Ärmel hoch und angepackt: Vintage-Fotos von Frauen bei der Arbeit

Ob im Haushalt, auf dem Feld oder in der Industrie – Frauen sind seit jeher ein bedeutender Teil der Arbeiterschaft, auch wenn ihr Beitrag nicht immer angemessen gewürdigt wird.

Friday, March 6, 2020,
Von Lauren O'Brien

Seit Jahrhunderten übernehmen Frauen in Industrie, Landwirtschaft und Haushalt anspruchsvolle Aufgaben. Im Laufe des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts drängten technologische Fortschritte und globale Konflikte ihre Arbeitskraft noch weiter in den öffentlichen Sektor. Die industrielle Revolution drehte sich auf ihrem Rücken, die Produktion von Feldfrüchten auf der ganzen Welt hing von ihrer Arbeitskraft ab, der Krieg wäre ohne ihre Unterstützung in ihrem Heimatland kaum möglich gewesen. Obwohl ihr Einfluss im häuslichen und öffentlichen Arbeitssektor schon immer unverzichtbar war, wurde er längst nicht immer mit einer sicheren und gleichberechtigten Behandlung gewürdigt.

Im Zeitalter der industriellen Revolution zog es viele Frauen in Europa und den USA von ihren kleinen Familiensitzen in große Textilfabriken, die die heimische Textilherstellung aus dem Geschäft drängten. Durch sie wuchs die Industrie und sie verdienten ihr eigenes Geld – aber dafür arbeiteten sie unter gefährlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen. Oft saßen die Frauen 12 bis 14 Stunden am Tag in dunklen, schlecht belüfteten und gefährlich heißen oder kalten Fabriken. In anderen Teilen der Welt arbeiteten sie weiterhin in der Landwirtschaft, wo die Bedingungen nicht unbedingt besser waren: Auch hier standen lange Arbeitszeiten im Freien und harte körperliche Arbeit auf der Tagesordnung.

Während der zwei Weltkriege verschob sich die Rolle der Frau in der Arbeiterschaft erneut. In vielen Ländern wurden Frauen durch den Krieg in Rollen gedrängt, die zuvor Männern vorbehalten waren: Sie betrieben Maschinen, kontrollierten Betriebe und waren im Maschinenbau tätig, während die Männer im Kriegsdienst waren. Andere arbeiteten als Kellnerinnen, Köchinnen, in Krankenhäusern oder als Reinigungskräfte. Dennoch hatte ihre größere Involvierung keine Gleichberechtigung zur Folge. Während des Zweiten Weltkriegs blieben Frauen Leitungspositionen oft verwehrt und nicht selten verdienten sie nur die Hälfte oder zwei Drittel des Gehaltes, das Männer für dieselbe Arbeit erhielten.

Diese Art der Lohndiskriminierung – zusammen mit einer Reihe an Wachstums- und Inklusionsbarrieren – besteht auch heute noch fort. Oft wird die Gender-Pay-Gap zusätzlich auch noch von der Ethnie beeinflusst, sodass nicht-weiße Frauen noch mal weniger verdienen als weiße Frauen, wie Daten des Pew Research Center aus dem Jahr 2015 zeigen. Verfechter der Gleichberechtigung kämpfen in vielen Ländern weiterhin für gleiche Löhne, Elternzeit und mehr Frauen in Führungspositionen.

Trotz der Herausforderungen stellen Frauen weiterhin einen beträchtlichen Teil der globalen Arbeitskraft – wenn auch nicht ganz die Hälfte. Laut dem Pew Research Center machen Frauen in über 80 Ländern mindestens 40 Prozent der Erwerbsbevölkerung aus. Die fünf Länder mit der höchsten weiblichen Arbeitsbeteiligung liegen alle in Subsahara-Afrika, während es in den Ländern der EU zumeist um die 45 Prozent sind.

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

 

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