Die Eleganz des Adlers: Eindringliche Porträts von Greifvögeln

Auf der ganzen Welt gibt es mehr als 60 Adlerarten – und einige davon kennt ihr sicher noch nicht.Donnerstag, 25. Januar 2018

Von Austa Somvichian-Clausen
Ein Gaukler (Terathopius ecaudatus) aus dem Zoo von St. Louis blickt in die Kamera. Diese Vogelart ist in Subsahara-Afrika heimisch und verdankt ihren Namen ihren „gaukelnden“ Suchflügen, bei denen die Tiere ihre Flügel seitlich hin und her schaukeln.
Ein Gaukler (Terathopius ecaudatus) aus dem Zoo von St. Louis blickt in die Kamera. Diese Vogelart ist in Subsahara-Afrika heimisch und verdankt ihren Namen ihren „gaukelnden“ Suchflügen, bei denen die Tiere ihre Flügel seitlich hin und her schaukeln.
bild Joel Sartore, National Geographic Photo Ark

Als man den berühmten Weißkopfseeadler zum Nationalsymbol der USA erklärte, hatte man sich in seiner Wahl von dessen körperlicher Stärke, Schönheit und Unabhängigkeit leiten lassen. 

Der ursprüngliche Entwurf sah allerdings einen anderen Vogel vor: Einen Östlichen Kaiseradler – eine in Südosteuropa heimische Art.

Weltweit gibt es über 60 verschiedene Adler, die man auf jedem Kontinent mit Ausnahme der Antarktis finden kann. Tatsächlich bilden Adler im biologischen Sinne gar keine eigene Gattung oder Familie. Stattdessen wird der Begriff lose benutzt, um besonders große und kräftige Greifvögel der Familie der Habichtartigen zu beschreiben. In Nordamerika selbst leben übrigens nur zwei Arten: der Weikopfseeadler und der Steinadler, der der Nationalvogel von Mexiko ist.

Nicht jede Art hat das Glück, durch ihren Status als Nationalsymbol so viel Aufmerksamkeit zu erhalten, und viele von ihnen gelten als bedroht.

Der Spanische Kaiseradler auf der Iberischen Halbinsel und der Riesenseeadler, der in Russland und Teilen Asiens zu finden ist, werden von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft. Weltweit gibt es nicht mal mehr 5.000 Riesenseeadler, da ihre Bestände durch Pestizide, Überfischung und die Ausdehnung menschlicher Nutz- und Siedlungsflächen abgenommen haben.

Zum Glück ist es aber nicht um alle Arten so schlecht bestellt. Nachdem in europäischen Ländern das Pestizid DDT und polychlorierte Biphenyle (giftige Chlorverbindungen) verboten wurden, erholten sich die Bestände des Seeadlers dort langsam wieder. Mittlerweile gibt es in der Wildnis mehr als 24.000 Exemplare – und ironischerweise könnten sie eine Gefahr für andere bedrohte Vögel darstellen, die auf ihrem Speiseplan stehen.

Der Kronenadler zählt zu den stärksten Adlern in ganz Afrika und kann Tiere erbeuten, die mehr als viermal so groß wie er selbst sind. Die südamerikanische Harpyie hat Klauen von zwölf Zentimetern Länge – damit sind sie länger als die Klauen von Grizzlybären.

Wir haben für euch unsere Lieblingsbilder von Adlern zusammengestellt und können sicher auch mit Arten überraschen, von denen ihr noch nie gehört habt.

Erfahrt mehr über Joel Sartore und seine Photo Ark!

Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.

ADLER

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