hier sind unsere Tipps für die vorhergesagten Himmelsereignisse.

11. Februar: Konjunktion von Venus und Jupiter

Illustration by Andrew Fazekas

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Frühaufsteher können eine nahe Begegnung zwischen zwei der hellsten Planeten an unserem Nachthimmel erleben: Venus und Jupiter. Beide Planeten werden mit bloßem Auge als leuchtende Punkte erscheinen. Das Paar steht am Himmel so nah beieinander, dass man es mit einem Amateurteleskop bequem im selben Sichtfeld beobachten kann. Als zusätzlicher Bonus wird der Planet Saturn zur oberen rechten Seite des Paares driften.

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Wer das Schauspiel genießen will, sollte sich vorher einen guten Beobachtungsplatz mit freiem Blick auf den Südosthorizont suchen. Da dieses Himmelspaar in der Nähe der aufgehenden Sonne zu sehen sein wird, ist es eine Frage des Timings, einen guten Blick darauf zu erhaschen. Die Planeten müssen hoch genug am Morgenhimmel aufsteigen, bevor das Licht der Morgendämmerung die Sicht verdeckt. Die beste Zeit, um sie zu sehen, ist etwa 20 bis 30 Minuten vor Sonnenaufgang.

9. und 10. März: Himmelsquartett

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Eine beeindruckende kosmische Ansammlung wird Himmelsbeobachter rund um den Globus Anfang März begrüßen. Merkur, Jupiter und Saturn werden am südöstlichen Morgenhimmel alle in nahezu perfekter Ausrichtung erscheinen. Die nahe Mondsichel rahmt das Planetentrio ein. Jeder Planet wird als leuchtender Punkt erscheinen, wobei Merkur der schwächste und Jupiter der hellste ist – allesamt leicht mit bloßem Auge zu erkennen.

Mit einem Fernglas können Sterngucker die vier größten Monde des Jupiter erkennen, während ein kleines Teleskop sogar die Ringe des Saturn sichtbar macht. Aufgrund der Position der Erde relativ zu Merkur und der Sonne wird nur die Hälfte des innersten Planeten für uns beleuchtet erscheinen. Infolgedessen wird Merkur durch das Teleskop wie eine Miniaturversion der Mondsichel aussehen.

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26. Mai: Superblutmond und totale Mondfinsternis

Im Westen Nord- und Südamerikas, in Australien und in Südostasien können die Menschen Zeugen einer totalen Mondfinsternis werden, bei der sich der Mond rot färbt. Dieses dramatische astronomische Ereignis findet statt, wenn die Sonne, die Erde und der Mond genau so ausgerichtet sind, dass der Schatten unseres Planeten das Antlitz des Mondes vollständig bedeckt.

Währenddessen wird das Sonnenlicht, das durch die staubige Erdatmosphäre scheint, in Richtung des roten Teils des Spektrums gebrochen und auf die Mondoberfläche geworfen. Infolgedessen wird der Mond von seiner dunkelgrauen Färbung während der partiellen Phase der Finsternis zu einer rötlich-orangenen Farbe während der Totalität wechseln. Die genaue Farbe des Mondes kann je nach der Menge an Staub in der Erdatmosphäre variieren.

Diese totale Mondfinsternis findet außerdem genau zu jenem Zeitpunkt statt, an dem der Mond auf seiner elliptischen Umlaufbahn der Erde am nächsten ist. Dann erscheint die Vollmondscheibe größer und heller als sonst und wird deshalb auch als Supermond bezeichnet.

10. Juni: Ringförmige Sonnenfinsternis

Entlang eines schmalen Pfades, der nördlich von Kanada, durch einen Teil von Grönland und bis nach Russland verläuft, können die Menschen bei Sonnenaufgang eine ringförmige Finsternis erleben. Dieses spektakuläre Ereignis tritt auf, wenn Mond, Sonne und Erde so ausgerichtet sind, dass die Mondscheibe zu klein ist, um die gesamte Sonne zu bedecken. Infolgedessen ist ein leuchtender Ring um die dunkle Mondsilhouette zu sehen.

Während es für die meisten schwierig sein dürfte, in den entfernten Pfad der Finsternis zu gelangen, können Millionen von Menschen in Asien, Europa und Nordamerika immerhin die partielle Phase dieser Sonnenfinsternis erleben. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz kann ein Teil des Mondschattens beobachtet werden, der über die Sonne zieht – allerdings nur mit geeignetem Schutz für die Augen, beispielsweise in Form einer Filterbrille.

12. Juli: Konjunktion von Venus und Mars

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Nach dem lokalen Sonnenuntergang werden sich diese beiden hellen Planeten am Himmel zu berühren scheinen. Das Paar wird von einer Mondsichel begleitet – eine besondere Gelegenheit für Fotografen.

Ähnlich wie bei der großen Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn im Dezember 2020 werden Mars und Venus so nah beieinanderstehen, dass sie im selben Sichtfeld eines Amateurteleskops sichtbar sind. Venus wird als unverkennbar helles, sternähnliches Objekt am leichtesten zu entdecken sein. Der rötliche Mars wird viel schwächer leuchten, sodass man ihn aufgrund der hellen Venus vielleicht zunächst nicht bemerkt. Nachdem sich die Augen jedoch daran gewöhnt haben, sollten die beiden mit bloßem Auge leicht zu erkennen sein. Ihr Abstand entspricht etwa der Breite der Vollmondscheibe.

12. und 13. August: Höhepunkt der Perseiden

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Jedes Jahr Mitte August durchquert die Erde eine Trümmerwolke des Kometen Swift-Tuttle. Wenn kleine Meteore in der oberen Atmosphäre verglühen, regnet ein Schwall von Sternschnuppen vom Himmel herab. Das ist der Meteorstrom der Perseiden, der in einem typischen Jahr bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde erzeugen kann.

Dieses Jahr verspricht besonders günstige Bedingungen, da der Höhepunkt des Sternschnuppenregens mit einem dunklen, mondlosen Himmel zusammenfällt. Die dünne Mondsichel wird schon am frühen Abend untergehen und später in der Nacht hervorragende Beobachtungsbedingungen bieten – sofern der Himmel wolkenlos bleibt. Die nördliche Hemisphäre hat dabei besonders gute Karten, da die Meteore immer aus dem namensgebenden Sternbild Perseus zu entspringen scheinen. Im August steht das Sternbild für die Nordhalbkugel hoch am Himmel, während es auf der Südhalbkugel nahe am Horizont liegt.

Um die beste Sicht auf dieses Himmelsfeuerwerk zu haben, ist ein Beobachtungsplatz mit möglichst wenig Lichtverschmutzung empfehlenswert. Selbst von einem Hinterhof oder Park in der Vorstadt sollten bei klarem Himmel jede Stunde Dutzende von Sternschnuppen zu sehen sein.

18. August: Konjunktion von Mars und Merkur

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Der innerste Planet des Sonnensystems, der kleine Merkur, und der vierte Planet von der Sonne, der rötliche Mars, stehen im August in Konjunktion. Dieses Ereignis ist wegen seiner Nähe zur untergehenden Sonne etwas schwieriger zu beobachten, daher ist eine klare Sichtlinie zum westlichen Horizont nötig. Merkur wird heller erscheinen als Mars, da er stärker von der Sonne beleuchtet wird. Mit einem Teleskop lassen sich die fernen Welten noch detaillierter betrachten.

8. Oktober: Die Draconiden

Bild Illustration by Andrew Fazekas

Die Draconiden werden nach Einbruch der Dunkelheit mit etwa 10 bis 15 Sternschnuppen pro Stunde am Nordwesthimmel funkeln. Dieser Meteorstrom entspringt von einem Schweif sandkorngroßer Partikel entlang der Umlaufbahn des Kometen 21P/Giacobini-Zinner. Da nur eine kleine Sichel des Monds zu sehen ist, wird es der relativ dunkle Himmel interessierten Beobachtern ermöglichen, diese leuchtenden Kometentrümmer zu genießen.

Wissen kompakt: Meteorschauer

Wie die meisten anderen Sternschnuppenschauer sind auch die Draconiden nach dem Sternbild benannt, aus dem sie zu entspringen scheinen – in diesem Fall Draco, der Drache. Die Draconiden sind am besten von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht zu beobachten. Zum Höhepunkt des Schauers wird Draco auf der gesamten nördlichen Hemisphäre gegen Mitternacht fast senkrecht über dem Boden stehen. Die Sternschnuppen des Drachen sind relativ leicht zu erkennen, da sie zu den langsamsten Sternschnuppen des Jahres gehören.

19. November: Partielle Mondfinsternis

Die letzte Mondfinsternis des Jahres wird für Himmelsbeobachter in Nord- und Südamerika, Australien und Teilen Europas und Asiens sichtbar sein. Während es sich technisch gesehen um eine partielle Finsternis handelt, werden bis zu 95 Prozent des Vollmondes vom dunklen Schatten der Erde verdeckt. Während der maximalen Phase sollte die Finsternis daher kurzzeitig wie eine totale Finsternis aussehen – die Mondscheibe kann sich also orange bis rötlich einfärben. In Berlin wird die Mondfinsternis ihr Maximum um 7:28 Uhr erreichen.

4. Dezember: Totale Sonnenfinsternis

Unerschrockene Reisende, die auf der Suche nach dem ultimativen Sonnenfinsternis-Abenteuer sind, können Ende 2021 eine totale Sonnenfinsternis in der Antarktis erleben. Währenddessen wird eine partielle Sonnenfinsternis über Teilen von Chile, Argentinien, Südafrika, Namibia und Australien zu sehen sein. Betrachter, die in diesen Regionen eine Sonnenfilterbrille verwenden, können beobachten, wie ein Teil des Mondes über der Sonnenscheibe vorbeizieht.

Einige Kreuzfahrtschiffe und Fluggesellschaften werden direkt in den Pfad der Totalität fahren bzw. fliegen. Die Gäste an Bord können dann für ein paar unvergessliche Minuten die Verdunkelung der Sonne erleben. Diejenigen, die sich in den südlichsten Teil des Planeten begeben, werden die Gelegenheit haben, die verfinsterte Sonne in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Horizonts einzufangen – eingerahmt von Eisbergen und einer eisigen Tundra.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

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