Wohin fließt unser Wasser?

So wird der Wasserkrise in Deutschland vorgebeugt

70 Prozent unseres Planeten sind von Wasser bedeckt, doch wir können nur weniger als 2 Prozent davon nutzen. In Deutschland scheint es reichlich Wasser zu geben, doch unsere sterbenden Bäume sind ein erstes Warnzeichen für schwindende Ressourcen. Um das zu verhindern, findet National Geographic-Fotograf Florian Schulz für uns heraus, wohin unser Wasser fließt und wie wir verhindern können, dass es versiegt.

Deutschland

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt in Deutschland bei ca. 570 Millimetern jährlich. Süßwasser kann außerdem von den rund 188 Milliarden Kubikmetern Oberflächenwasser entnommen werden. Aktuell liegt Deutschland auf Platz 62 der Länder, die unter Trockenstress leiden, und damit im Mittelfeld. Einige Regionen in Mittel- und Ostdeutschland hatten jedoch schon mit großer Wasserknappheit zu kämpfen – und es wird immer wärmer und trockener. Deswegen ist das Sparen von Wasser auf allen Ebenen, vom Privathaushalt bis hinauf zur Bundesebene, so wichtig.

MÜRITZSEE
Deutschland besitzt zwar viele Flüsse, aber nur relativ wenige Seen. Der größte, natürliche Binnensee Deutschlands ist der Müritzsee mit einer Fläche von 114 Quadratkilometern.
HAMBURG
Mehr als zwei Drittel des deutschen Wasserbedarfs wird durch Grundwasser gedeckt und die Wasserversorgung der Hafenstadt Hamburg ist zu 100 Prozent darauf angewiesen.
BERLIN
Berlins Trinkwasser stammt fast ausschließlich aus örtlichen Vorkommen und nach der Wiederaufbereitung wird auch das Abwasser wieder dem Kreislauf zugeführt.
WANNSEE
Berlin
Wenn jeder in Deutschland auf das Vorspülen seines Geschirrs verzichten würde, würde das 15 Milliarden Liter Wasser pro Jahr sparen – genug, um den Wannsee bei Berlin einmal komplett zu füllen.
VATICAN CITY
Central Italy
During the drought of 2017, emergency measures were taken in Rome with the famous fountains of the Vatican City being switched off to help battle water shortages.
PUGLIA
Sud Italia
Circa la metà degli oliveti italiani si trova in Puglia, ma il caldo estremo e le forti piogge hanno visto la produzione olivicola crollare del 57% nel 2019.
KAUB
Kaub liegt an einem wichtigen Nadelöhr des Rheins. Im Sommer 2019 gab es so wenig Regen, dass der Wasserspiegel unter die Befahrbarkeitsgrenze sank und der Frachtverkehr eingeschränkt werden musste.
THÜRINGEN
Im April 2018 waren die Böden in Thüringen so trocken, dass die Landwirte keinen Raps anbauen konnten. Die lukrative Feldfrucht wird normalerweise überall in diesem Bundesland angebaut.
MÜNCHEN
München ist weltberühmt für sein jährlich stattfindendes Oktoberfest und in dieser Stadt befinden sich einige der größten Brauereien Deutschlands. Der Wasserverbrauch kann mehr als 22 Liter Wasser pro Liter Bier betragen.
DRESDEN
Im Sommer 2019 musste der Frachtverkehr durch Dresden auf der Elbe eingestellt werden. Der Wasserstand des drittlängsten Flusses Deutschlands ist zu diesem Zeitpunkt in nur drei Tagen um 50 Zentimeter gesunken.
BRANDENBURG
Im Jahr 2018 erhielten manche Wälder um Brandenburg nur etwa 300 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – das ist weniger als ein Drittel des Niederschlags von 2017.
MARBESCHACHT
Atzendorf
Die Wetterstation Atzendorf steht am trockensten Ort Deutschlands. Hier fallen durchschnittlich nur 399,2 Millimeter Niederschlag pro Jahr.
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WOHIN FLIESST UNSER WASSER?

Jeder Deutsche verbraucht etwa 121 Liter Wasser täglich. Und auch wenn Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bereits sehr effizient Wasser spart – der Pro-Kopf-Verbrauch ist seit 1991 um 23 Liter gesunken –, wird noch immer Wasser unnötig verschwendet. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wohin unser Wasser verschwindet.

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EINFACHE TIPPS ZUM WASSERSPAREN

Allein das Wissen um die Wasserverschwendung kann schon zu positiver Veränderung führen. Es gibt so Vieles, was jeder von uns tun kann, um den persönlichen Wasserverbrauch zu reduzieren. Diese kleinen Veränderungen können Großes bewirken. Wir alle müssen unseren Wasserverbrauch senken, um die Gefahr von starker Wasserknappheit einzudämmen.

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Moderne Toiletten verwenden etwa 7,5 Liter pro Spülung und sogar noch weniger, wenn sie mit einem dualen Spülsystem ausgestattet sind. Damit spart man etwa 4 Liter pro voller Spülung.

Hocheffiziente Duschköpfe geben mitunter nur 6 Liter Wasser pro Minute aus, was bei einer fünfminütigen Dusche rund 30 Liter spart.

Die meisten neuen Waschmaschinen passen die Wassermenge automatisch an die Waschladung an, aber wenn man ein bisschen sammelt und nur volle Waschladungen durchlaufen lässt, spart das rund 10 Liter pro Waschgang.

Ein Geschirrspüler benötigt nur 10 Liter pro voller Maschine, was täglich im Vergleich zur Handwäsche mehr als 50 Liter Wasser spart.

Einige Wasserhähne sind mit Belüftern ausgestattet und verbrauchen so weniger als 800 Milliliter Wasser pro Minute. Das spart über 8 Liter pro Minute.

Eine Tröpfchenbewässerung gibt nur 4 Liter pro Stunde aus, was bis zu 996 Liter pro Stunde spart.

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